Zum Inhalt springen

Totholzverjüngung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

<templatestyles src="Mehrere Bilder/styles.css" />

Totholzverjüngung, verschiedentlich auch Moderholzverjüngung, Kadaververjüngung oder Rannenverjüngung genannt, bezeichnet in der Forstwirtschaft eine Form der Naturverjüngung, bei der die Saat von Waldbäumen auf vermoderndem Holz abgestorbener Bäume keimt und wächst. Insbesondere in Gebirgswäldern und auf stark vergrasten Standorten ist Totholzverjüngung von Bedeutung. Am häufigsten ist Totholzverjüngung in unseren Breiten bei jungen Fichten und Tannen anzutreffen.<ref name=":0">Rannenverjüngung. Abgerufen am 7. März 2026.</ref>

Für die erfolgreiche Totholzverjüngung muss der verrottende Stamm oder Stubben einen bestimmten Zersetzungsgrad erreicht haben. Dieses geschieht durch Insekten und Pilze. Bei der Zersetzung werden Nährstoffe für den Keimling verfügbar gemacht. Die Verjüngung in solchen standortbegünstigten Kleinsthabitaten ist jedoch nur möglich, wenn das Holz über eine bestimmte Zeit eine gewisse Feuchtigkeit aufweist. Beim weiteren Wachstum der Pflanze durchdringen die Wurzeln das vermodernde Holz und die Grasschicht und bekommen Kontakt mit dem darunter befindlichen Mineralboden, der das weitere Wachstum ermöglicht.<ref name=":0" />

Vorteile für die Sämlinge bestehen bei der Totholzverjüngung in der guten Nährstoffverfügbarkeit und dem Höhenvorteil gegenüber Konkurrenzvegetation, zum Beispiel Gras, Brombeere oder anderen Bäumen. Ebenso kann der junge Baum durch die Erhöhung auf Totholz schneller dem Äsungsbereich von Schalenwild entwachsen und dadurch seine Überlebenswahrscheinlichkeit erhöhen. Nachdem der alte Stamm endgültig zerfallen ist, zeugen nur noch die Stelzwurzeln von der ungewöhnlichen Entstehung der neuen Bäume.<ref name=":0" />

Literatur

  • Norbert Bartsch, Ernst Röhrig: Waldökologie: Einführung für Mitteleuropa. 1. Auflage. Springer, Berlin, Heidelberg 2016, ISBN 978-3-662-44268-5

Weblinks

Einzelnachweise

<references />