Triazolam
Triazolam (Handelsname Halcion A, D) ist ein oral wirksames Benzodiazepin mit einer kurzen Halbwertszeit von 2 bis 5 Stunden. Es findet Verwendung bei kurzzeitigen schweren Schlafstörungen, speziell Einschlafstörungen, wird aber gerade im Vergleich zum Benzodiazepin-Hypnotikum Midazolam heute eher selten eingesetzt. Es kann schon nach kurzer Anwendung zu einer psychischen und körperlichen Abhängigkeit kommen.
Chemisch gehört Triazolam zur Untergruppe der Triazolbenzodiazepine.
Rechtsstatus in Deutschland
Triazolam ist in der Bundesrepublik Deutschland aufgrund seiner Aufführung in der Vorlage:§§ des Betäubungsmittelgesetzes ein verkehrsfähiges und verschreibungsfähiges Betäubungsmittel.
Ausgenommen sind Zubereitungen, die keine weiteren Betäubungsmittel enthalten und je abgeteilter Form bis zu 0,25 mg Triazolam enthalten.
Pharmakokinetik
Triazolam wird nach oraler Gabe zu über 85 % resorbiert. Die Anflutung erfolgt rasch, unterliegt jedoch starken interindividuellen Schwankungen.<ref name="FI">Fachinformation Halcion (Pfizer Pharma PFE GmbH, Berlin), Stand: Juni 2016.</ref> Die im Vergleich zur oralen Gabe erhöhte Bioverfügbarkeit nach sublingualer Verabreichung deutet auf einen First-Pass-Effekt hin.<ref name="FI" /><ref>P.D. Kroboth et al.: Triazolam pharmacokinetics after intravenous, oral, and sublingual administration. J Clin Psychopharmacol. 1995 Aug; 15(4):259-62. PMID 7593708.</ref><ref>J.M. Scavone et al.: Enhanced bioavailability of triazolam following sublingual versus oral administration. J Clin Pharmacol. 1986 Mar; 26(3):208-10. PMID 3958225.</ref> Triazolam wird in der Darmschleimhaut und in der Leber rasch und umfangreich biotransformiert.
In der Leber wird die Substanz über das Enzym CYP 3A4 metabolisiert, die Elimination erfolgt renal.
Pharmakodynamik
Eine Äquivalentdosis von 0,5 mg Triazolam entspricht der Wirkstärke von 10 mg Diazepam. Triazolam ist somit ein vergleichsweise potentes Benzodiazepin.
Nebenwirkungen
Triazolam kann wie andere schnell resorbierbare Benzodiazepine kurzfristig eine Amnesie auslösen und kann eine bis zu einer Woche nach Absetzen dauernde Beeinträchtigung des Gedächtnisses erzeugen,<ref name="Miller">Richard Lawrence Miller: The Encyclopedia of Addictive Drugs. Greenwood Publishing Group, 2002, ISBN 978-0-313-31807-8, S. 427.</ref><ref name="Ayd">Frank J. Ayd: Lexicon of Psychiatry, Neurology, and the Neurosciences. Lippincott Williams & Wilkins, 2000, ISBN 978-0-781-72468-5, S. 99.</ref><ref name="Jain">K. K. Jain: Drug-Induced Neurological Disorders. Hogrefe Publishing, 2011, ISBN 978-1-616-76425-8, S. 88.</ref> die bei Reisenden unter dem Einfluss von Triazolam als Traveller's Amnesia (‚Amnesie des Reisenden‘) beschrieben wurde.<ref name="Miller" />
1991 erwog das damals zuständige BGA in Deutschland ein Ruhen der Zulassung anzuordnen, um dem Verdacht, dass zentralnervöse Nebenwirkungen wie Erregung, Angst, Aggressivität, Depression und Amnesien unter Triazolam auch in niedriger Dosierung und im Vergleich zu anderen Benzodiazepinen häufiger und gravierender aufträten als bis dahin angenommen, nachzugehen.<ref>Zur Marktrücknahme des Schlafmittels Triazolam (Halcion) in Großbritannien und Finnland, arznei-telegramm 10/1991.</ref>
Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit
Triazolam darf weder in der Schwangerschaft noch in der Stillzeit verwendet werden.<ref name="FI" />
Siehe auch
Einzelnachweise
<references />
- Seiten, in denen die maximale Größe eingebundener Vorlagen überschritten ist
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- 5-Phenyl-benzodiazepin
- Chlorbenzol
- Triazol
- Alkylsubstituierter Heteroaromat
- Arzneistoff
- Hypnotikum
- Betäubungsmittel (BtMG Anlage III)
- Psychotropes Benzodiazepin
- Psychotroper Wirkstoff
- Synthetische psychotrope Substanz