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Trebgast (Weißer Main)

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Trebgast
Datei:Trebgast bei Harsdorf DSCF7888.JPG
Die Trebgast bei Harsdorf

Die Trebgast bei Harsdorf

Daten
Gewässerkennzahl DE: 24116
Lage Deutschland
Flusssystem Rhein
Abfluss über Weißer Main → Main → Rhein → Nordsee
Ursprung Zusammenfluss:
von rechtem Furtbach und linkem Flussgraben beim Bahnhof von Bindlach
49° 58′ 48″ N, 11° 36′ 17″ O
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Quelle des Hauptstrang-Oberlaufs Fallbach :
Teichabfluss östlich von Bindlach-Allersdorf
49° 58′ 31″ N, 11° 39′ 19″ O

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Quellhöhe Quelle des Hauptstrang-Oberlaufs Furtbach:
ca. 472 m ü. NHN<ref name="DE-BY_BV">BayernAtlas der Bayerischen Staatsregierung (Hinweise)</ref> 

Zusammenfluss von Fallbach und Flussgraben:
ca. 354 m ü. NHN<ref name="DE-BY_BV">BayernAtlas der Bayerischen Staatsregierung (Hinweise)</ref>
Mündung in Trebgast an der Grundschule von links in den Weißen MainKoordinaten: 50° 4′ 16″ N, 11° 33′ 6″ O
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50° 4′ 16″ N, 11° 33′ 6″ O {{#coordinates:50,071244444444|11,5518|
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Mündungshöhe 322 m ü. NHN <ref name="DE-BY_BV">BayernAtlas der Bayerischen Staatsregierung (Hinweise)</ref>
Höhenunterschied 150 m
Sohlgefälle ca. 8,5 ‰
Länge ca. 17,7 km<ref name="DE-BY_GV244">Verzeichnis der Bach- und Flussgebiete in Bayern – Flussgebiet Main, Seite 4 des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, Stand 2016 (PDF; 3,3 MB)</ref> 
mit Oberlauf Furtbach

ca. 13,5 km<ref>Wert beim Verzeichnis der Bach- und Flussgebiete in Bayern: 17,70 km - Wert nach Eigenmessung bei der TK: 4,16 km</ref>
nur Trebgast
Einzugsgebiet 63,21 km²<ref name="DE-BY_GV244">Verzeichnis der Bach- und Flussgebiete in Bayern – Flussgebiet Main, Seite 4 des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, Stand 2016 (PDF; 3,3 MB)</ref>

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Die Trebgast ist ein mitsamt ihrem längeren rechten Oberlauf Furtbach knapp 18 Kilometer langer südlicher und linker Nebenfluss des Weißen Mains.

Name

Der Name leitet sich vom slawischen *Trebgoščь ab und hat die Bedeutung „im Besitz des *Trebgostъ (Personenname)“.<ref>Vorlage:Greule-DGNB</ref>

Geographie

Verlauf

Die Trebgast entsteht beim Bindlacher Dorf Stöckig aus dem Zusammenfluss von Furtbach (4,0 km) und Flussgraben (1,1 km)<ref>Wird manchmal auch als linker Zufluss der Trebgast angesehen</ref> auf einer Höhe von 354 m ü. NHN. Manche sehen den Furtbach nur als Oberlauf der Trebgast an.

Sie fließt anfangs nördlich, dann längstenteils nach Nordwesten und gegen Ende auch noch ein kleineres Stück weit nordöstlich. Bei Bindlach-Heinersgrund wird sie von dem von links kommenden Bremer Mühlbach gespeist. Westsüdwestlich von Harsdorf fließen ihr von links kurz vor und kurz nach der Zoltmühle von Neudrossenfeld der Haselbach von rechts und dann der Schaitzer Bach von links zu. Weiter abwärts liegen die Harsdorfer Weiher links des Laufs näher am Neudrossenfelder Dorf Waldau als am namengebenden Harsdorf auf der anderen Flussseite.

