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Torsten Sträter

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Datei:Stuttgart 2024 - ComicCon - Torsten Sträter - by-RaBoe 013.jpg
Torsten Sträter (2024)
Unterschrift Torsten Sträter (Autogramm) deutscher Kabarettist
Unterschrift Torsten Sträter (Autogramm) deutscher Kabarettist

Torsten Sträter (* 4. September 1966 in Dortmund) ist ein deutscher Komiker, Kabarettist und Slam-Poet, Schriftsteller, Hörbuchsprecher und Synchronsprecher.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Porträt des Satirikers Torsten Sträter (Memento vom 22. Oktober 2014 im Internet Archive)</ref><ref name="Schürmann">Maren Schürmann: So lacht das Revier – Sträter schwitzt im Fitnessstudio. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. 19. Oktober 2014, abgerufen am 6. September 2019.</ref>

Leben

Sträter wurde 1966 im Dortmunder Stadtteil Brechten geboren und verbrachte seine Jugend im Umkreis von Dortmund. Er absolvierte eine Ausbildung zum Herrenschneider und arbeitete beim Herrenausstatter Pohland in Dortmund im Verkauf. Nach einer Zeit als Arbeitsuchender war er anschließend im Mobilfunkvertrieb, in einem Baumarkt und zuletzt zwölf Jahre lang für die von seiner Mutter und seinem Bruder betriebene Spedition tätig.<ref>Sven Astheimer: „Ein Cordanzug sieht aus wie ein Wandteppich“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 14. Februar 2014, abgerufen am 19. Mai 2021.</ref> Zudem arbeitete er eine Zeit lang als Verkäufer für Systemhäuser.<ref>Timo Steppat: „Ich komm von hier, warum sollte ich hier weg?“ In: Die Welt. 31. Januar 2016, abgerufen am 6. April 2024.</ref> Nach seiner Ausbildung leistete er seinen 15-monatigen Wehrdienst in der Wilhelmstein-Kaserne in Neustadt am Rübenberge beim Artilleriespezialzug I/1 (vgl. Artillerieregiment 1 / Sondermunitionslager Liebenau) ab.<ref>Marcus Tackenberg: Torsten Sträter: Bundeswehr gab mir Struktur - Comedian Sträter spricht von der Bundeswehrzeit in den 80ern als „beste Zeit, die mir je aufgenötigt wurde“. In: Grafschafter Nachrichten. 16. Februar 2024, abgerufen am 24. Februar 2024.</ref>

Neben der Arbeit begann Sträter damit, Kurzgeschichten zu schreiben und diese bei Poetry-Slams im deutschsprachigen Raum vorzutragen. Dabei gewann er neben zahlreichen regionalen Meisterschaften in den Jahren 2009, 2010 sowie 2012 den Landeswettbewerb NRW-Slam. In den folgenden Jahren schrieb er auch Kurzgeschichten für die Satirezeitschrift Pardon und humoristische Kolumnen für das Sportmagazin Kicker. In seinen anschließend veröffentlichten Büchern finden sich ausschließlich Kurzgeschichten.

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Torsten Sträter bei einer Tournee­vorstellung von Tegtmeiers Erben 2013 in der Stadthalle Mülheim

Er tritt regelmäßig bei Fernsehsendungen wie nuhr im Ersten und extra 3 auf. Von 2013 bis 2024 betrieb er außerdem mit Hennes Bender und Gerry Streberg den Podcast Sträter Bender Streberg – Der Podcast. Seit 2025 wird der Podcast ohne Bender als Sträter & Streberg fortgeführt.<ref>Website des Podcasts „Sträter & Streberg“. Abgerufen am 17. Januar 2025.</ref> Bis zum Herbst 2019 war er mit seinem Programm Es ist nie zu spät, unpünktlich zu sein auf Tournee. Sein nächstes Bühnenprogramm hieß ab 2020 Schnee, der auf Ceran fällt. Seit November 2023 ist er mit Mach mal das große Licht an unterwegs.<ref>Die typisch Strätersche Lakonie sorgt für Lach-Tsunamis. In: Rheinische Post. 16. November 2023, abgerufen am 14. Februar 2024.</ref> 2021 gewann er die erste Staffel der deutschen Ausgabe von LOL: Last One Laughing.

Sträters Markenzeichen ist eine Beanie-Mütze. Dass er eine solche bei fast all seinen Auftritten trägt, habe den praktischen Grund, den Schweiß aufzufangen, der ihm unter den Scheinwerfern von der Stirn rinne – er könne sich „ja schlecht ein Stirnband umlegen wie Björn Borg“.<ref name="Schürmann" /> Seit August 2021 hat er zusammen mit Jens Herrmann auf BB Radio seine eigene, unregelmäßig ausgestrahlte Radiosendung, Sträter: Musik – Der Soundtrack eines Lebens.

