Syrisches Gliedkraut
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| Syrisches Gliedkraut | ||||||||||||
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| Datei:Sideritis syriaca kz02.jpg
Syrische Gliedkraut (Sideritis syriaca) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Sideritis syriaca | ||||||||||||
| L. |
Das Syrische Gliedkraut (Sideritis syriaca) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Gliedkräuter (Sideritis) innerhalb der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Diese Art besitzt ein disjunktes Areal mit einer Unterart auf Kreta und einer in der Türkei und Syrien. Sie wird als Tee verwendet.
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Das Syrische Gliedkraut ist eine wenig verzweigte, am Grund verholzende Pflanze. Sie erreicht eine Wuchshöhe von 30 bis 50 Zentimetern. Ihre Behaarung ist drüsenlos (Indument).
Die dicht weißwollig behaarten Laubblätter sind gegenständig am Stängel angeordnet. Die unteren Laubblätter sind 0,5 bis 1 Zentimeter lang gestielt mit 2 bis 3,5 Zentimeter langer, elliptischer bis länglich-verkehrteiförmiger, ganzrandiger oder fein gekerbter Blattspreite. Die oberen Laubblätter sind fast sitzend mit schmal elliptisch-länglicher, 1 bis 5 Zentimeter langer Blattspreite.<ref name="MFG"/>
Generative Merkmale
Die drei bis zehn Scheinquirle sind alle voneinander entfernt und enthalten jeweils sechs bis zehn Blüten. Die mittleren Tragblätter sind 7 bis 15 Millimeter lang, breit eiförmig, in eine 3 bis 6 Millimeter lange Spitze ausgezogen, weißwollig, drüsenlos, so lang wie die Blüten oder etwas kürzer. Der Kelch ist 6 bis 9 Millimeter lang, mit 3 bis 4 Millimeter langen, lineal-lanzettlichen, zugespitzten Zähnen. Die Krone ist 8 bis 12 Millimeter lang, hellgelb, ohne braune Streifen an der Oberlippe.<ref name="MFG"/>
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 32+2B.<ref name="IPCN" />
Systematik und botanische Geschichte
Die Erstveröffentlichung von Sideritis syriaca erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, S. 574.
Sideritis syriaca gehört zur Sektion Empedoclia innerhalb der Gattung Sideritis.
Bei manchen Autoren gibt es von der Art Sideritis syriaca etwa zwei Unterarten:
- Sideritis syriaca <templatestyles src="Person/styles.css" />L. subsp. syriaca: Die Merkmale sind die wie oben für die Art beschriebenen. Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 32.<ref name="Mont"/>
- Sideritis syriaca subsp. nusairiensis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Post) Hub.-Mor., unterscheidet sich von der nominotypischen Unterart durch etwas stärkere Verzweigung, 2 Millimeter lange, lanzettlich-dreieckige Kelchzähne und braun gestreifte Krone.<ref name="FT7"/> Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 32 mit manchmal bis zu 3 B-Chromosomen.<ref name="Esra+al" />
Nahe verwandt sind die in z. B. in Flora Europaea<ref name="FE3"/> eingeschlossenen, in neueren Florenwerken<ref name="MFG"/><ref name="FT7"/><ref name="MCH3"/><ref name="Conti"/><ref name="JS"/> aber getrennt behandelten Taxa Sideritis raeseri <templatestyles src="Person/styles.css" />Boiss. & Heldr. (Westliche Balkanhalbinsel), Sideritis italica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Miller) Greuter & Burdet (= Sideritis sicula <templatestyles src="Person/styles.css" />Ucria) (Italien, Sizilien) und Sideritis taurica <templatestyles src="Person/styles.css" />Willd. (Krim, Bulgarien, Nördliches Anatolien). Auch offizinell wird der Name gerne in einem weiten Sinn gebraucht.
