Syphilis-Menschenversuche in Guatemala
Für die Syphilisexperimente in Guatemala wurden in einem von den Vereinigten Staaten finanzierten Programm in den Jahren von 1946 bis 1948 Prostituierte, Soldaten, Strafgefangene und geistig behinderte Patienten in Guatemala vorsätzlich mit Syphilis infiziert. Ziel war es, die Wirkung von Penicillin zu untersuchen.
Insgesamt wurden in dem Menschenversuch nach Angaben von Guatemala 2082 bzw. den USA 1308 Menschen<ref>Opfer amerikanischer Syphilis-Experimente scheitern vor Gericht spiegel.de, 14. Juni 2012, abgerufen am 5. Jänner 2019.</ref> mit Syphilis und/oder anderen Geschlechtskrankheiten infiziert und 700 davon behandelt, mindestens 83 der Versuchspersonen starben (Todesursache jedoch nicht angegeben) laut den Akten in den darauf folgenden Jahren.<ref name="BBC20110829">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig US scientists 'knew Guatemala syphilis tests unethical'.] BBC, , archiviert vom Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 7. Oktober 2011.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Federführend war der United-States-Public-Health-Service-Arzt John Charles Cutler,<ref>Syphilis-Experimente kosteten mehr als 80 Leben Spiegel online, 30. August 2011</ref> der auch später in die Tuskegee-Syphilis-Studie involviert war, bei der der Verlauf der unbehandelten Syphilis beobachtet wurde.<ref name=spiegel>Obama entschuldigt sich für Syphilis-Versuche. Spiegel online, 2. Oktober 2010</ref>
Die Medizinhistorikerin Susan M. Reverby brachte die Geschehnisse im Januar 2010 an die Öffentlichkeit.<ref>‘Normal Exposure’ and Inoculation Syphilis: A PHS ‘Tuskegee’ Doctor in Guatemala, 1946-48 (PDF-Datei)</ref> Am 1. Oktober 2010 entschuldigte sich Präsident Barack Obama bei den Opfern.<ref name=spiegel/>
Im Januar 2019 entschied ein US-Bundesrichter, das Gerichtsverfahren zuzulassen gegen den Pharma-Konzern Bristol-Myers Squibb, die Johns-Hopkins-Universität und die Rockefeller-Stiftung über die Entschädigung von 774 Opfern und Opferangehörigen, die 2015 eine Klage über eine Entschädigung von in Summe einer Milliarde US-Dollar eingereicht haben.<ref>Menschenversuche: Pharmariese muss sich verantworten orf.at, 5. Januar 2019, abgerufen am 5. Januar 2019.</ref>
Weblinks
- Secretaries Clinton, Sebelius on 1946–1948 Study in Guatemala – Öffentliche Stellungnahme von US-Außenministerin Hillary Clinton und US-Gesundheitsministerin Kathleen Sebelius vom 1. Oktober 2010 (englisch)
- Burghardt, Peter: Menschen als Versuchskaninchen der USA, in: Süddeutsche Zeitung vom 30. August 2011
- Coen, Amrai: Das Experiment des Sadisten, in: Die Zeit Nr. 25 vom 14. Juni 2012, S. 17–19
- Walter, Matthew: Vor allem Schaden, in: Spektrum.de vom 5. März 2012
Einzelnachweise
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