Zum Inhalt springen

Tetrakis(dimethylamino)titan

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Strukturformel
Struktur von TDMAT
Allgemeines
Name Tetrakis(dimethylamino)titan
Andere Namen

TDMAT

Summenformel C8H24N4Ti
Kurzbeschreibung

hellgelbe Flüssigkeit<ref name="alfa">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Alfa AesarVorlage:Abrufdatum (Seite nicht mehr abrufbar).</ref> mit fischigem Geruch<ref name=gelest>gelest.com: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Sicherheitsdatenblatt (MSDS) (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive) (PDF; 82 kB)</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 221-904-3
ECHA-InfoCard 100.019.914
PubChem 123185
ChemSpider 13870283
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 224,17 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

0,96 g·cm−3 (bei 20 °C)<ref name="alfa"/>

Schmelzpunkt

<4 °C<ref name="alfa"/>

Siedepunkt

50 °C (38 hPa)<ref name="alfa"/>

Dampfdruck

13 Pa (25 °C)<ref name=gelest/>

Löslichkeit

reagiert mit Wasser<ref name="alfa"/>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="Sigma">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 225​‐​260​‐​314
P: 210​‐​223​‐​231+232​‐​280​‐​303+361+353​‐​305+351+338<ref name="Sigma" />
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Tetrakis(dimethylamino)titan (TDMAT) ist eine chemische Verbindung, die z. B. bei der Halbleiterherstellung mit der metallorganischen chemische Gasphasenabscheidung ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), MOCVD) eingesetzt wird. Formal ist es das Tetrakis(dimethylamid) der Orthotitansäure mit der Konstitutionsformel [(CH3)2N]4Ti. Es lässt sich durch Umsetzung von Titan(IV)-chlorid mit Lithiumdimethylamid herstellen.<ref name ="Hefner">Patent EP0476671: Homogeneous catalysts and olefin polymerization process. Veröffentlicht am 25. März 1992, Erfinder: J. G. Hefner, B. W. Kolthammer, D. R. Gifford.</ref>

Eigenschaften und Sicherheitshinweise

Die brennbare Substanz besitzt einen fischartigen Geruch<ref name=gelest/> und ist wegen des niedrigen Flammpunktes (je nach Quelle zwischen −30 °C<ref name="Sigma"/> und 87 °C<ref name=gelest/>) leicht entzündlich. Mit Wasser – schon aus der Luft – zersetzt sich TDMAT unter heftiger Reaktion.<ref name="alfa"/>

Beim Einatmen der Substanz wirkt diese extrem schädigend auf Atemwege, beim Kontakt mit Haut und Augen ätzend. Daneben können Symptome wie Husten, Atemnot, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen auftreten.<ref name="Sigma"/><ref>Sicherheitsdatenblatt (MSDS). Praxair (PDF, englisch; 52 kB).</ref>

Verwendung

TDMAT wird in der Methode der chemischen Gasphasenabscheidung (CVD) als gasförmiges Edukt eingesetzt. Während der Reaktion bildet sich auf einem Substrat der gewünschte, extrem harte Überzug aus Titannitrid (TiN). Der Vorteil gegenüber anderen Edukten wie Titan(IV)-chlorid (TiCl4) liegt in der Möglichkeit, die Reaktionstemperatur auf ~ 450 °C zu reduzieren, während bei TiCl4 Temperaturen > 900 °C benötigt werden.<ref>M. Meyyappan, D. J. Economou, S. Watts Butler: Proceedings of the Symposium Om Process Control, Diagnostics, and Modeling in Semiconductor Manufacturing. The Electrochemical Society, 1995, ISBN 978-1-56677-096-5, S. 399ff.</ref>

Einzelnachweise

<references />