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Syców

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Vorlage:Infobox Ort in Polen

Datei:Syców IMG 8728.jpg
Innenstadt von Syców

Syców [[[:Vorlage:IPA]]] (deutsch: Groß Wartenberg, bis 1888 Polnisch Wartenberg) ist eine Stadt mit etwa 10.400 Einwohnern in der Stadt- und Landgemeinde Syców im Powiat Oleśnicki der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Sie ist Sitz der Stadt- und Landgemeinde Syców mit Vorlage:FormatZahl Einwohnern (Stand Vorlage:EWD).

Geographie

Die Stadt liegt im Katzengebirge, etwa 47 Kilometer nordöstlich von Breslau. Sie wird von der Młyńska Woda (Polnisches Wasser) durchflossen, einem linken Nebenfluss der Barycz (Bartsch). Nördlich liegt Międzybórz und im Westen Twardogóra. Südlich der Stadt verläuft die Schnellstraße S8.

Stadtwappen

Das Stadtwappen zeigt auf schwarzem Grund einen geharnischten, ins Horn stoßenden Reiter auf einem weißen Ross. Um die Reiterfigur schweben drei goldene Sterne. Ein älteres Wappen zeigte auch einen weißen Jagdhund, der neben dem Ross lief.

Geschichte

Datei:Pieczęć Sycowa 1377.png
Siegel der Stadt aus dem Jahr 1377
Datei:Map of Syców.tif
Landkarte von Wartenberg um 1750
Datei:Syców, pozostałości murów obronnych, 01.JPG
Reste der Stadtbefestigung aus dem Mittelalter
Datei:SM Syców kościół ewangelicki ID 596433.jpg
Klassizistische evangelische Pfarrkirche der Heiligen Apostel Johannes und Petrus
Datei:Wartenberg-Sammlung Duncker (5370920).jpg
Schloss Wartenberg um 1864/65, Sammlung Alexander Duncker
Datei:5264viki Syców. Foto Barbara Maliszewska.jpg
Marktplatz
Datei:Cmentarz wojenny żołnierzy Armii Radzieckiej w Sycowie -1.jpg
Friedhof der Sowjetarmee

Ende des 12. Jahrhunderts wurden der Ort und die Gegend erstmals als „Districtus Syczow sive Wartinbergk“ in einer Urkunde des Bistums Breslau erwähnt. Ein Albert von Schmolle wurde 1276 als „Castellanus in Wrathenberc“ bezeichnet, was darauf hinweist, dass die Stadt schon vor diesem Datum ein wichtiger Ort an der Handelsstraße Breslau–KalischThorn war. Es bezeugt auch das Vorhandensein einer festen Burg, die außerhalb der Stadt lag. 1287 wurde die Stadtpfarrkirche erwähnt.

Durch Erbteilungen des Herzogtums Breslau fiel Wartenberg 1293 an das Herzogtum Glogau, 1320 kam die Stadt zum Herzogtum Oels. Für das Jahr 1369 ist für Wartenberg das Magdeburger Stadtrecht bezeugt und auch das erste Stadtsiegel. Um 1400 erbauten die Schlesischen Piasten die Stadtpfarrkirche zu den hl. Aposteln Peter und Paul.

Nach dem Tode des Herzogs Konrad X. 1492, mit dem der Oelser Zweig der Schlesischen Piasten erlosch, fiel das Herzogtum Oels als erledigtes Lehen durch Heimfall an Böhmen. Anschließend trennte der böhmische König Vladislav II. Wartenberg vom Herzogtum Oels ab und schuf eine Freie Standesherrschaft, die bis 1517 den Herren von Haugwitz gehörte. 1529–1571 war die Standesherrschaft Eigentum der Freiherren von Maltzan. Elisabeth von Maltzan verkaufte 1571 die Standesherrschaft für 133.000 Gulden an den Freiherrn Georg von Braun. Dieser förderte das Handwerk und schützte die Bauern auf seinen Gütern. 1591 verkaufte Georg Wilhelm von Braun die Standesherrschaft für 140.000 Taler an Abraham, Burggraf zu Dohna-Schlobitten. Dohna, überzeugter Katholik, gab sämtliche protestantisch gewordenen Kirchen in der Standesherrschaft an den katholischen Klerus zurück. Unweit der alten Burg begann Burggraf Dohna 1594 den Bau eines neuen Schlosses, die Arbeiten dauerten bis 1608.

