Stube
Stube bezeichnet etymologisch einen geheizten Wohnraum (das Wort stammt von ahd. stuba, ist verwandt mit engl. stove ‚Ofen‘, und leitet sich von vulgärlateinisch extufare, ‚ausdünsten‘, ab<ref>Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.</ref>). Die Stube ist damit von dem großen, ebenfalls beheizbaren Saal zu unterscheiden, aber auch von der unbeheizten (Säulen-)Halle oder der schlecht bzw. nicht beheizbaren Kammer.<ref>Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, mit beständiger Vergleichung der übrigen Mundarten, besonders aber des Oberdeutschen. 5 Bände. Leipzig 1774–1786; 2. Auflage ebenda 1793–1801, 4 Bände, Bd. 4, Sp. 461, Lemma „Stube“</ref>
Die Stube war früher oft der wichtigste Raum in einer Wohnung oder einem Wohnhaus, sprich die alltägliche Wohnstube (im Unterschied zur guten Stube) und zeichnete sich ursprünglich durch eine rauchfreie Erwärmung durch eine Warmluftheizung oder einen Hinterladerofen (Kachelofen) aus. Insbesondere im Winter war die Stube oft das einzige heizbare Zimmer und somit der Hauptaufenthaltsort der Bewohner. Je nach Umständen kann die Stube ein eigenständiges Wohnzimmer, eine Wohnküche oder Teil eines herrschaftlichen Appartements (Raumfolge) sein.
In Mitteleuropa tauchen Stuben im städtischen Bereich häufiger seit dem 13. Jahrhundert auf. Im 19. Jahrhundert wurde im nostalgischen, aber auch deutschnational konnotierten Rückgriff eine sogenannte „altdeutsche Stube“ in zahlreiche Bürgerhäuser, Gaststätten und Hotels eingebaut.
In einem traditionellen Bauernhaus diente die Stube neben der Repräsentation – hier wurden wertvolle Besitztümer, etwa Bücher, ausgestellt und man empfing hier Besucher – auch als Arbeitsraum. Weil es in der Stube warm war, wurden auch Kranke hier untergebracht und in besonders kalten Winternächten manchmal auch die Hühner. Ihre Entwicklung war auch mit der Entwicklung des Kachelofens stark verbunden. In manchen Regionen, etwa der südlichen Eifel, besaßen Häuser wohlhabender Bauern zwei Stuben, von denen die eine im Alltag benutzt wurde, die andere als „gute Stube“ nur für festliche Ereignisse, etwa Familienfeste, benutzt wurde; sie war oft nicht heizbar, ähnlich dem norddeutschen Pesel und in Luxemburg. Die Alltagsstube eines Eifelhauses verfügte dagegen über eine Takenheizung als regionale Sonderform, bei der die Wärme des Kochfeuers durch die eiserne Takenplatte auch der Stube zugutekam.
Als Stube wird auch der Wohn- und Schlafraum für Soldaten in einer Kaserne bezeichnet.
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Literatur
- Konrad Bedal: Wohnen wie zu Dürers Zeiten. Stuben und Wohnräume im süddeutschen, insbesondere fränkischen Bürgerhaus des späten Mittelalters. In: Das Dürer-Haus. Neue Ergebnisse der Forschung. Nürnberg 2007, S. 27–60.
- Konrad Bedal: Wohnkultur und Wunderglaube. Zu den Darstellungen von Stube und Kammer auf den Dettelbacher Mirakelbildern. In: Recht und Religion im Alltagsleben. 2005, S. 329–342.
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- Joachim Hähnel: Stube. Wort- und sachgeschichtliche Beiträge zur historischen Hausforschung. Münster 1975.
- Stephan Hoppe: Hofstube und Tafelstube. Funktionale Raumdifferenzierungen auf mitteleuropäischen Adelssitzen seit dem Hochmittelalter. In: Georg Ulrich Großmann, Hans Ottomeyer (Hrsg.): Die Burg. Wissenschaftlicher Begleitband zu den Ausstellungen „Burg und Herrschaft“ und „Mythos Burg“. Publikation der Beiträge des Symposions Die Burg vom 19.–22. März 2009.
Weblinks
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Einzelnachweise
<references />
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