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Tiroler Windröschen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

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Tiroler Windröschen
Datei:Anemone baldensis M. Baldo Anemone.JPG

Tiroler Windröschen (Anemone baldensis)

Systematik
Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Unterfamilie: Ranuncoloideae
Tribus: Anemoneae
Gattung: Windröschen (Anemone)
Art: Tiroler Windröschen
Wissenschaftlicher Name
Anemone baldensis
L.

Das Tiroler Windröschen (Anemone baldensis), auch Monte Baldo-Windröschen,<ref name="FloraWeb" /> Monte Baldo-Anemone<ref name="InfoFlora" /> oder Erdbeerfrüchtiges Windröschen<ref name="Seboth1881" /> genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Windröschen (Anemone) in der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae).<ref name="Euro+Med" /> Es wird auch Monte Baldo-Anemone oder Baldo-Windröschen genannt. Es gedeiht in den Alpen, vor allem in den Südalpen.

Beschreibung

Datei:Anemone baldensis (Baldo-Windröschen) IMG 8122.jpg
Habitus, Blätter und Blüte
Datei:Anemone baldensis ENBLA01.JPG
Stängel mit Hochblättern
Datei:Anemone baldensis (Baldo-Windröschen) IMG 8133.jpg
Blüte im Detail mit den weißen Blütenhüllblättern, den vielen Staubblättern und Fruchtblättern
Datei:Anemone baldensis-6058 - Flickr - Ragnhild & Neil Crawford.jpg
Blüte mit weißen, rosafarben überhauchten Blütenhüllblättern
Datei:Alpen-Flora (Page 7) BHL10387221.jpg
Illustration aus Alpen-Flora, S. 7

Vegetative Merkmale

Das Tiroler Windröschen ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen während der Anthese von 5 bis 12, selten bis zu 15 Zentimetern<ref name="InfoFlora" /> und bis zur Fruchtreife von bis zu 20 Zentimetern erreicht.<ref name="Tutin1993" /> Der Stängel ist behaart.

Die grundständigen Laubblätter sind doppelt dreizählig zusammengesetzt.<ref name="InfoFlora" /><ref name="Seboth1881" /> Die gestielten Blättchen sind dreischnittig mit mehrfach tief geteilten Abschnitten.<ref name="InfoFlora" /><ref name="Tutin1993" /> Der Stängel trägt in der unteren Hälfte einen Quirl von Hochblättern.<ref name="InfoFlora" /><ref name="Seboth1881" />

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Juni oder Juli bis August.<ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" /> Die Blüten stehen einzeln.<ref name="InfoFlora" /> Der zottig behaarte Blütenstiel verlängert sich bis zur Fruchtreife.<ref name="Seboth1881" /> Der Blütenstiel kann deutlich länger sein als der Stängel, dadurch ist der Hochblattquirl ist weit von der Blüte entfernt.

Die zwittrige Blüte ist bei einem Durchmesser von 2,5 bis 4 Zentimetern radiärsymmetrisch. Die fünf bis, meist acht bis zehn weißen, manchmal rosafarben überlaufenen Blütenhüllblätter sind außen lang behaart. In der Blüte befinden sich zahlreiche gelbe Staubblätter und Fruchtblätter.<ref name="InfoFlora" />

Im Fruchtstand befinden sich die Früchtchen dicht – erdbeerähnlich – angeordnet. Die Früchtchen sind dicht behaart und tragen am Grunde einen Schopf weißer Haare. Der Griffel verlängert sich nach der Anthese nicht.<ref name="InfoFlora" />

Die Polleneinheit und Ausbreitungseinheit ist eine Monade. Das Pollenkorn weist eine Größe vom 26 bis 50 µm auf. Die Pollen sind colpat, isopolar, spheroidal. Es sind drei Keimöffnungen (Aperturen) vorhanden; das triaperture Pollenkorn ist tricolpat.<ref name="PalDat2016" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16 oder 24.<ref name="InfoFlora" />

Ökologie

Hemikryptophyten.<ref name="InfoFlora" />

Vorkommen und Gefährdung

Fundortangaben gibt es für die Länder Deutschland (extrem selten<ref name="FloraWeb" />), Schweiz, Österreich, südöstliches Frankreich, nordwestliches Italien, Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro sowie Rumänien.<ref name="Euro+Med" /><ref name="GRIN" /> Vor allem in Südtirol, in den Dolomiten und im Monte-Baldo-Gebiet zwischen Etschtal und Gardasee kommt das Tiroler Windröschen vor.

