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Teusserschlößchen

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Datei:Loewenstein Wasserschloss Lautereck 20061202.jpg
Teusserschlößchen
Datei:Teusserbad-18Jhd.jpg
Plan des „Gräflich Löwensteinischen Gesund-Baades“ mit Wasserschloss aus dem 18. Jh.
Datei:Theusserbad 1897.jpg
Auf dieser Ansichtskarte aus dem 19. Jahrhundert wird das Gebäude als Badeschlösschen bezeichnet.

Das Teusserschlößchen, auch Teusserbadschlößchen, Badschlößchen, unteres herrschaftliches Schlößchen oder in neuerer Zeit fälschlicherweise als Wasserschloss Lautereck bezeichnet, ist ein Wasserschloss im Löwensteiner Ortsteil Teusserbad.

Lage

Das Schloss steht in einem von der Teusserquelle gespeisten See im oberen Tal der Sulm unterhalb der Stadt Löwenstein.

Geschichte

Die Teusserquelle war vielleicht bereits in germanischer Zeit als Weihbrunnen bekannt, aber erst seit dem Bauernkrieg 1525 sind überhaupt eine Nutzung der Quelle und dort befindliche Bebauung belegt.<ref>Dudeck/Schrein 1987, S. 389.</ref> Die Quelle wurde bereits im 16. Jahrhundert für Badekuren genutzt, in den von ihr gespeisten Seen fand außerdem Fischzucht statt. Im späten 19. Jahrhundert begann man mit der Abfüllung von Sprudel aus der Teusser-Quelle, während der Bade- und Kurbetrieb bis in die 1930er Jahre endete.

Die erste Erwähnung des Schlösschens erfolgte 1623, als der Löwensteiner Graf Friedrich Ludwig ein in einem See der Kuranlagen bestehendes Sommerschlösschen instand setzen ließ. Die Fachwerkbalken waren vermodert, so dass bereits bei der Ersterwähnung von einem höheren Alter ausgegangen werden kann. Mit den Ausbesserungsarbeiten von 1623 erhielt das Schlösschen auch schon seine heutige Gestalt.<ref>Dudeck/Schrein 1987, S. 394.</ref> Nach 1730 war es Teil des Kurbetriebs in Teusserbad und hatte Gästezimmer für illustre Gäste sowie einen eigenen Heizkessel für warme Bäder.<ref>Dudeck/Schrein 1987, S. 306.</ref> 1801 war es dann sanierungsbedürftig und nicht mehr Teil des Kurbetriebs.<ref>Dudeck/Schrein 1987, S. 399/400.</ref> 1822 wurde das Schloss durch Fürst Georg von Löwenstein renoviert<ref>Dudeck/Schrein 1987, S. 400.</ref> und 1823 wurden „englische Anlagen“ eingerichtet.<ref>Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Wertheim - Findbuch F-Rep. 129: Freudenbergisches Archiv Rent- und Forstamt Löwenstein (StAWt-F Rep. 129 ) - Strukturansicht. In: landesarchiv-bw.de. Abgerufen am 23. Dezember 2022.</ref> 1835 sollte das Teusserbad verkauft werden; in einer „Beschreibung der Realitäten“ wurde auch das „s. g. Badschlößchen“ erwähnt, das „11 Piecen“ enthalte.<ref>Verkauf eines Mineralbads: Augsburger Allgemeine Zeitung. 1835, S. 1204 (google.de).</ref> Verkauft wurde es schließlich erst mit dem Niedergang des Badebetriebs 1861 mitsamt der Badeanlagen an den Heilbronner Bürger Julius Rauth.<ref>Dudeck/Schrein 1987, S. 402.</ref> Dieser trennte sich bald wieder von den Badeanlagen, behielt aber das Schlösschen.<ref>Dudeck/Schrein 1987, S. 402.</ref>

