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Torhäuser am Neutor

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Datei:MuensterTorhaeuschenNeutor.jpg
Das nordöstliche Torhaus

Die beiden Torhäuser am Neutor in Münster in Westfalen sind neben dem Mauritztor die einzigen noch erhaltenen Torhäuser der Stadt, die nach der Schleifung der Stadtbefestigung angelegt wurden. Weiterhin sind sie neben den in die Städtischen Bühnen integrierten Überresten des Romberger Hofes die einzigen von Wilhelm Ferdinand Lipper erhaltenen Gebäude in Münster. Beide spiegelbildlich zueinander errichteten Torhäuser am Neutor stehen seit 1986 unter Denkmalschutz.<ref name="WN_2013-10-29" />

Geschichte

Nach der Schleifung der Stadtbefestigung in den 1770er Jahren wurde zunächst Johann Conrad Schlaun, der auch schon für die Planung und den Bau des Fürstbischöflichen Schlosses verantwortlich war, mit Um- und Neugestaltung der Anlagen beauftragt.<ref name="WN_2013-10-29" /> Nach seinem Tod 1773 war es Wilhelm Ferdinand Lipper, dem diese Aufgabe übertragen wurde.<ref name="WN_2013-10-29" /> Lipper errichtete im Jahre 1778 am Neutor am nördlichen Ende des heutigen Schlossplatzes zwei im Stil des Frühklassizismus gehaltene, sich gegenüberstehende Wachhäuser, von denen aus der Zutritt zur Stadt kontrolliert werden sollte.<ref name="WN_2025-09-13" /> Die ursprüngliche Benennung als Maxtor bezog sich auf den Auftraggeber, Fürstbischof Maximilian Franz von Österreich.

Das südwestliche Torhaus direkt neben dem heutigen 1. Deutsch-Niederländischen Korps diente zunächst als Torschreiberei. Später ging es in den Besitz des Bundes über, bevor es nach längerem Leerstand an eine Privatperson verkauft wurde.<ref name="WN_2013-10-29">Westfälische Nachrichten: Alle wollen im Torhaus wohnen: Immobilie von 1778 stößt auf großes Interesse / Über 100 Anrufe nach WN-Anzeige, Münster, Münster, Gabriele Hollmoth, 29. Oktober 2013</ref> Es umfasst eine Wohnfläche von rund 100 Quadratmetern, eine Feuerstelle, eine alte Holztreppe sowie die ursprünglichen Holztüren.<ref name="WN_2013-10-29" />

Das nordöstliche Torhaus diente zunächst als die eigentliche Wache, bevor sie 1891 mit der seit 1847 im Stadtweinhaus untergebrachten Hauptwache vereinigt wurde. Die Auflösung der Wache erfolgte im Jahre 1918. Nachdem die Torhäuser die Luftangriffe auf Münster im Zweiten Weltkrieg praktisch unbeschadet überstanden hatten, nutzte die Druckerei Tumbrink das Gebäude in den Jahren von 1945 bis 1966. Anschließend diente es der Finanz- und Zollverwaltung, bevor es ab 1981 als Galerie für den Fachbereich Design der Fachhochschule Münster genutzt wurde. Ab 1997 stand das Gebäude leer und im Jahre 2000 übernahm die Stadt Münster das Gebäude, das sich zuvor in Bundesbesitz befand.<ref name="WN_2013-10-29" /> Seit dem Jahr 2004 ist der Stadtheimatbund Münster Mieter des nordöstlichen Torhauses, der nach einer umfassenden Renovierung sein Büro und Informationsportal dort eingerichtet hat.<ref name="WN_2013-10-29" /> Im September 2025 wurden weitere Sanierungsarbeiten abgeschlossen, bei denen Schäden durch aufsteigende Feuchtigkeit in den Wänden behoben wurden.<ref name="WN_2025-09-13">Westfälische Nachrichten: Sanierungsarbeiten am Torhaus: „Bedeutendes Zeugnis der Stadtgeschichte“, Münster, Münster, 13. September 2025</ref> Dazu wurden in den Außenwänden Edelstahlbleche als horizontale Sperre ins Mauerwerk eingebracht sowie der Sockel abgedichtet.<ref name="WN_2025-09-13" /> Der Innenputz wurde nach dem Abtragen durch eine diffusionsoffene Alternative auf Kalkbasis ersetzt.<ref name="WN_2025-09-13" /> Zum Tag des offenen Denkmals war das Bauwerk der Öffentlichkeit wieder zugänglich.<ref name="WN_2025-09-13" />

Architektur

Die beiden Häuser bestehen überwiegend aus rotem Backstein, während die Tür- und Fenstergewände aus Sandstein bestehen, ebenso wie das Kranzgesims, das den kompletten Bau umschließt. Die zur Straße gerichtete Front der beiden Häuser wurde recht aufwendig gestaltet: Sie verfügen jeweils über einen Portikus, einen Mitteleingang und Lisenen mit Fugenschnitt. Der Portikus selbst besteht aus jeweils vier Säulen, die mit dorischen Kapitellen verziert sind und ein Gebälk mitsamt Dreiecksgiebel tragen.

Einzelnachweise

<references />

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