Zur Unterscheidung von Deutsch-Wartenberg im späteren Kreis Grünberg nannte man die Stadt ab 1610 Polnisch-Wartenberg. 1734 erwarb Reichsgraf Ernst Johann von Biron, späterer Herzog von Kurland, die Standesherrschaft, die bis 1945 bei den Nachkommen des Fürsten Peter von Biron blieb. Nach dem Ersten Schlesischen Krieg fiel Polnisch Wartenberg 1742 mit dem größten Teil Schlesien an Preußen. Nachfolgend entwickelte sich die Stadt zu einem wichtigen Zentrum der Leinweberei. 1805 wurde die Stadtmauer abgerissen. Im Jahr 1825 emigrierten viele Weber nach Kongresspolen in die Städte Kalisz und Zgierz. Das Schloss wurde 1853 vergrößert und im Tudorstil umgebaut. 1880 hatte die Stadt 214 Häuser und 2320 Einwohner, davon 1306 Evangelische, 887 Katholiken und 127 Juden. Die überwiegend deutsche Bevölkerung ernährte sich von der Land- und Forstwirtschaft sowie dem Handwerk und Handel. Im Kreis Polnisch Wartenberg waren die Deutschen gegenüber den Polen hingegen nur in einer knappen Mehrheit. 1888 wurde die Stadt in Groß Wartenberg umbenannt.<ref>Vgl. http://territorial.de/ndschles/grwarten/landkrs.htm</ref>

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs mussten im Jahr 1920 aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 382,59 Quadratkilometer und somit fast die Hälfte des Gebiets des Kreises Groß Wartenberg an die Zweite Polnische Republik abgetreten werden; die Stadt Groß Wartenberg selbst verblieb beim Deutschen Reich.

Im Zweiten Weltkrieg fiel die Stadt im Januar 1945 völlig unversehrt in die Hände der Sowjetarmee, die hier bis zum Sommer 1945 blieb. Die Stadt (u. a. das Rathaus) und das Schloss wurden geplündert und angezündet. Als Folge des Weltkriegs fiel Großwartenberg 1945 an Polen und in Syców umbenannt. In der Folgezeit wurden die deutschen Bewohner von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde vertrieben. Die neu angesiedelten Bewohner waren teilweise Zwangsumgesiedelte aus Ostpolen, das an die Sowjetunion gefallen war.

Sehenswürdigkeiten

Datei:SM Syców kościół Piotra i Pawła (2) ID 596432.jpg
Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul
Datei:SM Syców 1maja3 ID 596439.jpg
Postgebäude

Unter Denkmalschutz stehen:

  • Das historische Zentrum der Stadt: Trotz erheblicher Verluste nach 1945 hat sich das Zentrum von Syców den typischen Grundriss einer spätmittelalterlichen Stadt mit einer sichtbaren ovalen Stadtmauer und einem rechtwinkligen Straßennetz bewahrt.
  • Die katholische Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul wurde im 15. Jahrhundert im Stil der Gotik errichtet und im 19. Jahrhundert neugotisch umgebaut und 1908 erweitert, sie steht in der ul. Wałowa 6.
  • Gotischer Glockenturm der Pfarrkirche, er steht in der Ul. Kościelna und stammt von Ende des 14. Jahrhunderts, 1909 umgebaut, mit barocker Kuppel aus dem 18. Jahrhundert. Er ist ein in Polen einzigartiges Beispiel für die Umgestaltung eines ehemaligen Stadttors für kirchliche Zwecke
  • Reste der Stadtmauer aus dem 14.–15. Jahrhundert
  • Denkmal für Soldaten der Roten Armee in der Ul. Kaliska aus dem Jahr 1945
  • Historisches Postgebäude von 1887, in der ul. 1. Maja 3
  • Reste der Burg auf ehemaligem Bauernhof (heute Schafstall) Ul. Kolejowa
  • Bürgerhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert: das Haus, Ul. Kępińska 18 vom Hälfte des 19. Jahrhunderte; das Haus mit Nebengebäude aus der Mitte des 19. Jahrhunderts am Rynek 17; das Haus im Schlossensemble aus ul. Wrocławska 1, Haus aus dem letzten Viertel des 19. Jahrhunderts; das Haus in der ul. Wrocławska 3, aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts
  • Ein Komplex ehemaliger Burgställe, Ul. Parkowa, 1884–1889 und Ende des 19. Jahrhunderts bestehend aus: einem Nebengebäude (jetzt Wohnhaus) Ul. Parkowa 1; einer Reitschule (jetzt Wohnhaus) Ul. Parkowa 7; Stall (jetzt Wohnhaus) ul. Parkowa 5; dem Zaun und zwei Toren.
  • dem Schlossspeicher aus dem Jahr 1741 ul. Parkowa 14

