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Todeszone – Nach dem Super-GAU in Biblis

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Todeszone – Nach dem Super-GAU in Biblis ist ein Dokumentarspiel bzw. eine Dokufiktion von Joachim Faulstich und Georg M. Hafner über einen fiktiven Störfall im Kernkraftwerk Biblis in Südhessen in der Nähe von Darmstadt. Der Film erschien 1991 im Nachgang des Beinahe-GAUs im AKW Biblis A<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Biblis A - Hintergrund (Memento vom 14. Juni 2012 im Internet Archive)</ref> und der Ereignisse rund um die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl.

Inhalt

Rahmenhandlung des Films ist eine Presserundfahrt in der nach einem kerntechnischen Unfall evakuierten Sperrzone. Dabei werden unter anderem die Städte Darmstadt und Rothenburg ob der Tauber besucht. Die Rundfahrt findet drei Monate nach dem Unfall statt. Es werden Bilder der evakuierten Städte mit zurückgelassenen Gegenständen gezeigt. Dazwischen werden Sequenzen gezeigt, die am Tag des Unfalls und kurz nach danach spielen. Zum Beispiel wird die Warnung der Bevölkerung, das ungeordnete Verlassen der Stadt und Messtrupps aus Frankfurt am Main, Bilder von einer Straßensperre, einer Notfallstation, einer Krankenstation, auf der Strahlenerkrankte behandelt werden, einem Lager für evakuierte Personen und am Ende einer Beerdigung gezeigt. Der Film endet damit, dass der Bus der Journalisten die Sperrzone verlässt. Während dieser Szenen wird aus Vorschriften oder Studien zitiert.

Zwischen den spielerischen Darstellungen kommen als Experten die Landräte Willi Blodt und Dietrich Kaßmann, der Physiker Lothar Hahn, der Volkswirt Hans-Jürgen Ewers, der Meteorologe Günter Gross und der Strahlenbiologe Edmund Lengfelder zu Wort. Sie machen Aussagen zum wahrscheinlichsten Unfallhergang, zum Katastrophenschutz und staatlichen Vorsorgemaßnahmen, der möglichen Verteilung radioaktiver Partikel und den möglichen gesundheitlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen einer Katastrophen.

Der Film kommt zu dem Fazit, dass eine Reaktorkatastrophe extrem verheerende Folgen für die deutsche Bevölkerung, den Staat und die Wirtschaft haben würde. So beziffert im Film der Volkswirt Ewers den möglicherweise entstehenden Schaden auf über vier Billionen Deutsche Mark (entspräche heute über 4 Billionen Euro). Weiterhin sei bei einem Reaktorunfall in Deutschland mit vier bis fünf Millionen Krebserkrankungen in der Bevölkerung zu rechnen. Die Mortalitätsrate aufgrund der freigesetzten Strahlung läge bei den Erkrankten anschließend bei schätzungsweise 50 Prozent.

Erstausstrahlung

Die Sendung wurde im Ersten Deutschen Fernsehprogramm am Donnerstag, 2. Mai 1991 um 20:15 Uhr erstausgestrahlt. Eine Wiederholung erfolgte erst am 23. April 2006 im HR-Fernsehen.<ref>Programmschwerpunkt „20 Jahre Tschernobyl“ in Radio und TV. (pdf) S. 3, abgerufen am 6. März 2026.</ref>

Kritik

Barbara Sichtermann schrieb in ihrer Fernsehkritik in der Wochenzeitung Die Zeit unter anderem

„Zieht man den Paranoia-Vorbehalt ab und einigt man sich darauf, daß es geschmacklich zweifelhaft ist, zum Jahrestag einer wirklichen Katastrophe mit wirklichen Opfern in Ängsten ob eines fiktiven Unfalls im eigenen Land zu schwelgen, so muß man zugeben, daß Joachim Faulstich und Georg M. Hafner ihr Szenario mit feiner Stilsicherheit entwickelt haben. Sie entgingen der Versuchung, den Schrecken durch Szenen der Panik zu bebildern, und konzentrierten sich ganz auf die unspektakuläre grause Ödnis ihrer ‚Todeszone‘.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Barbara Sichtermann: Die Zeit, 20/1991<ref>Barbara Sichtermann: Eigentlich Biblis. In: Die Zeit. 10. Mai 1991, abgerufen am 15. Februar 2026.</ref>

Hinweis: Sichtermanns Verweis auf den Jahrestag einer wirklichen Katastrophe bezieht sich auf die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl am 25. April 1986 (MESZ).

Weblinks

Filmbesprechungen

Einzelnachweise

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