Der sachlich unrichtige botanische Name des Sideritis syriaca geht auf Caspar Bauhin zurück, der diese Art in seinem 1623 erschienenen Werk „Pinax theatri botanici“ Pilosella syriaca nannte. Dieses auf Tradition begründete Artepitheton wurde von Carl von Linné in der Erstveröffentlichung in Species Plantarum beibehalten, obwohl er als Verbreitungsangabe „Habitat in Creta“ angibt.<ref name="Linn"/> Die auf der gleichen Seite beschriebene Sideritis cretica wurde von Linné irrtümlich Kreta zugeordnet; sie ist eine Bewohnerin der kanarischen Insel Teneriffa.<ref name="Can"/> Sideritis nusairiensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Post wurde 1893 als eigene Art beschrieben<ref name="Post" /> und erst 1978 durch Arthur Huber-Morath zu Sideritis syriaca gestellt.<ref name="FT7"/>
Vorkommen
Die beiden Unterarten von Sideritis syriaca sind disjunkt verbreitet: Sideritis syriaca subsp. syriaca ist, trotz seines Namens, ein Endemit der Insel Kreta, in den Gebirgen Lefka Ori und Psiloritis relativ häufig, selten am Afendis Kavousi, fehlend im Dikti. Lebensraum sind die Phrygana der montanen und die Igelpolsterheiden der subalpinen Höhenstufe, in Höhenlagen von 800 bis 2450 Metern.<ref name="JS"/>
Sideritis syriaca subsp. nusairiensis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Post) Hub.-Mor. ist ebenfalls eine Gebirgspflanze und kommt als Endemit im Nurgebirge (= Amanus) in Höhenlagen von 1200 bis 2100 Metern an felsigen Kalkhängen vor. Diese Unterart kommt in der Türkei in den Provinzen Hatay, Adana und Gaziantep vor, in Syrien im Gouvernement Latakia.<ref name="FT7"/><ref name="Mou"/>
Verwendung
Das Syrische Gliedkraut ist, wie auch andere Arten aus der Sektion Empedoclia, geschätzt als Teepflanze. Sie wird auf Kreta als „Malotira“ oder als „Kretischer Bergtee“ verkauft.<ref name="Alib"/> Für den Teeaufguss werden die bereits verholzten Blütenstände gesammelt und getrocknet. Er wird gerne als Haustee getrunken und hat einen angenehmen, milden Geschmack. Das Syrische Gliedkraut wird auf Kreta nicht großmaßstäblich kultiviert und ist durch das gewerbsmäßige Sammeln beeinträchtigt bis gefährdet.
Mit Sideritis syriaca verwandt ist Sideritis clandestina, der als Griechischer Bergtee vereinzelt auch in Mitteleuropa angeboten wird.
Weblinks
- Sideritis syriaca subsp. syriaca: Herbarbelege aus dem Linné-Herbarium.
- Sideritis syriaca subsp. syriaca: Lebendpflanzen.
- <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Informationen und Bilder im Virtual Botanical Museum of Crete des Mediterranean Agronomic Institute of Chania. ( vom 19. Februar 2014 im Internet Archive)
- Thomas Meyer, Michael Hassler: Datenblatt mit Fotos bei Mittelmeer- und Alpenflora.
Einzelnachweise
<references> <ref name="IPCN">Sideritis syriaca bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="MFG"> Claus Baden: Sideritis L. In: </ref> <ref name="FT7"> Arthur Huber-Morath: Sideritis. In: </ref> <ref name="FE3"> Vernon Hilton Heywood: Sideritis L. In: </ref> <ref name="MCH3">, (online). </ref> <ref name="JS"> </ref> <ref name="Mont"> Bertrand de Montmollin: Étude cytotaxonomique de la flore endémique de la Crète. I. Note préliminaire. In: Bulletin de la Société Neuchâteloise des Sciences Naturelles. Band 105, 1982, S. 65–77. </ref> <ref name="Conti">Fabio Conti, Giovanna Abbate, Alessandro Alessandrini, Carlo Blasi (Hrsg.): An annotated checklist of the Italian vascular flora. Palombi, Roma 2005, ISBN 88-7621-458-5, S. 165 <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />(PDF, 9 MB) ( vom 31. März 2022 im Internet Archive).</ref> <ref name="Linn"> Carl von Linné: Species Plantarum, exhibentes plantas rite cognitas, ad genera relatas, cum differentiis specificis, nominibus trivialibus, synonymis selectis, locis natalibus, secundum systema sexuale digestas. Band 2, Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 574, Digitalisat. </ref> <ref name="Can"> Isaac Izquierdo, José Luis Martín, Nieves Zurita, Manuel Arechavaleta (Hrsg.): Lista de especies silvestres de Canarias - Hongos, plantas y animales terrestres. Consejería de Médio Ambiente y Ordenación Territorial, Gobierno de Canarias, La Laguna, Santa Cruz de Tenerife, Islas Canarias 2004, ISBN 84-89729-23-9, S. 128 <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />(PDF, 23,2 MB) ( vom 12. Dezember 2013 im Internet Archive). </ref> <ref name="Mou"> Paul Mouterde: Nouvelle Flore du Liban et de la Syrie. Band 3, Nr. 1–4, Dar el-Machreq, Beirut 1978–1983, S. 125. </ref> <ref name="Alib"> Antonis Alibertis: Healing, aromatic and edible plants of Crete. Mystis, Heraklion 2007, ISBN 978-960-6655-20-3, S. 147. </ref> <ref name="Post">George Edward Post: Plantae Postianae. Fasciculus V. In: Bulletin de l'Herbier Boissier. Band 1, Nr. 1, 1893, S. 29, Digitalisat. </ref> <ref name="Esra+al"> Martin Esra, Hayri Duman, Fatma Ünal: Karyological studies on section Empedoclia of Sideritis (Lamiaceae) from Turkey. In: Caryologia. Band 62, Nr. 3, 2009, S. 180–197, PDF-Datei. doi:10.1080/00087114.2004.10589684 </ref> </references>