Dazu kommen noch:

  • Der 1813 angelegte Stadtpark (vormals Schlosspark) mit Skulpturen, die teilweise aus dem 1945 zerstörten Schloss stammen.
  • Historisches Bahnhofsgebäude

Gemeinde

Zur Stadt- und Landgemeinde Syców gehören die Stadt selbst und 12 Dörfer mit Schulzenämtern. Vorlage:Hauptartikel

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohner Anmerkungen
1775 2319 <ref name="MR">Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
1880 2269 <ref name="MR" />
1890 2385 davon 1392 Evangelische, 893 Katholiken und 99 Juden<ref name="MR" />
1900 2385 meist Evangelische<ref>Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 8, Leipzig/Wien 1907, S. 428.</ref>
1925 2209 <ref name="MR" />
1933 2969 <ref name="MR" />
1939 3096 <ref name="MR" />
1946 2600
1961 4277
1970 5637

Die freien Standesherren von Wartenberg

Religionen

Die Mehrheit der Einwohner ist römisch-katholisch, es gibt aber auch eine evangelische Kirchengemeinde mit eigener Kirche. Bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges lebten ungefähr 50 Jüdinnen und Juden in Syców.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Wirtschaft

In der Stadt sind etwa 15 größere Unternehmen unter anderem aus der Möbel-, Lebensmittel- und Landwirtschafts-Maschinenindustrie tätig. 2006 wurden neue Gebiete in die WSEZ „Invest-Park“ aufgenommen, einschließlich der Unterzone Syców. Ihre Fläche beträgt 9,8 ha.

Verkehr

Rund um Syców verläuft eine Schnellstraße, und in der Stadt beginnen und enden Woiwodschaftsstraßen:

Syców hatte einen Bahnhof an den Bahnstrecken Herby–Oleśnica und Syców–Bukowa Śląska. Der Bahnhof ist seit 2002 stillgelegt.

Persönlichkeiten

Literatur

  • Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen Schlesien. München Berlin 2005, ISBN 3-422-03109-X.
  • Hugo Weczerka (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten. Band: Schlesien (= Kröners Taschenausgabe. Band 316). 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Kröner, Stuttgart 2003, ISBN 3-520-31602-1.
  • Kulak Teresa, Mrozowicz Wojciech – SYCÓW I OKOLICE, od czasów najdawniejszych po współczesność, Wrocław–Syców 2000.
  • Friedrich Gustav Gerhard Kurts: Denkwürdigkeiten aus der Geschichte der Stadt und Standesherrschaft Wartenberg. Wartenberg 1846 (Digitalisat).
  • Jan Władysław Grabski: 200 miast wróciło do Polski, Poznań 1948.
  • Traud Gravenhorst, Schlesien – Erlebnisse eines Landes, Breslau 1938.
  • Groß Wartenberg Stadt und Kreis. Eine Beschreibung des niederschlesischen Kreises bis zum Jahre 1945. Zusammengestellt von Karl-Heinz Eisert, 1974 herausgegeben von der Heimatkreisorganisation Groß Wartenberg im Karl-Heinz Eisert Verlag Alfdorf/Württ.

Weblinks

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Einzelnachweise

<references />