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Tannen-Blättling

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Tannen-Blättling
Datei:Gloeophyllum abietinum 2020-11-20 Hirschacker 1.jpg

Tannen-Blättling (Gloeophyllum abietinum)

Systematik
Klasse: Agaricomycetes
Unterklasse: unsichere Stellung (incertae sedis)
Ordnung: Blättlingsartige (Gloeophyllales)
Familie: Blättlingsverwandte (Gloeophyllaceae)
Gattung: Blättlinge (Gloeophyllum)
Art: Tannen-Blättling
Wissenschaftlicher Name
Gloeophyllum abietinum
(Bull. : Fr.) P. Karst.

Der Tannen-Blättling (Gloeophyllum abietinum, syn. Daedalea asserculorum, Reisneria papyracea, Daedalea abietina, Lenzites abietina und Irpex umbrinus) ist eine Pilzart aus der Familie der Blättlingsverwandten (Gloeophyllaceae).

Merkmale

Makroskopie

Der Tannen-Blättling bildet ein- bis mehrjährige<ref name=":0">Leif Ryvarden, Richard L. Gilbertson: European Polypores Part 1. Abortiporus-Lindtneria. In: Synopsis Fungorum. Band 6. Fungiflora, Oslo, Norway 1993, ISBN 82-90724-12-8, S. 1–387.</ref>, meist konsolen-, kreisel- oder fächerförmige Fruchtkörper, an der Unterseite des Substrats kann er auch flach anliegen, die Frk. können auch dachziegelartig übereinander oder in langen Reihen angeordnet sein. Ihre Oberfläche ist striegelig-filzig, im Alter verkahlend und konzentrisch-wellig gezont, manchmal in der Mitte gebuckelt und ist jung durch kräftige, warme, dunkle, braune bis rotbraune Farbtöne gekennzeichnet, die im Alter ausblassen können<ref name=":0" />. Sehr alte Fruchtkörper können schwarz sein<ref name=":0" />. Junge Exemplare zeigen eine helle, weißliche bis blassbraune Randzone ohne deutliche Gelbtöne<ref name=":0" />. Die Unterseite der Fruchtkörper besteht aus ocker- bis graubraunen Lamellen, die querverbunden sein können.

Mikroskopie

Das Hyphensystem ist trimitisch, es treten neben dünn- bis etwas dickwandigen, septierten, schnallentragenden generativen Hyphen auch unseptierte, dickwandige Skeletthyphen und zusätzlich Bindehyphen auf. Die Bindehyphen sind jedoch selten und können leicht übersehen werden.<ref name=":0" />

Zystiden treten im Hymenium häufig auf. Sie sind dickwandig und messen 25–60 × 4–7 µm.<ref name=":0" />

Die Basidien messen 26–32 × 5–6 µm. Sie sind gewöhnlich viersporig und haben eine Basalschnalle.<ref name=":0" />

Die Sporen sind zylindrisch, farblos-hyalin, glatt, inamyloid und messen 9–12 × 3–4 µm.<ref name=":0" />

Sexualität

Der Zaun-Blättling ist heterothallisch und zeigt einen bipolaren Kreuzungstyp.<ref>Mildred K. Nobles, Ruth Macrae, Barbara P. Tomlin: Results of Interfertility Tests on some Species of Hymenomycetes. In: Canadian Journal of Botany. Band 35, Nr. 3, 1. Mai 1957, ISSN 0008-4026, S. 377–387, doi:10.1139/b57-033.</ref>

Artabgrenzung

Vom ähnlichen Zaun-Blättling (Gloeophyllum sepiarium) unterscheidet sich der Tannen-Blättling durch die weiter entfernt stehenden, regelmäßigeren, weniger häufig anastomisierenden Lamellen, durch die jung dunkleren, kräftigeren, warmen Brauntöne, denen der Rostton des Zaun-Blättlings fehlt und durch die nicht so auffallend gelb abgesetzte Zuwachszone.<ref name=":0" />

Der Balken-Blättling (Gloeophyllum trabeum) hat ein viel dichteres, noch mehr labyrinthisch-poriges, kaum lamelliges Hymenophor und ist daher kaum zu verwechseln.<ref name=":0" />

Das nur in den Tropen vorkommende Gloeophyllum striatum ist makroskopisch äußerst ähnlich, lässt sich neben dem unterschiedlichen Verbreitungsareal auch an Im Durchschnitt etwas kürzeren Sporen unterscheiden.<ref name=":0" />

Ökologie

Datei:Gloeophyllum abietinum 2020-11-20 Hirschacker 2.jpg
Tannenblättlinge auf einem Kiefernast

Der Tannen-Blättling ist ein holzbewohnender Saprobiont, der hauptsächlich Nadelholz besiedelt. Sein Substratspektrum ist breit. So besiedelt er Wacholder (Juniperus), Lärche (Larix), Fichte (Picea), Kiefer (Pinus) und Tanne (Abies).<ref name=":0" /> Selten wurde er auch auf folgenden Laubhölzern registriert: Birke (Betula), Buche (Fagus), Pappel (Populus) und Eiche (Quercus).<ref name=":0" /> Der Tannen-Blättling wächst an abgestorbenem, trocken stehenden oder luftig liegenden Stämmen und Ästen, auch an altem verbauten Holz (Geländer, Pfähle, Balken). Der Pilz kann in Deutschland in allen Waldgesellschaften und außerhalb ihnen gefunden werden, wenn geeignetes Substrat vorhanden ist.

Verbreitung

Der Tannen-Blättling zeigt in Europa eine südliche Verbreitung. So ist er in Skandinavien nördlich von Oslo und Stockholm sowie in Südfinnland äußerst selten, während er in Mittel- und Südeuropa sowie Nordafrika weit verbreitet ist.<ref name=":0" /> Sein Areal erstreckt sich auch über Asien, während er in Nordamerika zwar vorkommt, dort aber selten ist.<ref name=":0" /> In Deutschland ist er in entsprechenden Biotopen stark verbreitet.

Bedeutung

Ähnlich wie der Zaun-Blättling verursacht der Tannenblättling Schäden an verbautem Nadelholz, das durch die intensive Braunfäule zerstört wird.

Quellen

Literatur

  • Josef Breitenbach, Fred Kränzlin (Hrsg.): Pilze der Schweiz. Beitrag zur Kenntnis der Pilzflora der Schweiz. Band 2: Heterobasidiomycetes (Gallertpilze), Aphyllophorales (Nichtblätterpilze), Gastromycetes (Bauchpilze).. Mykologia, Luzern 1986, ISBN 3-85604-020-X.
  • German Josef Krieglsteiner (Hrsg.): Die Großpilze Baden-Württembergs. Band 1: Allgemeiner Teil. Ständerpilze: Gallert-, Rinden-, Stachel- und Porenpilze.. Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3528-0.
  • Peter Schütt, Hans J. Schuck, Bernd Stimm: Lexikon der Baum- und Straucharten. Das Standardwerk der Forstbotanik. Morphologie, Pathologie, Ökologie und Systematik wichtiger Baum- und Straucharten. Nikol, Hamburg 2002, ISBN 3-933203-53-8 (581 S.).

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

Commons: Tannen-Blättling (Gloeophyllum abietinum) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien