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Tokunaga Sunao

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Tokunaga Sunao (jap. {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}; * 20. Januar 1899, in Hanazono (heute: Kumamoto), Präfektur Kumamoto; † 15. Februar 1958 in Tokio) war ein japanischer Schriftsteller.

Lebenslauf

Als ältester Sohn eines armen Pächters geboren, arbeitete er bereits vor Abschluss der Grundschule in wechselnden Anstellungen, beispielsweise als Drucker oder Schriftsetzer. Während seiner Lehrzeit besuchte er eine Weile eine Abendschule, brach sie aber ab. Beeinflusst von seinen Kollegen beim Kumamoto-Tabakvertrieb, wo er daraufhin angestellt war, widmete er sich der Literatur sowie der Arbeiterbewegung und beteiligte sich 1920 an der Gründung der Gewerkschaft der Kumamoto-Druckerei. Zur selben Zeit engagierte er sich auch in der Kumamoto-Ortsgruppe der Studentenvereinigung Shinjin-kai und lernte Hayashi Fusao kennen. 1922 ging er mit Unterstützung Yamakawa Hitoshis nach Tokio und arbeitete als Schriftsetzer in der Druckerei des Hakubunkan-Verlags (der späteren Kyōdō-Druckerei). Dort begann er zu schreiben. In einer Gewerkschaftszeitschrift veröffentlichte er 1925 Musansha no koi ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, dt. „Die Liebe der Besitzlosen“) und schrieb sein nächstes Werk Uma ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, dt. „Das Pferd“), das 1930 veröffentlicht wurde. Im folgenden Jahr misslang ein Streik der Kyōdō-Druckerei und Tokunaga wurde gemeinsam mit 1700 Kollegen entlassen.

In Fortsetzungen veröffentlichte er 1929 in der Zeitschrift Senki den Roman Taiyō no nai machi ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, dt. „Die Straße ohne Sonne. Ein japanischer Arbeiter-Roman“. Übersetzt von K. Itow und A. Raddatz. 1.-11. Tausend. Internationaler Arbeiter-Verlag, Berlin, Wien, Zürich 1930; der Autor erscheint auf der "Schwarzen Liste" zur NS-Bücherverbrennung im Mai 1933; in der DDR neu herausgeben vom Dietz Verlag, Berlin 1960), der auf den Erfahrungen dieser Zeit basierte, und nahm einen eigenen Platz ein als ein aus dem Arbeitermilieu stammender Autor proletarischer Literatur. Daraufhin entfaltete er seine Tätigkeiten als Schriftsteller, wurde aber beunruhigt von der Zunahme der Repressionen wie beispielsweise dem Mord an Kobayashi Takiji. In der Zeitschrift Chūō Kōron veröffentlichte er 1933 den Aufsatz Sōsaku hōhōjō no shintenkan ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, dt. „Die neue Wandlung in der Schreibmethode“), kritisierte Leute wie Kurahara Korehito, die auf dem politischen Vorrang der Literatur beharrten, und trennte sich von der Autorenliga NAPF (Esperanto für „Nippona Artista Proleta Federacio“). Im folgenden Jahr veröffentlichte er seinen Tenkō-Roman Fuyugare ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, dt. „Winterödnis“). 1937 beugte er sich dem Druck der Zeit, indem er beispielsweise persönlich verkündete, dass sein Taiyō no nai machi aus dem Druck genommen wird. Aber er gab nicht weiter nach. Zwar veröffentlichte er einerseits mit dem System übereinstimmende Werke wie Senkentai ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, „Vorausabteilung“, 1939), andererseits aber auch dem Lebensgefühl der einfachen, arbeitenden Leute entsprungene Werke wie Hataraku ikka ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, dt. „Eine arbeitenden Familie“, 1938) oder Hachinen sei ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, dt. „Das Acht-Jahre-System“, 1939) und versuchte, sein Gewissen als Schriftsteller zu beruhigen. Insbesondere das während des Krieges veröffentlichte Hikari o kakaguru hitobito ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, dt. „Die das Licht bringen“, 1943), das mit einer unbekümmerten Schilderung der Geschichte des japanischen Typendrucks vom humanistischen Standpunkt aus indirekt Krieg und Militarismus kritisierte.

Auch nach dem Krieg führte er ein aktives Schriftstellerleben mit Werken wie Tsuma yo nemure ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, dt. „Schlafe, meine Frau“, 1946) oder Nihonjin Satō ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, dt. etwa „Satō, ein Jaoaner“). Außerdem setzte er sich auch in der Literaturgesellschaft Neues Japan ein für die Förderung von Arbeiter-Schriftstellern und bildete Autoren aus wie Ozawa Kiyoshi. Insbesondere sein Shizukanaru yamayama ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, dt. „Stille Berge“, Berlin 1954), das auf Basis des Toshiba-Streiks den Kampf der Arbeiter und Bauern aus Suwa schildert, wurde in andere Sprachen übersetzt und fand große Anerkennung in der Sowjetunion als Beispiel japanischer Literatur der Fünfzigerjahre. Er unterstützte die Herausgabe der Zeitschrift Jinmin Bungaku ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, dt. „Volksliteratur“). Obwohl er in dieser Zeitschrift Miyamoto Yuriko angriff, unterstützte er weiterhin grundlegend die Arbeiterbewegung. Ohne den Roman Hitotsu no rekishi ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, dt. „Ein Stück Geschichte“) in der Zeitschrift Shin Nihon Bungaku fertiggestellt zu haben, starb er am 15. Februar 1958 in seinem Haus in Setagaya an den Folgen eines Magenkrebses im Endstadium, er wurde 59 Jahre alt.

Er lebte länger als seine Frau und heiratete erneut im Alter von 55 Jahren. Der Kritiker Tsuda Takashi wurde sein Schwiegersohn.

Weitere Hauptwerke

  • Nōritsuiinkai ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, dt. „Das Leistungskomitee“)
  • Shitsugyō Toshi Tōkyō ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, dt. „Tokio, die Stadt der Arbeitslosen“)
  • Shichōtai yo mae e ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, dt. „Nachschubbataillon, Vorwärts!“)
  • Reimeiki ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, dt. „Dämmerung“)
  • Hikōki Kozō ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, dt. „Der Flugzeugjunge“)
  • Saisho no Kioku ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, dt. „Die erste Erinnerung“)
  • Tanin no Naka ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, dt. „Unter Anderen“)
  • Hitoridachi ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, dt. „Selbstständigkeit“)
  • Aburateri ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, dt. „Ölglanz“)

Literatur

  • George Tyson Shea: Leftwing Literature in Japan. Hosei University Press, Tokio 1964, S. 276–285.
  • S. Noma (Hrsg.): Tokunaga Sunao. In: Japan. An Illustrated Encyclopedia. Kodansha, 1993. ISBN 4-06-205938-X, S. 1582.

Weblinks

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