Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338 Theologische Hochschule Reutlingen – WikipediaZum Inhalt springen
Als staatlich anerkannte Hochschule nimmt die Theologische Hochschule Reutlingen einen allgemeinen Bildungsauftrag in Kirche und Gesellschaft wahr und orientiert sich in Forschung, Lehre und Dienstleistung an den entsprechenden Standards.
Sie ist eine ökumenisch und international ausgerichtete Hochschule. Als solche pflegt sie vielfältige Beziehungen zu Hochschulen und Kirchen in aller Welt. Das Bildungsangebot gilt Studierenden aus allen Kirchen und Kulturen.
Sie ist die Theologische Hochschule der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die Teil der weltweiten United Methodist Church ist. Als solche bildet sie seit 1858 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen dieser Kirche und trägt als theologisches Kompetenzzentrum in Europa zu ihrer Entwicklung und Profilierung bei. Ihr Leitspruch lautet „gelebter Glaube - befreites Denken - tätige Liebe“.<ref>Wissenschaftsrat: Stellungnahme zur Reakkreditierung der Theologischen Hochschule Reutlingen (THR). 28. Januar 2011, abgerufen am 22. Dezember 2017.</ref>
Datei:THR Gebäude.jpgBlick über das Lehrgebäude rechts auf das historische Gebäude Haus Schmepp mit einigen der Studierendenwohnungen und der Mensa.
Theologie (Bachelor und Master)
Das Studienangebot umfasst einen berufsqualifizierenden Bachelorstudiengang „Theologie“ und einen konsekutiven Masterstudiengang „Theologie“. Beide Studiengänge sind akkreditiert.<ref>Wissenschaftsrat: Hintergrundinformation Theologische Hochschule Reutlingen (THR). 30. Januar 2011, abgerufen am 22. Dezember 2017.</ref>
Der Bachelorstudiengang dient dem Erwerb grundlegender Kenntnisse der wissenschaftlichen Theologie und weiterer außerfachlicher und praktischer Qualifikationen. Er qualifiziert für eine Tätigkeit als Diakonin oder Diakon sowie für andere Arbeitsfelder innerhalb und außerhalb der Kirche.
Mit dem Studienjahr 2020/2021 bietet die Hochschule den Studienschwerpunkt "Soziale Arbeit und Diakonie" in den theologischen Studiengängen an, der zu einem auf sieben Semester angelegten Bachelorstudiengang mit einem berufsqualifizierenden Abschluss in Sozialer Arbeit ausgebaut wird.<ref>Schwerpunkt Soziale Arbeit und Diakonie. Abgerufen am 15. Juni 2020.</ref>
Der Masterstudiengang vermittelt vertiefte theologische Kenntnisse sowie zusätzliche außerfachliche und praktische Kompetenzen. Er qualifiziert für den pastoralen Dienst und andere leitende Tätigkeiten in Kirche und Gesellschaft.
Christliche Spiritualität im Kontext verschiedener Religionen und Kulturen (Master)
Der berufsbegleitende Masterstudiengang "Christliche Spiritualität im Kontext verschiedener Religionen und Kulturen" wurde im Wintersemester 2017/2018 eingeführt und richtet sich an Personen, die ihr Wissen über christliche Spiritualität vertiefen, Spiritualität praktisch einüben und angesichts der gegenwärtigen Pluralität der Weltanschauungen dialogfähiger werden wollen. Das gilt für pastorale und diakonische Berufe, in denen gelebte Spiritualität zur täglichen Praxis gehört, im weiteren Sinne aber auch für pädagogische, therapeutische und beratende Berufe. Das Studium ist auf 4 Semester angelegt – mit Präsenzzeiten an mehreren Wochenenden.
Er umfasst die Basismodule:
Einführungsmodul
Christliche Spiritualität und Bibel
Christliche Spiritualität in Geschichte und Ökumene
Christliche Spiritualität im interkulturellen und interreligiösen Kontext
Die Praxis christlicher Spiritualität
Sowie die Wahlmodule:
Christliche Spiritualität in lebensgeschichtlicher Perspektive
Christliche Spiritualität in Kunst und Musik
Christliche Spiritualität und Gesundheit
Christliche Spiritualität und systemische Kommunikation
Christliche Spiritualität und Fresh X (neue Ausdrucksformen der Kirche)
Das Studium ist auf 4 Semester angelegt mit Präsenzzeiten an mehreren Wochenenden.
Forschungsschwerpunkte
Geschichte und Theologie des Methodismus
Aus der Einbindung der Hochschule in Theologie und Praxis der deutschen Freikirchen ergibt sich die Freikirchenforschung als eines der Hauptforschungsgebiete. Schwerpunktmäßig geschieht diese Forschung im Bereich des Lehrstuhls für Kirchengeschichte, Methodismus und Ökumenik.
