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Theologische Hochschule Friedensau

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Theologische Hochschule Friedensau
colspan="2" class="notheme" style="background-color:#Vorlage:Standardfarbe; padding: 1em 0; text-align: center;" | Datei:Logo Theologische Hochschule Friedensau.jpg
Gründung 1899
Trägerschaft kirchlich
Ort Möckern-Friedensau
Bundesland Sachsen-AnhaltDatei:Flag of Saxony-Anhalt (state).svg Sachsen-Anhalt
Land DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland
Rektor Roland E. Fischer<ref>Theologische Hochschule Friedensau > Rektor. Abgerufen am 24. November 2019.</ref>
Studierende 226 (SoSe 2023)<ref name="studierende">Statistischer Bericht - Statistik der Studierenden - Sommersemester 2023, Tabelle 21311-07. (XLSX; 1,1 MB) Statistisches Bundesamt, abgerufen am 26. April 2024.</ref>
Mitarbeiter 83 (2022)<ref name="mitarbeiter">Statistischer Bericht - Statistik des Hochschulpersonals 2022, Tabelle 21341-10. (XLSX; 1,5 MB) Statistisches Bundesamt, abgerufen am 26. April 2024.</ref>
davon Professoren 3 (2022)<ref name="mitarbeiter"/>
Website www.thh-friedensau.de
Datei:Friedensau alteSchule SW.jpg
Otto-Lüpke-Haus, Rektoratsgebäude der Theologischen Hochschule Friedensau

Die Theologische Hochschule Friedensau ist eine staatlich anerkannte Hochschule in freikirchlicher Trägerschaft mit Sitz in Friedensau, einem Ortsteil der Stadt Möckern in Sachsen-Anhalt. Sie wird von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten getragen.

Geschichte

1899 auf Initiative von Ludwig Richard Conradi als „Industrie- und Missionsschule“ mit zunächst sieben Schülern in Friedensau gegründet, entwickelte sie sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einer kirchlichen Bildungseinrichtung für den gesamten mittel- und osteuropäischen Raum. Von seiner Gründung bis nach dem Zweiten Weltkrieg fungierte der Deutsche Verein für Gesundheitspflege als Träger der Einrichtung, bis sie als kirchliche Institution anerkannt wurde.<ref>Stephen Zechendorf: Friedensau stand schon mehrmals vor dem Aus. Abgerufen am 15. Juli 2024.</ref>

In der Blütezeit bis zum Ersten Weltkrieg absolvierten jährlich bis zu 250 Personen ihre Ausbildung. Ab 1914 wurde ein Teil der Schulgebäude als Lazarett genutzt. Erst 1919 konnte der Unterricht wieder aufgenommen werden. Im Verlauf des Zweiten Weltkrieges musste der Lehrbetrieb erneut eingestellt werden. 1943 beschlagnahmte die Wehrmacht die meisten Gebäude und richtete erneut ein Lazarett ein.<ref>Stefan Duhr, Ralph Köhler: Bewegte Geschichte und Gegenwart. Die Bibliothek der Theologischen Hochschule Friedensau. In: Johannes Hartlapp, Stefan Höschele (Hg.): Geschichte – Gesellschaft – Gerechtigkeit. Festschrift für Baldur Edmund Pfeiffer zum 70. Geburtstag. Frank & Timme, Berlin 2007, ISBN 978-3-86596-149-5, S. 51–62, hier S. 52.</ref> Die sowjetische Armee nutzte Friedensau später ebenfalls als Lazarett. 1947 wurden die Gebäude wieder freigegeben.

In den 40 Jahren der DDR konnte sich das Seminar behaupten und entwickelte sich zur Hochschule, die seit 1990 staatlich anerkannt ist. Heute ist die Theologische Hochschule Friedensau neben der Hochschule für Kirchenmusik in Halle eine der beiden kirchlichen Hochschulen in Sachsen-Anhalt. Derzeit lehren vierzehn Professoren mit ihren Mitarbeitern an der Hochschule.

Studiengänge

Die Theologische Hochschule umfasst die Fachbereiche „Theologie“ und „Christliches Sozialwesen“. Folgende Studiengänge werden angeboten:

  • Theologie (B.A.)
  • Theologie (M.A.)
  • Master of Theological Studies (M.T.S.), mit Schwerpunkten Adventist Studies und Mission Studies (seit Oktober 2008, in englischer Sprache)
  • Pastoral Ministry (M.A., in englischer Sprache)
  • Soziale Arbeit (B.A.)
  • International Social Work (B.A., seit Oktober 2024 in englischer Sprache)
  • Development Studies] (Internationale Sozialwissenschaften) (M.A., seit Oktober 2008 in englischer Sprache)
  • Development Studies (M.A.) – online (in englischer Sprache)
  • Counseling] (Beratung) (M.A.)
  • Musiktherapie (M.A.)

