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Streitkräfte Armeniens

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Datei:Flag of Armenia.svg Streitkräfte Armeniens
Հայկական Բանակ
Datei:Flag of the Armenian Ministry of Defense, FOTW CRW Flags.png
Führung
Oberbefehlshaber: Nikol Paschinjan
Verteidigungsminister: Suren Papikjan<ref>Suren Papikyan will replace Arshak Karapetyan as Defense Minister of Armenia. In: en.armradio.am. 15. November 2021, abgerufen am 16. November 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Militärischer Befehlshaber: Generalmajor Edward Asrjan<ref>Armenia gets new chief of general staff of army. In: civilnet.am. 15. Juli 2022, abgerufen am 25. September 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Sitz des Hauptquartiers: Jerewan
Teilstreitkräfte: Datei:Army Armenia.jpg Armenisches Heer

Datei:Roundel of Armenia.svg Armenische Luftstreitkräfte
Datei:Symbol of Armenian Border Guard.jpg Armenischer Grenzschutz

Militärische Stärke
Aktive Soldaten: 44.000 (2020)<ref>Global Defence Website. Abgerufen am 29. September 2020.</ref>
Reservisten: 200.000 (2020)
Wehrpflicht: 24 Monate (verpflichtend) 9 Jahre (freiwillig)<ref>Armenian Military statistics Aufgerufen am 20. April 2013</ref>
Wehrtauglichkeitsalter: 18
Haushalt
Militärbudget: 1,3 Mrd. $ (2023)<ref> https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1336659/umfrage/militaerausgaben-von-armenien/ </ref>
Anteil am Bruttoinlandsprodukt: 5.45% (2023)<ref> https://de.statista.com/statistik/daten/studie/588718/umfrage/anteil-der-militaerausgaben-am-bip-in-armenien/ </ref>
Geschichte
Gründung: 28. Januar 1992

Die Streitkräfte Armeniens (armenisch:Հայկական Բանակ) ist das Militär der Republik Armenien. Die armenischen Streitkräfte gliedern sich in Heer (arm.: Հայկական Բանակ), Luftstreitkräfte (arm.: Հայաստանի Ռազմաօդային Ուժեր), Luftverteidigung (arm.: Հայաստանի Ռազմաօդային Ուժեր) und Grenzschutz (arm.:Հայաստանի Սահմանի Պահակություն). Armenien hat keine Marine, da es ein Binnenstaat ist. Der Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist der armenische Premierminister, zurzeit Nikol Paschinjan.<ref>Rede des Premierministers als Oberbefehlshaber der armenischen Streitkräfte am 27. September 2020, abgerufen am 4. Oktober 2020</ref> Die Streitkräfte wurden kurz nach der Unabhängigkeit Armeniens am 28. Januar 1992 aufgestellt. Bislang bestand eine enge Kooperation mit den russischen Streitkräften.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Russland verlängert Militärpräsenz in Armenien (Memento vom 26. August 2010 im Internet Archive); zuletzt abgerufen am 15. März 2012.</ref> Armenien ist Mitglied der Partnerschaft für den Frieden und der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit.

Finanzierung

Die Militärausgaben bewegten sich lange auf konstanten Niveau. Durch den fortwährenden Konflikt mit Aserbaidschan um die Region Bergkarabach wurden die Militärausgaben zuletzt drastisch erhöht.

Jahr Militärausgaben in Mio. USD<ref>René Muschter: Armenien: Militärausgaben von 2008 bis 2023. In: de.Statista.com. 3. September 2024, abgerufen am 14. Januar 2025.</ref> Statista.] Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 20. Juni 2024; abgerufen am 14. Januar 2025.</ref>
2008 396,0 3,40
2009 359,5 4,16
2010 395,0 4,27
2011 390,9 3,85
2012 380,6 3,58
2013 444,6 4,00
2014 457,8 3,94
2015 447,4 4,24
2016 431,4 4,09
2017 443,6 3,85
2018 513,3 4,12
2019 652,0 4,79
2020 634,0 4,98
2021 619,4 4,47
2022 795,2 4,08
2023 1329,5 5,45