Die Theologische Hochschule Reutlingen verfügt mit dem Bibliotheksbestand und dem Zentralarchiv der EmK über den derzeit umfangreichsten Bestand an Fachliteratur zum Methodismus im deutschsprachigen Raum. Die Hochschule ist Mitglied sowohl der europäischen als auch der weltweiten methodistischen Historischen Kommission für Geschichte und Archivwesen, die Forschungs- und Publikationsprojekte fördern sowie Symposien durchführen. An der Theologischen Hochschule Reutlingen finden regelmäßige Zusammenkünfte des Beirats der Studiengemeinschaft für Geschichte der Evangelisch-methodistischen Kirche statt, dessen Leitung die Lehrstuhlinhaberin für Kirchengeschichte, Methodismus und Ökumenik innehat, um die Forschung und Publikation von Forschungsergebnissen zu Themen methodistischer Geschichte und Theologie zu fördern.<ref>Wissenschaftsrat: Stellungnahme zur Akkreditierung des Theologischen Seminars Reutlingen. 28. Januar 2005, abgerufen am 22. Dezember 2017.</ref>
Kommunikation des Evangeliums in der säkularen Gesellschaft
Die Arbeit in diesem Forschungsbereich geschieht in unterschiedlichen Teildisziplinen, insbesondere jedoch im Bereich der Praktischen Theologie. Der durch Drittmittel getragene Stiftungslehrstuhl "E. Stanley Jones Chair of Evangelism" wurde 1992 eigens für diesen Forschungsbereich eingerichtet. Die Theologische Hochschule Reutlingen verfügt über einen der drei außerhalb der USA angesiedelten E. Stanley Jones Lehrstühle für Theologie der Evangelisation. Weltweit existieren 13 dieser von der US-amerikanischen Stiftung „Foundation for Evangelism“ unterstützten Lehrstühle, zu deren Aufgabe Lehrveranstaltungen und Forschungsprojekte und Publikationen im (kirchen-)soziologischen, homiletischen und kybernetischen Bereich (Gemeindeentwicklung) zählen.<ref>Wissenschaftsrat: Stellungnahme zur Akkreditierung des Theologischen Seminars Reutlingen. 28. Januar 2005, abgerufen am 22. Dezember 2017.</ref>
Kooperationen
Die Theologische Hochschule Reutlingen steht im Verbund mit weiteren Hochschulen der United Methodist Church in aller Welt. Sie unterhält Kooperationen mit anderen Hochschulen im In- und Ausland und pflegt eine Vielzahl innerkirchlicher und ökumenischer Kontakte.
Kooperationen mit Hochschulen der United Methodist Church weltweit:
Im Jahre 1877 wurde in Reutlingen das Predigerseminar der Evangelischen Gemeinschaft gegründet. Im Zuge der Kirchenvereinigung von 1968 wurden in diesem Jahr auch die Ausbildungsstätten der Bischöflichen Methodistenkirche und der Evangelischen Gemeinschaft zusammengeführt. Der Standort befand sich nach der Vereinigung übergangsweise am vormaligen Sitz der Bischöflich Methodistischen Predigerschule in Frankfurt/Main (Ginnheim). 1971 erfolgte der Umzug in die neuen bzw. erneuerten Gebäude in Reutlingen. 1991 fand die Vereinigung mit dem Theologischen Seminar Bad Klosterlausnitz statt, in welchem seit 1952 die theologische Ausbildung für die Methodistenkirchen in der DDR erfolgte.<ref>Roland Gebauer: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Theologie für die Praxis: Das Theologische Seminar Reutlingen (Memento vom 21. November 2015 im Internet Archive), in: Evangelikale Theologie – Mitteilungen 10/1 (2004) auf www.afet.de.</ref>
Ab 2005 war das Theologische Seminar Reutlingen staatlich anerkannte Fachhochschule. Der offizielle Titel lautete Theologisches Seminar Reutlingen – staatlich anerkannte Fachhochschule der Stiftung Theologisches Seminar der Evangelisch-methodistischen Kirche.
Am 5. Oktober 2008 erfolgte die Umbenennung in Theologische Hochschule Reutlingen.
Direktoren bzw. Rektoren seit 1968: Karl Steckel (1968–1977), Walter Klaiber (1977–1989), Manfred Marquardt (1989–2001), Holger Eschmann (2001–2007), Jörg Barthel (2007–2013), Roland Gebauer (2013–2021), Christof Voigt (seit 2021).