Die ThHF besitzt bisher nicht das Promotionsrecht. Promotionsbegleitung findet statt in Zusammenarbeit mit der GBFE, der Gesellschaft für Bildung und Forschung in Europa e.V. Ein eigenes Promotionsrecht wird angestrebt.

Einrichtungen

Datei:Friedensau HochschulBuecherei.jpg
Die Friedensauer Hochschulbibliothek

An der Hochschule sind neben den klassischen Abteilungen der akademischen Fächer die folgenden Institute angesiedelt<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Institutübersicht auf der Website der Hochschule (Memento vom 3. Januar 2016 im Internet Archive)</ref>:

  • Historisches Archiv der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Europa
  • Institut für adventistische Geschichte und Theologie
  • Institut für Bibelwissenschaften und biblische Archäologie
  • Institut für Musiktherapie
  • Institut für Kirchenmusik
  • Institut für Sprachen]
  • Arthur-Daniells-Institut für Missionswissenschaft
  • An-Institut für ganzheitliches Wohlbefinden, Resilienz und Spiritualität
  • An-Institut für Weiterbildung
  • An-Institut für Religionsfreiheit

Die Hochschulbibliothek umfasst ca. 150.000 Einheiten und kann von Sonntag bis Donnerstag (10 bis 19 Uhr), freitags bis 13 Uhr (mit Leserausweis) genutzt werden.

Publikationen

Zu den regelmäßig erscheinenden Publikationen zählen

  • Die theologische Zeitschrift Spes Christiana
  • Drei Serien der Friedensauer Schriftenreihe] (A: Theologie; B: Gesellschaftswissenschaften; C: Musik-Kirche-Kultur)

Bekannte Absolventen

Bekannte Lehrer und Dozenten

Seminardirektoren, Seminarleiter, Schulleiter, Direktoren (bis 1990)

  • Otto Lüpke (1871–1914), Seminardirektor 1899–1914<ref name=":0">75 Jahre Friedensau Ein Zeugnis des Glaubens. In: Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten (Hrsg.): Festschrift. Union-Verlag (VOB), Berlin (Ost) 1974, S. 133.</ref>
  • Erich Meyer (1879–1958), Seminardirektor 1914–1917 und 1920–1921<ref name=":0" />
  • Joseph Eßer (1864–1950), Seminardirektor 1917, Oberpfleger<ref name=":0" />
  • Wilhelm Mueller, Seminardirektor 1919–1920 und 1921–1925<ref name=":0" />
  • Bruno Ohme, Seminardirektor 1925–1928<ref name=":0" /><ref name=":1"></ref>
  • Richard Dangschat, Seminardirektor 1933–1934<ref name=":0" />
  • Curt Wilhelm Michael (1884–1945), Seminardirektor 1928–1934 und 1939–1945<ref name=":0" />
  • Walter Heinrich Eberhardt (1902–1980), Seminardirektor 1934–1939 und Seminarleiter 1947–1954<ref name=":0" />
  • Siegfried Lüpke (1903–1973), Seminarleiter 1954–1968<ref name=":0" /><ref name=":1" />
  • Felix Schönfeld (1925–2015), Schulleiter 1968–1982<ref name=":0" />
  • Manfred Böttcher (1926–2019), Direktor 1982–1990<ref name=":0" />
  • Bernhard Oestreich, Direktor 1990–1991

Rektoren (ab 1991)

Siehe auch

Literatur

  • Stefan Duhr: Die Bibliotheken freikirchlicher theologischer Seminare in der SBZ/DDR 1945–1990. Dargestellt an den Bibliotheken der Theologischen Seminare in Friedensau bei Magdeburg und Buckow bei Berlin. Magisterarbeit an der Humboldt-Universität zu Berlin, Philosophische Fakultät I, Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft, 2007 (online).
  • Johannes Hartlapp: 125 Jahre Friedensau. Eine Chronik. Theologische Hochschule Friedensau, Friedensau 2025, ISBN 978-3-935480-99-4.

Weblinks

Commons: Theologische Hochschule Friedensau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

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<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang

Universitäten

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg • Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Fachhochschulen

Hochschule Anhalt • Hochschule Magdeburg-Stendal • Hochschule Merseburg • Hochschule Harz • Fachhochschule Polizei Sachsen-Anhalt • Steinbeis Hochschule

Kunst-, Musik- und Kirchliche Hochschulen

Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle • Evangelische Hochschule für Kirchenmusik Halle • Theologische Hochschule Friedensau

Vorlage:Klappleiste/Ende

Koordinaten: 52° 12′ 41,8″ N, 11° 59′ 3,2″ O

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