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Tignale

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Vorlage:Infobox Gemeinde in Italien

Datei:Map of comune of Tignale (province of Brescia, region Lombardy, Italy).svg
Lage der Gemeinde Tignale in der Provinz Brescia

Tignale (Dialekt: Tignàl) ist eine italienische Gemeinde (comune) mit Vorlage:EWZ Einwohnern (Stand Vorlage:EWD) in der Provinz Brescia, Region Lombardei.

Etymologie

Tignale wurde erstmals 1212 urkundlich erwähnt. Im 15. Jahrhundert tauchen die Namen Tignalis und Tignalum auf. Im 1467 verfassten Gemeindestatut erscheint es als Tignalo und 1610 als Tignal. Nach Carlo Battisti leitet sich der Name aus dem vorrömischen tina ab, was in etwa „Beet“ oder „geschnittener Heustreifen“ bedeutet. Angelico Prati sieht dagegen einen Ursprung aus dem lateinischen tignum (deut. Balken). Nach Dante Olivieri stammt Tignale aus dem Wort tigna dem lombardischen tegna und bezieht sich auf einen dürren Landstrich.<ref name="Bresciana">Tignale. In: Enciclopedia Bresciana.</ref>

Geographie

Lage und Umgebung

Die Streugemeinde liegt etwa 45 km nordöstlich von der Provinzhauptstadt Brescia an der Westseite des Gardasees zwischen Gargnano und Limone sul Garda. Das Gemeindegebiet erstreckt sich auf einer Hochfläche über dem Gardasee zu Füßen des Dosso Piemp (Vorlage:Höhe) und des Dosso della Forca (Vorlage:Höhe) in den Gardaseebergen. Durch das Gemeindegebiet führen mehrere schluchtartige Täler. Mehrere Erhebungen und Senken verleihen der Hochfläche von Tignale ein unregelmäßiges Aussehen.<ref name="Bresciana" /> Höchster Punkt im Gemeindegebiet ist der Monte Puria (Vorlage:Höhe), der tiefste liegt am alten Hafen von Tignale am Ufer des Gardasees (Vorlage:Höhe).<ref>Vorlage:EnciclopedieOnlineITA</ref> Letzterer ist auf dem Schwemmkegel des Torrente Val di Piovere entstanden, einer von mehreren Wasserläufen, die zumeist tief eingeschnitten durch das Gemeindegebiet verlaufen. Weitere Wasserläufe sind der Torrente Val di Baes, der ebenfalls in den Gardasee mündet sowie der Torrente Valle di Paül und Valle di Bornico, die beide Zuflüsse des Torrente Val di Piovere sind und durch die gleichnamigen Täler im Westen des Gemeindegebiets fließen. Die zur Gemeinde Tignale gehörenden Ortschaften und Siedlungen liegen etwa zwischen Vorlage:Höhe und Vorlage:Höhe Höhe. Am Ostrand der Hochfläche von Tignale liegt der mehrere hundert Meter steil zum Gardasee abfallende Monte Cas (Vorlage:Höhe).<ref name="Bresciana" /> Tignale liegt im Regionalpark Parco Alto Garda Bresciano.

Geologie

Geologisch gesehen ist die Hochfläche von Tignale eine von der Moräne des Etschgletschers hinterlassene Gletscherterrasse.<ref name="Bresciana" />

Klima

Die klimatischen Bedingungen in Tignale entsprechen den meisten auf dieser Höhe gelegenen Orten am Gardasee. Durchschnittliche Maximaltemperatur ist 17,7 °C, Minimaltemperatur 9 °C. Eine Temperatur unter null Grad tritt im Durchschnitt nur im Januar auf.

Vorlage:Klimatabelle

Gemeindegliederung

Zur Gemeinde Tignale gehören neben dem Hauptort und Gemeindesitz Gardola noch fünf weitere Fraktionen: Aer, Oldesio, Olzano, Piovere und Prabione. Die Nachbargemeinden sind Brenzone sul Garda (VR), Gargnano, Magasa, Malcesine (VR), Tremosine sul Garda und Valvestino.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Tignale und die Umgebung bieten zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Bekannteste Beispiele sind:

Regelmäßige Veranstaltungen

Des Weiteren finden mehrmals im Jahr verschiedene Märkte wie ein Mittelaltermarkt statt, bei denen sich der gesamte Ort als „Mittelalterdorf“ ausgibt und die Bewohner selbst hergestellte Gegenstände und Waren anbieten.

Pra dela Fam

Datei:Ecomuseo della Limonaia Pra de la Fam - Canon 1668.jpg
Pra dela Fam

Auf Seehöhe liegt der Pra dela Fam (Dialekt für „Hungerwiese“), ein lange Zeit isolierter schmaler Uferstreifen am Gardasee. Dort entstand in der Mitte des 18. Jahrhunderts eine Limonaia für den Anbau von Zitrusfrüchten.<ref>Prato della Fame. In: Antonio Fappani: Enciclopedia Bresciana. Band 14: Pr–Re. La voce del popolo, Brescia 1997, S. 32.</ref> Besonderheit ist die Bauform als galerieartiger Bau, der die Bäume im Winter vor Frost und Wettereinfluss schützen sollte. Für Zitronenbäume, die eine ganzjährige Reifezeit haben, musste ein künstliches Klima geschaffen werden.

Seiten- und Rückwand des Zitronengartens bildeten die Felswände, während die Vorderseite zum See geöffnet blieb. Auf einer zwei Meter hohen Schutzmauer wurden acht Meter hohe steinerne Pfeiler errichtet. Pfeiler und Mauer waren oben mit einer Holzbalkenkonstruktion quer und längs untereinander verbunden. Sie dienten zur Auflage der Holzdächer, die die Bäume im Winter vor Frost bewahrten, ergänzt durch die zwischen den Pfeilern eingesetzten Glasfenster. So wurden die Zitronenhaine im Winter in geschlossene „Gewächshäuser“ verwandelt.

Der große Aufschwung im Zitronenanbau begann in den 70er Jahren des 18. Jahrhunderts. Die Ernteerträge steigerten sich bis 1840 auf rund sechs Millionen Früchte pro Jahr. Sizilien konnte jedoch bereits 1870 billigere Produkte auf den Markt bringen. Ein rückläufiger Trend setzte ein und verstärkte sich langsam aber stetig trotz der besseren Qualität der Früchte am Gardasee. Den Zusammenbruch brachte der „schwarze Winter“ 1928/29, als am gesamten See so gut wie alle Zitronenbäume erfroren.

Fischerei- und Sporthafen

Datei:Tignale Harbour from SS45bis.jpg
Der Hafen von der SS45bis aus gesehen

Obwohl Tignale etwa 550 m über dem See liegt, verfügt die Gemeinde dennoch über einen kleinen Fischerei- und Sporthafen am See, der durch Touristen und Anwohner ebenfalls als Badestelle benutzt wird.

Öffentliche Einrichtungen

Datei:Tignale-Town hall.jpg
Das Rathaus im Ortsteil Gardola

Als öffentliche Einrichtungen sind zu nennen: das Rathaus (ital. municipio), Touristeninformation sowie ein Postamt.

Galerie

Literatur

  • Enrico Mariani: Monte Castello di Tignale: Un santuario del Garda fra Trento e Brescia. Vannini, Gussago 2004, ISBN 88-7436-037-1.
  • Tignale. In: Antonio Fappani: Enciclopedia Bresciana. Bd. 19 Tie–Ud, La voce del popolo, Brescia 2004.

Weblinks

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Einzelnachweise

<references />

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Vorlage:Normdaten