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Iodoform

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Triiodmethan)
Strukturformel
Strukturformel von Iodoform
Allgemeines
Name Iodoform
Andere Namen
Summenformel CHI3
Kurzbeschreibung

gelbe, glänzende Blättchen, hexagonale Tafeln oder zitronengelbes, feines Pulver mit safranartigem Geruch<ref name=roempp>Eintrag zu Iodoform. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 200-874-5
ECHA-InfoCard 100.000.795
PubChem 6374
ChemSpider 6134
DrugBank DB13813
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Arzneistoffangaben
ATC-Code

D09AA13

Eigenschaften
Molare Masse 393,73 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

4,008 g·cm−3 (20 °C)<ref name="GESTIS" />

Schmelzpunkt

119 °C<ref name="GESTIS" />

Siedepunkt

218 °C<ref name="GESTIS"/>

Löslichkeit
Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>
Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 302+312+332​‐​315​‐​319​‐​335
P: 280​‐​302+352​‐​312​‐​304+340​‐​261​‐​305+351+338<ref name="GESTIS"/>
MAK
Toxikologische Daten

355 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)<ref name=roempp/>

Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

181,1 ± 1,0 kJ·mol−1<ref>A. S. Carson, P. G. Laye, J. B. Pedley, Alison M. Welsby: The enthalpies of formation of iodomethane, diiodomethane, triiodomethane, and tetraiodomethane by rotating combustion calorimetry. In: The Journal of Chemical Thermodynamics, 25 (2), 1993, S. 261–269; doi:10.1006/jcht.1993.1025.</ref>

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Datei:Iodoform, sublimiert.jpg
Iodoform, sublimiert

Iodoform (Summenformel CHI3) ist eine gelbe, safranartig riechende chemische Verbindung aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Iod und ein einfacher Halogenkohlenwasserstoff.

Aufgrund seiner Struktur (CHX3) ist es homolog zu Fluoroform, Chloroform und Bromoform und analog benannt.

Nach Fieser und Fieser<ref>Louis Frederick Fieser, Mary Fieser: Organische Chemie, 2. Auflage, Verlag Chemie, Weinheim 1979, S. 404–405.</ref> ist Iodoform zusammen mit Tetraiodmethan die einzige farbige organische Verbindung ohne ungesättigtes Strukturelement.

Geschichte

Georges Simon Serullas stellte Iodoform 1822 erstmals her, Jean Baptiste Dumas stellte 1834 die Summenformel auf.<ref>Georges Simon Serullas: Notes sur l'hydriodate de potasse et l'acide hydriodique. Hydriodure de carbone, moyen d'obtenir à l'instant, ce composé triple. 1822 (bnf.fr [abgerufen am 5. April 2024]).</ref>

Gewinnung und Darstellung

Iodoform kann mithilfe Lugolscher Lösung aus Verbindungen mit CH3CHOH-Gruppe oder CH3CO-Gruppe wie Ethanol oder Aceton gewonnen werden. Diese Reaktion macht sich die Iodoformprobe zunutze, mit der die genannten Gruppen nachgewiesen werden können. Dazu löst man beispielsweise Ethanol in Natronlauge und gibt Lugolsche Lösung zu.

Der genaue Mechanismus für die Darstellung von Iodoform aus Ethanol oder Aceton verläuft ähnlich dem Mechanismus der Haloform-Reaktion.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Iodoform.] In: Spektrum.de. Spektrum der Wissenschaft, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 12. September 2024.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Vorlage:Formel

Datei:Synthese Iodoform aus Aceton.svg

Iodoform lässt sich auch durch Elektrolyse aus wässrigen Lösung von Kaliumiodid, und Aceton herstellen.<ref>J. E. Teeple: the Electrolytic Preparation of Iodoform From Acetone. In: Journal of the American Chemical Society. Band 26, Nr. 2, 1904, S. 170–177, doi:10.1021/ja01992a003.</ref>

Verwendung

Es wird zur Takai-Olefinierung eingesetzt.<ref name=roempp />

Medizinische Verwendung

Früher wurde in Diethylether gelöstes Iodoform (Iodoformether) in der Zahnmedizin zur Desinfektion von Wunden verwendet<ref>Phyllis A. Lyday, Tatsuo Kaiho: Iodine and Iodine Compounds. In: Ullmann's Encyclopedia of Industrial Chemistry. Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim, Germany 2015, ISBN 978-3-527-30673-2, S. 1–13, doi:10.1002/14356007.a14_381.pub2.</ref><ref>Christian Bruhn, A. Kantorowicz, Carl Partsch (Hrsg.): Handbuch der Zahnheilkunde: Die Chirurgischen Erkrankungen der Mundhöhle der Zähne und Kiefer. 4, illustriert Auflage. Springer-Verlag, 1842, ISBN 978-3-642-90965-8 (google.de [abgerufen am 18. April 2024]).</ref>, da es mit der Wundfeuchtigkeit eine kleine, desinfizierend wirkende Iodmenge abgibt. Zugleich trocknete es auch die Wunde, stillte kleinere Blutungen und verminderte die Wundschmerzen. Wegen seines charakteristisch intensiven Geruchs, des hohen Preises und der Schädlichkeit bei hohen Dosierungen wird Iodoform allgemeinmedizinisch heute kaum mehr verwendet. In der Zahnmedizin wird Iodoform nach wie vor sehr oft verwendet – es stellt das Standarddesinfektionsmittel zur Wundeinlage mittels Gazestreifen dar und wird als Füllpaste (mit Calciumhydroxid) in der Milchzahnwurzelfüllung benutzt.<ref>M. F. Silva Jr., L. M. Wambier, M. V. Gevert, A. C. R. Chibinski: Effectiveness of iodoform-based filling materials in root canal treatment of deciduous teeth: a systematic review and meta-analysis. In: Biomater Investig Dent. Band 9, Nr. 1, 19. Mai 2022, S. 52–74, doi:10.1080/26415275.2022.2060232, PMID 35615468.</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Fluoroform | Chloroform | Bromoform | Iodoform Vorlage:Klappleiste/Ende Vorlage:Hinweisbaustein