Das verwinkelte Bauwerk befindet sich heute in Privatbesitz.<ref>Teusser: Historie. In: www.teusser.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 17. März 2017; abgerufen am 17. März 2017.</ref><ref>Datenblatt Sehenswürdigkeiten. (PDF; 210 kB) In: pro-region.de. Abgerufen am 23. Dezember 2022.</ref>

Am Neujahrstag 2009 forderte ein Schwelbrand in dem Schlösschen, der vermutlich durch auf die Decke übergegangene Kaminhitze ausgelöst worden war, einen Verletzten.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kreisfeuerwehrverband Heilbronn (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive)</ref>

Literarische Erwähnungen

Der Heilbronner Arzt Dietrich Christoph Scharff verfasste eine ausführliche Beschreibung des ab 1730 renovierten Badebetriebs in Teusserbad und gab darin auch eine Beschreibung des damals an den Kurbetrieb angeschlossenen Schlösschens, das Gästezimmer für illustre Gäste besaß und über einen eigenen Heizkessel verfügte.<ref>Dietrich Christoph Scharff: Neue Beschreibung deß alten und vorhin schon längst berühmten bey und unter der hoch-gräflichen Residenz reichlich hervorfließenden Gesundbrunnens. Heilbronn 1733, S. 37 ff.</ref> Carl Julius Weber beschrieb 1834 das sogenannte Badeschlößchen als „ein so sonderbares altes Gebäude, als nur immerhin die Pfalz im Rhein, ein wahres Paradoxon, worüber mir Niemand Auskunft geben konnte.“<ref>Carl Julius Weber: Deutschland, oder Briefe eines in Deutschland reisenden Deutschen. 2. Auflage. Band 1. Stuttgart 1834, S. 513 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden. [abgerufen am 23. Dezember 2022]).</ref> Auch im Morgenblatt für gebildete Leser vom 26. März 1839 findet sich – in einer Folge von Villeggiatur in Weinsberg – eine Erwähnung des Schlösschens: „Wir lenkten in die Schlucht zur Rechten, wo in Waldesnacht ein gothisches, leider rosa getünchtes Jagdschlößlein am übelriechenden See liegt und weiterhin das Theusserbad, welches zur herbstlichen Zeit düster aussieht, kein freundliches Gebäude, aber frische Quellen und lockende Waldanlagen hat.“<ref>Morgenblatt für gebildete Leser, 73, 26. März 1839, S. 291</ref>

Sonstiges

Ein Schloss namens Lautereck aus dem Besitz der Grafen von Löwenstein befindet sich in Sulzbach an der Murr.<ref>Schloss Lautereck - einst Löwensteinsches Wasserschloss in Sulzbach. In: stuttgart-tourist.de. Abgerufen am 23. Dezember 2022.</ref>

Literatur

  • Lothar Dudeck, Edmund Schrein: Das Teusserbad – „Diese heylsame, starcke und waßerreiche Quelle …“ In: Karl-Heinz Dähn (Hrsg.): 700 Jahre Stadt Löwenstein 1287–1987. Löwenstein 1987, S. 389–412.
  • Julius Fekete: Kunst- und Kulturdenkmale im Stadt- und Landkreis Heilbronn. Theiss, Stuttgart 2002, ISBN 3-8062-1662-2, S. 226, 228.
  • Friedrich Piel: Baden-Württemberg. Deutscher Kunstverlag, München 1964, S. 476.

Weblinks

Commons: Wasserschloss Lautereck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />17. Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Wertheim - Findbuch F-Rep. 129 Nr. 166, 418, 440, 721, 1749, 1751

18. Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Wertheim - Findbuch F-Rep. 129 Nr. 144, 238, 334, 415, 416, 1142,

1192, 1411, 1645, 1648, 1945,

Findbuch F-K Nr. 186, 192, 1365

Findbuch F-Rep. 132 Nr. 27, F-Rep. 186 Nr. 63 Vorlage:Klappleiste/Anfang

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