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Susanne Heinrich (Schriftstellerin)

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Susanne Heinrich (* 13. Oktober 1985 in Oschatz bei Leipzig)<ref>Susanne Heinrich. In: Literaturport. Abgerufen am 8. Januar 2019 (Susanne Heinrich Kurzbiografie auf Literaturport).</ref> ist eine deutsche Schriftstellerin und Filmregisseurin. Mit ihrem Spielfilmdebüt Das melancholische Mädchen gewann sie beim Filmfestival Max Ophüls Preis 2019 den Max Ophüls Preis für den Besten Spielfilm und den Preis der Ökumenischen Jury.

Leben und Werk

Susanne Heinrich begann noch während ihrer Schulzeit am Humboldt-Gymnasium Leipzig mit dem Verfassen literarischer Texte. Ab 2004 studierte sie am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig, brach das Studium aber nach der Zwischenprüfung ab. Zwischen 2005 und 2011 erschienen vier Bücher von ihr im Dumont Buchverlag: zwei Romane und zwei Bände mit Erzählungen<ref>Personen / Deutsches Literaturinstitut Leipzig. Abgerufen am 23. Februar 2026.</ref>. Sie nahm 2005 am Wettbewerb um den Bachmannpreis in Klagenfurt teil.<ref>Eine junge Liebesgeschichte. In: Ingeborg-Bachmann-Preis 2005. Abgerufen am 8. Januar 2019 (Teilnahme von Susanne Heinrich am Ingeborg-Bachmann-Preis 2005 sowie Rezensionen ihres Beitrags).</ref> Sie gewann 2010 ein Aufenthalts-Stipendium in der Villa Aurora in Los Angeles<ref>Villa Aurora Stipendiaten | 2010. Villa Aurora & Thomas Mann House, abgerufen am 8. Januar 2019 (Aufenthalts-Stipendium in der Villa Aurora 2010).</ref> und erhielt 2011 ein Stipendium für die Casa Baldi in Olevano Romano.<ref>Stipendiaten – Casa Baldi 2011. Villa Massimo, abgerufen am 8. Januar 2019 (Aufenthalts-Stipendium in der Villa Massimo 2011).</ref>

Ab 2012 studierte sie Regie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB).<ref>Was wird. Archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 8. Januar 2019 (Auf der eigenen Webseite).</ref><ref name="Auch Kurz-Biographie" /> Ihr erster abendfüllender Spielfilm, Das melancholische Mädchen, wurde 2019 beim Wettbewerb in Saarbrücken mit dem Max Ophüls Preis ausgezeichnet.<ref name="Auch Kurz-Biographie">Das melancholische Mädchen. In: Filmfestival Max Ophüls Preis. 2019, abgerufen am 8. April 2026 (Uraufführung ihres Films Das melancholische Mädchen, Inhaltsangabe desselben).</ref><ref>„Das melancholische Mädchen“ siegt doppelt beim Max-Ophüls-Festival. In: Saarbrücker Zeitung. 19. Januar 2019, abgerufen am 20. Januar 2019 (Bericht über doppelten Preisgewinn).</ref> In der Jury-Begründung heißt es, der Film sei „ein Filmkunstwerk, das in beschwingtem und elegantem Ton, mit präzisen analytischen Worten und in pastellfarbenen minutiös durchgestalteten Bildern die Odyssee einer jungen Frau im Dazwischen des postmodernen Kultur- und Identitätsüberflusses erzählt. Mit ironischer Genauigkeit und humoriger Schlagfertigkeit trifft der Film in seiner Übersetzung feministischer Theorien pausenlos den Nagel auf den Kopf. Ein Film, dem es endlich gelingt, eine Sprache für eine ganze Generation von traurigen Mädchen zu finden und sich im Grunde seinen Preis im Film zu Recht schon selbst verliehen hat.“ Der Film gewann ebenfalls den Preis der ökumenischen Jury. Deren Jurybegründung liest sich so: „Unendlich komisch und gleichzeitig todtraurig, bis ins Detail komponierte Bilder, poetische Dialoge, in denen Beziehungen zum Lifestyle erkoren werden. Der Blick für den anderen verbleibt in der Leere. Die eigenwillig-konsequente Bildsprache eröffnet Leerstellen und Räume zum Weiterdenken. Schonungslos und präzise werden gesellschaftliche Zustände vorgeführt, hinterfragt und an die Zuschauenden weitergegeben. Eine junge Frau wird zur Symptomträgerin einer Gesellschaft, die ihre Glücksversprechen nicht einlöst.“<ref>Die Preisträger·innen 2019. In: Filmfestival Max Ophüls Preis. 2019, abgerufen am 8. April 2026.</ref>