Danach mündet der linke Schlitterbach von Waldau her in die Trebgast. Auf und nach der Gemeindegrenze zu Trebgast verstärken sie der Kesslerbach von links und dann der Weißbach von rechts; der letzte ist ein langes und flaches Gewässer, das auf ganzer Länge in der breiten Talaue fließt und in dessen unterem Mündungswinkel der Trebgaster Badesee liegt. Dort knickt sie auf nordöstlichem Lauf ab, nimmt noch den aus dem Trebgaster Forst kommenden Forellenbach auf, durchfließt zuletzt das Pfarrdorf Trebgast nordwärts und mündet dann am unteren Ortsrand auf einer Höhe von 322 m ü. NHN von links in den aus dem Ostsüdosten heranziehenden Weißen Main.

Zuflüsse und Seen

Liste einer Auswahl der Zuflüsse und Datei:RiverIcon-SmallLake.svg Seen vom Zusammenfluss zur Mündung.

Zusammenfluss der Trebgast auf ca. 354 m ü. NHN am Bahnhof bei Bindlach-Ruh.

Flusssystem Weißer Main

Flusshistorie

Die Trebgast hat ihr weites Tal nicht selbst geschaffen. Dort floss einst die wesentlich mehr Wasser führende Ursteinach.<ref>Fränkische Zeitung vom 10. April 2013, S. 7.</ref> Deren Oberlauf, die Warme Steinach, mündet heute in Bayreuth-Laineck in den Roten Main.

Ursprünglich entwässerte das gesamte Gebiet in Richtung der heutigen Donau, vor etwa 1,5 Millionen Jahren änderte sich die Fließrichtung zum Rhein hin. Das Wasser der Steinach, des Roten Mains und der Mistel (bzw. des Mistelbachs) floss fortan durch das heutige Trebgasttal zum Weißen Main. Vor unbestimmter Zeit zwang das von der Steinach transportierte Geröll dem Roten Main einen neuen Lauf auf, wodurch das Trebgasttal die Hälfte seiner Kapazität einbüßte. Hebungen und Senkungen der letzten Eiszeit versperrten vor ca. 20.000 Jahren auch der Steinach den Weg nach Norden. Das Trebgasttal wurde trockengelegt und das Lindauer Moor entstand.<ref name="DMJF">Die Millionen-Jahre-Frage in: Nordbayerischer Kurier vom 29. November 2018, S. 26.</ref>

Im Zuge des Baus der Autobahn wurde 1937 versucht, den Bachlauf zwischen Bindlach und Crottendorf zu regulieren. Ende der 1950er Jahre folgte der Abschnitt von Lindau bis zur Mündung in den Weißen Main. Da die Trebgast bei starken Regenfällen und während der Schneeschmelze regelmäßig über die Ufer trat, wodurch die Böden versumpften und landwirtschaftlich nicht mehr genutzt werden konnten, beschloss man 1970 auch die Regulierung der restlichen acht Kilometer.<ref>Vor 50 Jahren in: Nordbayerischer Kurier vom 4. März 2020, S. 8.</ref>

Natur und Umwelt

In den 1950er Jahren wurde die Trebgast begradigt und mit Regelprofil ausgebaut. Dieser naturferne Zustand widerspricht den heutigen Zielen der Europäischen Wasserrahmenlinie. Stellenweise windet sich der Bach, durch umfangreiche hydromorphologische Maßnahmen des Wasserwirtschaftsamts Hof, wieder durch das Tal. Zuletzt wurde er im Jahr 2014 auf 1,2 Kilometer Länge zwischen Trebgast und Harsdorf renaturiert.<ref name="DMJF" />

An der Trebgast haben sich wieder Biber angesiedelt. Im Bereich zwischen dem Badesee und der Ortsmitte von Trebgast bauen sie regelmäßig Dämme und stauen den Bach damit auf. Bei zu hohem Wasserstand an der Messstelle des Wasserwirtschaftsamts am Bahnhof Trebgast wird dieser Zustand vom Bayreuther Flussbaumeister korrigiert.<ref name="DMJF" />

Literatur

Weblinks

Commons: Trebgast – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein