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Stumpfblütige Binse

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Stumpfblütige Binse
Datei:Juncus obtusiflorus Sturm12.jpg

Stumpfblütige Binse (Juncus subnodulosus), Illustration

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Binsengewächse (Juncaceae)
Gattung: Binsen (Juncus)
Art: Stumpfblütige Binse
Wissenschaftlicher Name
Juncus subnodulosus
Schrank

Die Stumpfblütige Binse<ref name="FloraWeb" /> (Juncus subnodulosus), auch Knötchen-Binse<ref name="InfoFlora" /> genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Binsen (Juncus) innerhalb der Familie der Binsengewächse (Juncaceae).

Beschreibung

Datei:Juncus subnodulosus kz05.jpg
Bestand
Datei:Juncus subnodulosus kz10.jpg
Blütenstand
Datei:Juncus subnodulosus kz08.jpg
Fruchtstand
Datei:Uromyces junci on Juncus subnodulosus.jpg
Rostpilz Uromyces junci auf Juncus subnodulosus

Vegetative Merkmale

Die Stumpfblütige Binse wächst als überwinternd grüne, ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 40 bis 130 Zentimetern erreicht. Sie bildet mit langen Ausläufern lockere Rasen mit kräftigem, bis 9 Millimeter dickem Rhizom.<ref name="Podlech1980" /> Die aufrechten Stängel sind bei einem Durchmesser von 2 bis 4 Millimetern stielrund oder schwach abgeflacht und tragen drei oder vier grundständige Blattscheiden und ein oder zwei normal entwickelte, stängelartige Laubblätter.<ref name="Podlech1980" /> Die grundständigen Blattscheiden enden stumpf oder mit einer kurzen Stachelspitze; sie sind stroh-gelb, seltener hell-grün oder hellrot-braun.<ref name="Podlech1980" /> Sterile Triebe tragen am Ende ein stängelähnliches Blatt, blühende Triebe zwei im Querschnitt nahezu stielrunde, quergekammerte und 2 bis 4 Millimeter dicke Laubblätter. Die Öhrchen der Blattscheiden sind bräunlich, kurz und ziemlich derb. Die Blattspreiten der Stängelblätter sind 20 bis 100 Zentimeter lang und 2 bis 4 Millimeter dick.<ref name="Podlech1980" />

Generative Merkmale

Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis Juli. Das unterste Tragblatt des Blütenstands ist laubblattartig und kürzer bis so lang wie der Blütenstand.<ref name="Podlech1980" /> Der Blütenstand ist eine im jungen Zustand sehr helle, stark verzweigte, lockere Spirre mit 10 bis 50, zuweilen 100 Teilblütenständen mit recht- oder stumpfwinkelig abstehenden, selten zurückgebogenen Ästen. Die Äste zweiter oder höherer Ordnung sind auffällig sparrig abstehend. Die Teilblütenstände sind etwa 5 Millimeter lang und enthalten fünf bis zwölf Blüten. Die bleich-grünen bis strohfarbenen Blütenhüllblätter sind bei einer Länge von 2 bis 2,5 Millimetern gleich lang, elliptisch mit stumpfem gerundetem oberen Ende, daher der deutsche Trivialname Stumpfblütige Binse; sie sind breit hutrandig und die äußeren Blütenhüllblätter sind bootförmig eingekrümmt.<ref name="Podlech1980" /> Die Staubblätter sind zwei Drittel bis drei Viertel so lang (selten ganz so lang) wie die Blütenhüllblätter.<ref name="Podlech1980" /> Die Staubbeutel sind 0,8 bis 1,1 Millimeter lang und länger bis doppelt so lang wie die Staubfäden.<ref name="Podlech1980" /> Der 0,7 bis 1 Millimeter lange, weiße Griffel endet in einer aufrechten, etwa 1 Millimeter langen, dreiteiligen Narbe.<ref name="Podlech1980" />

Die rot- bis kastanien-braune, seltener gelbe, glänzende Kapselfrucht ist etwas länger als die Blütenhüllblätter, dreikantig-eiförmig und seitlich abgeflacht; sie trägt eine kurze Spitze und ist dreifächrig.<ref name="Podlech1980" /> Die Samen sind bei einer Länge von 0,5 bis 0,6 Millimetern eiförmig und beiderseits zugespitzt.<ref name="Podlech1980" /> Die Samenschale ist manchmal rot-braun und netzartig gemustert mit etwa 20 Längsstreifen.<ref name="Podlech1980" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 40.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie

Der Rostpilz Uromyces junci befällt verschiedene Binsen-Arten, auch die Stumpfblütige Binse.<ref name="Podlech1980" />

Vorkommen

Die Stumpfblütige Binse kommt von Europa, dem Mittelmeerraum sowie Nordafrika (Marokko, Algerien sowie Tunesien)<ref name="Euro+Med" /> bis zur Türkei sowie zum Irak vor.<ref name="POWO" /> Neophytische Vorkommen existieren auf der Südinsel Neuseelands<ref name="POWO" /> und an der Ostküste Nordamerikas. Sie fehlt im nördlichen und östlichen Europa.<ref name="Euro+Med" />

Sie wächst in Feuchtwiesen (Calthion palustris <templatestyles src="Person/styles.css" />Tüxen 1937), Zwischenmoorwiesen (Caricion davallianae <templatestyles src="Person/styles.css" />Klika 1934) sowie in Gräben auf sickernassen, gut durchlüfteten, mehr oder weniger nährstoffreichen, meist kalk- oft auch salzhaltigen, Sumpfhumus- oder humosen Kalktuffböden. Die wächst gern über bewegtem, sauerstoffreichem Grundwasser oft bei Kalktuffbildung.<ref name="Podlech1980" /> Sie kommt in Mitteleuropa vor in Pflanzengesellschaften des Verbands Calthion, besonders im Juncetum subnodulosi, aber auch in Pflanzengesellschaften der Verbände Caricion davallianae und Magnocaricion.<ref name="Oberdorfer2001" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 4w+ (sehr feucht aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch), Salztoleranz = 1 (tolerant).<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie

Die Erstveröffentlichung von Juncus subnodulosus erfolgte 1789 durch Franz von Paula Schrank in Baiersche Flora. München, Band 1, Seite 616.<ref name="POWO" /> Synonyme für Juncus subnodulosus <templatestyles src="Person/styles.css" />Schrank sind: Juncus alpinus var. erectus <templatestyles src="Person/styles.css" />Racib., Juncus articulatus var. sylvaticus <templatestyles src="Person/styles.css" />L., Juncus articulatus subsp. sylvaticus <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Ehrh., Juncus bifolius <templatestyles src="Person/styles.css" />Hoppe nom. superfl., Juncus divaricatus <templatestyles src="Person/styles.css" />Wolff, Juncus divergens <templatestyles src="Person/styles.css" />W.D.J.Koch nom. superfl., Juncus erectus <templatestyles src="Person/styles.css" />Besser nom. illeg., Juncus neesii <templatestyles src="Person/styles.css" />F.Heller, Juncus obtusatus <templatestyles src="Person/styles.css" />Kit. ex Schult., Juncus obtusiflorus <templatestyles src="Person/styles.css" />Ehrh. ex Hoffm., Juncus obtusiflorus var. condensatus <templatestyles src="Person/styles.css" />Cout., Juncus obtusiflorus var. laxus <templatestyles src="Person/styles.css" />M.Mandon & Foucaud, Juncus obtusiflorus var. rubellus <templatestyles src="Person/styles.css" />Erdner, Juncus obtusiflorus var. schillingeri <templatestyles src="Person/styles.css" />G.Fisch., Juncus retroflexus <templatestyles src="Person/styles.css" />Rafn, Juncus sylvaticus <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Reichard nom. illeg., Juncus subnodulosus var. condensatus <templatestyles src="Person/styles.css" />(Cout.) Fern-Carv.<ref name="POWO" />

Literatur

  • Jürke Grau, Bruno P. Kremer, Bodo M. Möseler, Gerhard Rambold, Dagmar Triebel: Gräser. Süßgräser, Sauergräser, Binsengewächse und grasähnliche Familien Europas (= Steinbachs Naturführer). Neue, bearb. Sonderausgabe Auflage. Mosaik, München 1996, ISBN 3-576-10702-9.

Einzelnachweise

<references> <ref name="FloraWeb"> Juncus subnodulosus Schrank, Stumpfblütige Binse. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Juncus subnodulosus Schrank In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Podlech1980"> Dietrich Podlech: Familie Juncaceae. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Auflage, Band II, Teil 1. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1980, ISBN 3-489-54020-4, S. 381–382. </ref> <ref name="Euro+Med"> World Checklist of Selected Plant Families 2010, The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. In: Datenblatt Juncus subnodulosus In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="POWO"> Datenblatt Juncus subnodulosus bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science. </ref> </references>

Weblinks