Seit 2020 arbeitete Heinrich am zweiten Teil ihrer Trilogie zu Frauenfiguren im Spätkapitalismus. 2024 inszenierte sie zunächst ihr Stück „Mutter.Liebe“ am Theater Freiburg<ref>Badische Zeitung: Lachen mit einem Kloß im Hals: Über die Uraufführung von "Mutter.Liebe". 7. Februar 2024, abgerufen am 23. Februar 2026.</ref>, dessen Text zugleich Grundlage für den Film „Die miserable Mutter“ wurde, den Heinrich im Sommer 2024 in den MCA Studios in Leipzig drehte.<ref>MDM Online: Nachrichten. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 5. August 2024; abgerufen am 23. Februar 2026.</ref> 2024/25 erhielt Susanne Heinrich erste Förderungen für den dritten Teil ihrer Trilogie „Die veraltete Frau“<ref>Förderergebnisse Spielfilmförderung – 3. Jurysitzung vom 9., 10. + 11.12.2024 (3.2024). Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 25. September 2025; abgerufen am 23. Februar 2026.</ref>.

Neben ihrer Tätigkeit als Filmemacherin lehrt Susanne Heinrich an Filmhochschulen und leistet Juryarbeit für Filmfestivals<ref>NEISSE NYSA NISA FILM FESTIVAL: Jurys. Abgerufen am 23. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Prominente Jury-Besetzungen in Baden-Baden: Dominik Graf, Lavinia Wilson und Sönke Wortmann in den Jurys der TeleVisionale 2022. 13. Oktober 2022, abgerufen am 23. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Drehbuchlesung. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 18. Mai 2024; abgerufen am 23. Februar 2026.</ref>. In den Jahren 2023 und 2024 war sie Mitglied der Kommission für den deutschen Wettbewerb der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen.<ref>Katalog 69. Internationale Kurzfilmtage Oberhausen. 24. April 2023, abgerufen am 23. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Festival Catalogue Internationale Kurzfilmtage Oberhausen 2024. 29. April 2024, abgerufen am 23. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Susanne Heinrich war Sängerin in mehreren Bands, u. a. „Watching me fall“ (zusammen mit dem Schriftsteller Marcus Braun)<ref>Heinrich. Abgerufen am 23. Februar 2026.</ref>, „Heinrich“ (mit ihren Brüdern Stefan und Michael Heinrich)<ref>Leipziger Bands im Fokus: Heinrich. In: urbanite.net. 5. März 2014, abgerufen am 23. Februar 2026.</ref> und „Hysterische MILFs“ (bis 2019).<ref>Oliver Armknecht: Susanne Heinrich [Interview]. In: Film-Rezensionen.de. 22. Juni 2019, abgerufen am 23. Februar 2026.</ref>

Heinrich lebt mit ihrer Tochter in Leipzig.