Sträter litt vor allem in den 1990er-Jahren an einer depressiven Erkrankung, die er auch kabarettistisch thematisiert.<ref name="Schürmann" /> Im Januar 2018 wurde er Schirmherr der Deutschen Depressionsliga e. V.<ref>Pressemitteilung: Torsten Sträter ist Schirmherr der Deutschen DepressionsLiga e. V. Deutsche Depressionsliga e. V., 19. Januar 2018, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 28. Januar 2021; abgerufen am 20. Januar 2021.</ref><ref>Freunde fürs Leben e. V.: Laut gedacht mit Torsten Sträter auf YouTube, 16. April 2019, abgerufen am 3. Mai 2019.</ref> Für sein Gespräch mit dem ebenfalls von Depressionen betroffenen Kurt Krömer über die Krankheit und ihre persönlichen Erfahrungen damit in der Sendung Chez Krömer wurden Krömer und er 2022 mit dem Grimme-Preis in der Kategorie „Unterhaltung“ ausgezeichnet.<ref name="Grimme-Preis">Chez Krömer | zu Gast: Torsten Sträter. In: grimme-preis.de. Abgerufen am 14. Februar 2023.</ref> Er engagiert sich außerdem als Botschafter der SOS-Kinderdörfer.<ref>Torsten Sträter. SOS-Kinderdörfer weltweit, abgerufen am 16. Oktober 2024.</ref><ref>Markus Pins: Interview Torsten Sträter – „Ich bin Komiker, kein Philosoph, kein Kabarettist, kein Prediger, kein Politiker.“ In: TVinfo. 14. November 2023, abgerufen am 30. Oktober 2025.</ref>

Sträter ist Vater eines Sohnes und lebt in Waltrop im Ruhrgebiet.<ref>Torsten Sträter. Carlsen Verlag, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 3. Mai 2019.@1@2Vorlage:Toter Link/www.carlsen.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> Sein Bruder Timo Sträter (1965–2025) spielte mit dem SV Wattenscheid in der Schachbundesliga und war FIDE-Meister.<ref>The Big Greek: Zu Ehren von FM Timo Sträter auf YouTube, 22. Oktober 2025, abgerufen am 30. Oktober 2025.</ref>

Nach dem Ausfall seiner Tour-Auftritte im April 2026 gab er als Grund keine Verschlechterung seiner Depression, sondern eine Tumorerkrankung mit notwendiger intensiver Therapie auf seiner Homepage an. Er plane, im Mai 2026 wieder auf die Bühne zurückzukehren.<ref>»Dummerweise ein Tumor« – Torsten Sträter macht Krebserkrankung öffentlich. In: Der Spiegel. 14. April 2026, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 14. April 2026]).</ref><ref>Homepage – Torsten Sträter. 14. April 2026, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 14. April 2026; abgerufen am 14. April 2026.</ref>

Bibliographie

  • Hämoglobin. Eldur Verlag, 2004, ISBN 978-3-937419-03-9.
  • Postkarten aus der Dunkelheit. Eldur Verlag, 2005, ISBN 978-3-937419-10-7.
  • Hit the Road, Jack! Eldur Verlag, 2006, ISBN 978-3-937419-11-4.
  • Brainspam. Eldur Verlag, 2006, ISBN 978-3-937419-17-6.
  • Der David ist dem Goliath sein Tod. Carlsen Verlag, 2011, ISBN 978-3-548-37535-9.
  • Selbstbeherrschung umständehalber abzugeben. Carlsen Verlag, 2012, ISBN 978-3-551-68481-3.
  • Selbstbeherrschung umständehalber abzugeben. Ullstein Taschenbuch, 2014, ISBN 978-3-548-37534-2.
  • Als ich in meinem Alter war. Lappan Verlag, 2016, ISBN 978-3-8303-3406-4.
  • Es ist nie zu spät, unpünktlich zu sein. Ullstein Taschenbuch, 2017, ISBN 978-3-548-06352-2.
  • Sträters Gutenachtgeschichten. Ullstein Verlag, 2021, ISBN 978-3-548-06454-3.
  • Du kannst alles lassen, du musst es nur wollen. Ullstein Verlag, 2022, ISBN 978-3-86493-227-4.
  • Das ist kein Jazz. Geschichte über den Gegenspieler von Batman, den Joker in der Anthologie Joker – The World für DC Comics, gezeichnet von Ingo Römling, 2024, ISBN 978-3-7416-3993-7.<ref>Joker - The World. Panini Comics Deutschland, abgerufen am 21. Oktober 2024.</ref>

Diskographie

  • 2013: Selbstbeherrschung umständehalber abzugeben aus dem Ebertbad in Oberhausen (CD)
  • 2015: Das Hörbuch – Die besten Geschichten live und in einem Rutsch. Live aus dem Düsseldorfer zakk (3 CDs)
  • 2017: Das Hörbuch 2 – Die besten Geschichten live und in einem Rutsch. Live aus dem Düsseldorfer zakk (3 CDs)
  • 2017: Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit, Live aus dem zakk in Düsseldorf (LP)
  • 2019: Es ist nie zu spät, unpünktlich zu sein, Live (2 CDs)
  • 2023: Schnee, der auf Ceran fällt, Live (3 CDs)

Fernsehen

Aktuell

Ehemalig

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Sprecher (Auswahl)

Auszeichnungen

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Torsten Sträter beim Prix Pantheon 2013

Weblinks

Einzelnachweise

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