Es gedeiht auf kalkhaltigen Böden der alpinen Höhenstufe in Höhenlagen von 1800 bis 3000 Metern. Auf steinigen Magerwiesen und in Felsschutt gedeiht das Tiroler Windröschen.

Anemone baldensis gedeiht in der Schweiz in Pflanzengesellschaften des Verbands Alpine Kalkblockflur (Thlaspion rotundifolii).<ref name="InfoFlora" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 1+ (unter-alpin, supra-subalpin und ober-subalpin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

In den nördlichen Kalkalpen kommt Anemone baldensis nur sehr selten vor und in den Westalpen ist sie stark gefährdet.

Taxonomie

Die Erstveröffentlichung von Anemone baldensis erfolgte 1767 durch Carl von Linné in Mantissa Plantarum. Generum Editionis VI et Specierum Editionis, Tomus II, 1, Seite 78.<ref name="Tropicos" /><ref name="Euro+Med" /><ref name="GRIN" /> Homonyme sind Anemone baldensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Lam. (in Encyclopédie Méthodique, Botanique, Band 1, 1785, S. 164.) und Anemone baldensis <templatestyles src="Person/styles.css" />G.Don (in A General History of the Dichlamydeous Plants, Band 1, 1831, S. 18.)<ref name="Tropicos" /> Das Artepitheton baldensis bedeutet „vom Monte Baldo“.

2005 erfolgte eine Neukombination zu Anemonoides baldensis <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Galasso, Banfi & Soldano durch Gabriele Galasso, Enrico Augusto Banfi und Adriano Soldano in Notes on systematics and taxonomy for the Italian vascular flora. 1. in Atti della Società Italiana di Scienze Naturali e del Museo Civico di Storia Naturale di Milano, Band 146, Nummer 2, S. 222.<ref name="Galasso2005" /> Dieser Ansicht folgen aber nicht alle Autoren.

Quellen

Literatur

  • Gunter Steinbach (Hrsg.): Alpenblumen (Steinbachs Naturführer). Mosaik Verlag GmbH, München 1996, ISBN 3-576-10558-1.
  • Josef Seboth: Die Alpenpflanzen nach der Natur gemalt, 1881, S. 1. eingescannt.

Einzelnachweise

<references> <ref name="InfoFlora"> Anemone baldensis L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="FloraWeb"> Anemone baldensis L. (Baldo-Windröschen). auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Tropicos"> Anemone baldensis bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Seboth1881"> Josef Seboth: Die Alpenpflanzen nach der Natur gemalt, 1881, S. 1. eingescannt. </ref> <ref name="Tutin1993"> Thomas Gaskell Tutin, J. R. Akeroyd: Anemone. In: </ref> <ref name="PalDat2016"> H. Halbritter, M. Sonnleitner, 2016: Datenblatt Anemone baldensis. In: PalDat = A palynological database. </ref> <ref name="Euro+Med"> E. von Raab-Straube, Ralf Hand, E. Hörandl, E. Nardi (2014+): Ranunculaceae. Datenblatt Anemone baldensis In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="Galasso2005"> Gabriele Galasso, Enrico Augusto Banfi, Adriano Soldano; Notes on systematics and taxonomy for the Italian vascular flora. 1. In: Atti della Società Italiana di Scienze Naturali e del Museo Civico di Storia Naturale di Milano, Band 146, Nummer 2, S. 222. eingescannt. </ref> </references>

Weblinks

Weiterführende Literatur

  • Jaakko Jalas, Juha Suominen: Atlas florae europaeae. Band 8: Nymphaeaceae to Ranunculaceae. Helsinki 1989, ISBN 951-9108-07-6.
  • S.Pignatti, Flora d'Italia. 1982.