Rezeption ihrer Bücher

Susanne Heinrichs gesammelte Erzählungen In den Farben der Nacht (2005) bezeichnete Sebastian Handke in der Süddeutschen Zeitung als „übliche Befindlichkeitsprosa mit Hang zum Autismus“, während Sebastian Domsch ihr attestierte, „jede Szene“ in ein „kleines Fest der Poesie“ zu verwandeln (taz).<ref>Susanne Heinrich: In den Farben der Nacht. In: Der Perlentaucher. Abgerufen am 8. Januar 2019 (Kritiken zum Werk).</ref> Heinrichs Roman Die Andere (2007) beschrieb Katharina Döbler kritisch als „disparates Dokument einer kreativen Selbstfindung“ (Die Zeit), während Sabine Peters dem Buch eine Verwandtschaft zum „Lore-Roman“ nachsagte – „unfreiwillige Komik und Kitsch inklusive“ (Frankfurter Rundschau).<ref>Susanne Heinrich: Die Andere. In: Der Perlentaucher. Abgerufen am 8. Januar 2019 (Kritiken zum Werk).</ref> An Heinrichs dritten Buch So, jetzt sind wir alle mal glücklich (2009) bemängelte Christoph Schröder in der SZ eine „schablonenhafte Figurenzeichnung“, während Marius Meller sich an „oberflächlichen Reflexionen“ störte.<ref>Susanne Heinrich: So, jetzt sind wir alle mal glücklich. In: Der Perlentaucher. Abgerufen am 8. Januar 2019 (Kritiken zum Werk).</ref> Während der Erzählband „Amerikanische Gefühle“ von den großen Feuilletons unbeachtet blieb, nannte Radio Fritz ihn ein „verstörend schönes wahrhaftiges Buch“, und der Kölner Stadtanzeiger urteilte: „Die Autorin verfügt über ein beachtliches Erzähltalent, das noch Großes erwarten lässt.“<ref>Amerikanische Gefᅵhle: Geschichten von Frauen und Mᅵnnern: Amazon.de: Susanne Heinrich: Bücher. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 14. Februar 2013; abgerufen am 23. Februar 2026.</ref>

Rezeption "Das melancholische Mädchen"

„Das melancholische Mädchen“ wurde von der Presse positiv aufgenommen. Der Filmdienst schrieb: „Ein grandioser, pointensicherer Grenzgänger zwischen post-dramatischem Theater und politischem Kino. Unterhaltsam und clever!“<ref>Das melancholische Mädchen. Abgerufen am 23. Februar 2026.</ref> In der Kino-Zeit hieß es: „Ein Film, in dem Lanthimos, Brecht und die Dadaisten fröhliche Urstände feiern“.<ref>Das melancholische Mädchen (2019) | Film, Trailer, Kritik. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 30. November 2023; abgerufen am 23. Februar 2026.</ref> Die Cinema lobte: „Politisch und doch sinnlich – abseits des Mainstreams und befindlichkeitsfixierter Partygespräche“.<ref>Das melancholische Mädchen (2019) - Film | cinema.de. CINEMA online, abgerufen am 23. Februar 2026.</ref> Die Frankfurter Rundschau schrieb: „Mit ihrem Film erneuert Susanne Heinrich das gesellschaftskritische Autorenkino“<ref>„Das melancholische Mädchen“ im Kino: Mit Audrey Hepburn-Pose gegen den Biedermeier. 10. Oktober 2019, abgerufen am 23. Februar 2026.</ref>, der Spiegel Online: „In Pink und Türkis fängt im deutschen Kino etwas Neues an“.<ref>Hannah Pilarczyk: "Das melancholische Mädchen" von Susanne Heinrich - Filmkritik. In: Der Spiegel. 26. Juni 2019, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 23. Februar 2026]).</ref> Die Welt urteilte: „Der richtige Film zur richtigen Zeit.“<ref>Spaß, geboren aus der Schreibblockade - WELT. Abgerufen am 23. Februar 2026.</ref> Und auch der Deutschlandfunk schwärmte: „Ein ausgesprochener Glücksfall für das deutsche Kino.“<ref>deutschlandfunkkultur.de: Neu im Kino: "Das melancholische Mädchen" - Die Liebe in Hipster-Zeiten. 26. Juni 2019, abgerufen am 23. Februar 2026.</ref>

Auszeichnungen

Literatur

  • In den Farben der Nacht. Erzählungen, Köln 2005. ISBN 978-3-8321-7937-3
  • Die Andere. Roman, Köln 2007. ISBN 978-3-8321-8013-3
  • So, jetzt sind wir alle mal glücklich. Roman, Köln 2009. ISBN 978-3-8321-8033-1
  • Amerikanische Gefühle: Geschichten von Frauen und Männern, Erzählungen, Köln 2011. ISBN 978-3-8321-9631-8

Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften

  • Im Schatten schwimmen, Erzählung, BELLA triste Nr. 24, 2009

Filmografie

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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