Tindfjallajökull
Vorlage:Infobox Berg Der Tindfjallajökull ist ein Gletschervulkan im Süden von Island. An seiner höchsten Stelle, dem Gipfel Ýmir, ist er Vorlage:Höhe hoch.
Namen der Gipfel
Auch ein anderer Gipfel, Ýma, liegt wie Ýmir am Rande der Gipfelcaldera. Diese und weitere kleinere Gipfel tragen alle die Namen von Riesen, Zwergen und anderen Wesen der nordischen Mythologie (vgl. Edda). Allerdings wurden die Namen erst in der Neuzeit vergeben, aus dem Mittelalter sind keine Namen dieser Gipfel überliefert.<ref name="handb-765">Íslandshandbókin. 2. bindi. Örn & Örlygur, Reykjavík 1989, S. 765.</ref>
Lage
Tindfjallajökull liegt im Süden des Landes oberhalb von Fljótshlíð und grenzt an die Þórsmörk an. Im Osten von ihm befindet sich der Gletscherschild des Mýrdalsjökull, im Süden der Eyjafjallajökull. In seinem südlichen Vorfeld befinden sich die Spitzen der Tindfjöll.
Gletscher
Auch der Tindfjallajökull unterliegt der Tendenz zum Abschmelzen der Gletscher aufgrund der Klimaveränderungen. Seine Fläche wurde 1989 mit 26,8 km² angegeben.<ref name="handb-765" /> 20 Jahre darauf beträgt seine Fläche nur mehr 15 km².<ref name="jfi.is">Sverrir Guðmundsson et al.: Response of Glacier Mass Balance to Regional Warming. In: Jarðfræðafélag Íslands. Vorráðstefna. ágrip erinda og vespjalda. Haldin í Öskju, 28. April 2009, S. 42; Vorlage:Webarchiv abgerufen am 12. April 2010.</ref> Inzwischen ist er somit einer der kleinsten Gletscher in Island.
Der Gletscher befindet sich am Nordwestrand der Gipfelcaldera.<ref name="jfi.is" />
Vulkan
Unter diesem Gletscher verbirgt sich ein mächtiger Zentralvulkan mit Magmakammer, der vor ca. 52.000 Jahren den letzten großen Ausbruch hatte. Im Osten des Berges befindet sich folgerichtig ein Rhyolithgebiet, da dies ein SiO2-reiches Gestein ist, das im Allgemeinen in Zentralvulkanen vorkommt.<ref name="handb-765" />
Es handelt sich um einen der wenigen Stratovulkane in Island.<ref>Sigurlaug L. Skúladóttir: Þjóðgarðar. S. 9; Vorlage:Webarchiv abgerufen am 12. April 2010. Die wichtigsten anderen Stratovulkane in Island sind übrigens Eyjafjallajökull, Öræfajökull und Snæfellsjökull.</ref>
Vor etwa 200.000 Jahren während einer der Warmzeiten ereignete sich am Berg ein sehr großer explosiver Ausbruch, der Glutwolken und Pyroklastische Ströme in alle Richtungen schickte. An einigen Stellen vor allem im Tal der Þórsmörk sind die Ignimbritablagerungen meterdick. Bei einem weiteren derartigen Ausbruch vor ca. 53.000 Jahren brach die Magmakammer in sich zusammen und dabei bildete sich die große Caldera, die sehr deutlich aus der Luft zu erkennen ist.<ref name="handb-766">Íslandshandbókin. 2. bindi. Örn & Örlygur, Reykjavík 1989, S. 766.</ref>
Einige weitere Ausbrüche vor allem im Norden und Westen des Zentralvulkans sind in der späten Eiszeit bzw. der frühen Neuzeit (in Island vor ca. 9.000 Jahren) nachweisbar.<ref>Vorlage:GVP</ref>
Drei Hochtemperaturgebiete liegen im Bereich des Tindfjallajökull u. a. zwischen den Flüssen Innri- und Fremri-Botná.
Das namensgebende Bergmassiv der Tindfjöll, das sich durch seine schroffen Bergspitzen (Vorlage:IsS<ref>H.U. Schmid: Wörterbuch Isländisch – Deutsch. Buske, Hamburg 2001, S. 258.</ref>) auszeichnet, befindet sich im Süden des Gletschervulkans und ist mit diesem verbunden.
Bergsteigen
Der Gletscher ist ein beliebtes Ziel der Bergsteiger und Skifahrer. Deshalb befinden sich an seinem Fuße drei Hütten des isländischen Wandervereins. Die älteste datiert von 1945.<ref name="handb-766" />
Flüsse
Einige Flüsse haben ihren Quellbereich am Tindfjallajökull: Valá, ein Zufluss der Eystri-Rangá sowie Hvítmaga, Innri- und Fremri-Botnsá, die in den Markarfljót münden.
Siehe auch
Weblinks
Wissenschaftliche Beiträge
- Vorlage:GVP
- Karl A. Jørgensen: The Thorsmörk ignimbrite: An unusual comenditic pyroclastic flow in southern Iceland. In: Journal of Volcanology and Geothermal Research, 1980, Vol. 1, iss. 1, S. 7–22; Abstract. Science direct (englisch).
- Chemische Analyse der Tindfjallajökull-Ignimbrite in der Þórsmörk. (PDF) Univ. Kopenhagen (englisch).
Andere
- Skifahren am Tindfjallajökull. skimountaineer.com (englisch).
Einzelnachweise
<references />