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Tigranes III.

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Tigranes III.<ref>Zählung nicht einheitlich; vgl. dazu Torsten Bendschus: Tigranes V. und seine Münzen, Armenische Herrscherlegitimation des frühen 1. Jhdts. n. Chr. im Spiegel der numismatischen Zeugnisse. In: Numismatische Zeitschrift 124 (2018), S. 9–54, hier: S. 14, Anm. 20.</ref> war Sohn des Artavasdes II., Enkel des Tigranes II.<ref>Res gestae divi Augusti 27; Iosephus, antiquitates Iudaicae 15,105.</ref> sowie Bruder des Artaxes II.<ref>Iosephus, antiquitates Iudaicae 15,105.</ref> und König von Armenien von ca. 20–8 v. Chr. Er wurde bei der Eroberung Armeniens durch Marcus Antonius 34 v. Chr. in Gefangenschaft genommen und mit Vater und Brüdern in Ketten nach Alexandreia verschleppt.<ref>Iosephus, antiquitates Iudaicae 15,104; Cassius Dio 51,16,1.</ref> Sein Vater fand dort auf Befehl des Antonius den Tod.<ref>Tacitus, annales 2,3.</ref> Nach der Eroberung Alexandrias durch Octavian 30 v. Chr. wurde er trotz Bitten seines Bruders nicht zurückgegeben, sondern nach Rom verbracht. Als die Armenier sich gegen Artaxes erhoben und Tigranes, der sich in Rom befand, auf den Thron beriefen, entschlossen die Römer, diesem die Herrschaft zu geben und entsandten ihn im Gefolge eines Heeres nach Armenien; doch wurde Artaxes noch vor dem Eintreffen der Römer von einer romfreundlichen Hoffraktion zu Tode gebracht, worauf Tigranes schließlich um 20 v. Chr. durch Tiberius als König eingesetzt wurde.<ref>Res gestae divi Augusti 27; Velleius Paterculus 2,94; Iosephus, antiquitates Iudaicae 15,105; Tacitus, annales 2,3; Sueton, Tiberius 9; Cassius Dio 51,16,2; 9,4–5.</ref> Über seine Regierungszeit ist nur wenig bekannt. Es scheint jedoch zu Annäherungen an die Arsakiden gekommen zu sein, da sein mutmaßlicher gleichnamiger Sohn Tigranes IV. ohne römische Zustimmung um 8 v. Chr. den armenischen Thron bestieg und diesen mit arsakidischer Unterstützung gegen des römischen Kandidaten Artavasdes III., behauptete.<ref>Tacitus annales II,4, Velleius Paterculus 2,94; vgl. Torsten Bendschus: Tigranes V. und seine Münzen, Armenische Herrscherlegitimation des frühen 1. Jhdts. n. Chr. im Spiegel der numismatischen Zeugnisse. In: Numismatische Zeitschrift 124 (2018), S. 9–54, hier: S. 14f. Einschränkend sei darauf hingewiesen, dass die genauen Verwandtschaftsverhältnisse nicht sicher geklärt sind. </ref> Die Münzprägung Tigranes’ III. umfasst eine zusammenhängende Serie von Silber- und Bronzemünzen, die sich durch die Darstellung der armenischen Tiara mit charakteristischem Sternkamm auszeichnen. Ein Wandel in der Darstellungsweise wurde in der Forschung teilweise als chronologische Entwicklung innerhalb seiner Herrschaft gedeutet, insbesondere im Hinblick auf eine stärkere Anlehnung an die Parther. Diese Argumente sind allerdings nicht zwingend.<ref>Torsten Bendschus: Tigranes V. und seine Münzen, Armenische Herrscherlegitimation des frühen 1. Jhdts. n. Chr. im Spiegel der numismatischen Zeugnisse. In: Numismatische Zeitschrift 124 (2018), S. 9–54, hier: S. 17–21, Nr. 1–12, S. 32–37.</ref> Die Nachkommen Tigranes’ III. lebten nach ausländischer Sitte in Geschwisterehe und teilten einander die Herrschaft, konnten sich jedoch nicht dauerhaft behaupten.<ref>Tacitus, annales 2,3. Als seine Nachkommen werden traditionelle Tigranes IV. und Erato betrachtet; widersprechend Roy Arakelian/Maxime K. Yevadian: Erato, reine d’Arménie. Étude historique et numismatique. In: Journal of Ancient Civilizations 36/1 (2021), S. 67–137.</ref>

Literatur

Anmerkungen

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{{#if: Tigranes III. | {{#if: | {{#if: König von Armenien | {{#if: 1. Jahrhundert v. Chr. | {{#if: | {{#if: 1. Jahrhundert v. Chr. | {{#if: |

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