Einsätze

Erstmals wurden die armenischen Streitkräfte während des Bergkarabach-Konflikts im Jahr 1993 eingesetzt. Damals griffen die armenische Streitkräfte auf Seiten der Republik Bergkarabach ein. Im Verlauf des Krieges konnten die Truppen der Republik Bergkarabach gemeinsam mit der armenischen Armee große Teile der mehrheitlich von Armeniern bewohnten Region Bergkarabach in Aserbaidschan unter ihre Kontrolle bringen. Außerdem besetzten sie die aserbaidschanischen Bezirke Ağdam, Cəbrayıl, Füzuli, Kəlbəcər, Laçın, Qubadlı und Zəngilan, die außerhalb von Bergkarabach liegen. Im April 2016 kam es zu einer Eskalation der Lage an der Waffenstillstandslinie rund um Bergkarabach mit etwa 200 Toten. Im Juli 2020 kam es entlang der Grenze zwischen Armenien und Aserbaidschan erneut zu Gefechten.<ref>Markus Ackeret: Gefechte im Kaukasus: Armenien und Aserbaidschan beschuldigen sich gegenseitig. In: Neue Zürcher Zeitung. NZZ.ch, 18. Juli 2020, abgerufen am 15. November 2020.</ref>

Im Bergkarabachkrieg 2020 mussten die armenischen Streitkräfte nach nur 44 Tagen Krieg die militärische Niederlage gegenüber der aserbaidschanischen Armee erklären. Die armenischen Truppen waren offenbar auf einen größeren Konflikt mit Aserbaidschan nur unzureichend vorbereitet. Die Niederlage hatte große Gebietsverluste der Armenier zur Folge.<ref>Markus Ackeret: Armenien hat den Krieg um Karabach verloren. In: Neue Zürcher Zeitung. NZZ.ch, 18. Juli 2020, abgerufen am 15. November 2020.</ref>

Die armenischen Streitkräfte liefern sich bis heute Gefechte mit Aserbaidschan an der Waffenstillstandslinie im armenisch-aserbaidschanischen Grenzkrieg.

Gemessen an seinem Bruttoinlandsprodukt (BIP) und der Gesamtbevölkerung wies Armenien laut dem Globalen Militarisierungsindex (GMI) des Bonn International Center for Conversion (BICC) im Jahre 2015 den höchsten Militarisierungsgrad in Europa auf. Im weltweiten Maßstab lag das Land im gleichen Jahr auf Platz 3 hinter Israel und Singapur.<ref>Max M.Mutschler/BICC: Global Militarization Index 2016. 2016, abgerufen am 14. November 2017 (englisch).</ref>

Internationale Friedensmissionen

Armenien entsandte zudem 46 Soldaten in den Irakkrieg, wo sie als Mitglied der Koalition der Willigen unter polnisches Kommando gestellt waren. Außerdem ist Armenien im Moment mit 70 Soldaten an der KFOR-Mission in Kosovo beteiligt sowie zeitweise mit 120 Soldaten an der Resolute-Support-Mission der NATO in Nordafghanistan unter deutschem Kommando.

Ausrüstung

Vorlage:Hinweisbaustein

Die in den armenischen Streitkräften eingesetzten Waffen bzw. Waffensysteme sind sowjetischen bzw. russischen Ursprungs.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Streitkräfteübersicht / Armed Forces (Memento vom 26. Dezember 2010 im Internet Archive)Vorlage:Abrufdatum</ref>

Stand: 2016<ref>[1], The Military Balance 2016, Abruf am 18. Juli 2020.</ref>

Heer

Datei:Armenian soldiers.jpg
Armenische Soldaten während einer Übung


Typ Produktionsland Waffensystem Anzahl
T-90 RusslandDatei:Flag of Russia.svg Russland Kampfpanzer 30
T-72 SowjetunionDatei:Flag of the Soviet Union.svg Sowjetunion Kampfpanzer 110
T-80 SowjetunionDatei:Flag of the Soviet Union.svg Sowjetunion Kampfpanzer 20<ref>Nagorno-Karabakh and the military balance – Published in Analytical Articles</ref>
BMP-1 SowjetunionDatei:Flag of the Soviet Union.svg Sowjetunion Schützenpanzer 106
BMP-2 SowjetunionDatei:Flag of the Soviet Union.svg Sowjetunion Schützenpanzer 100
BTR-60 SowjetunionDatei:Flag of the Soviet Union.svg Sowjetunion Schützenpanzer 108
BTR-70 SowjetunionDatei:Flag of the Soviet Union.svg Sowjetunion Schützenpanzer 18
BTR-80 SowjetunionDatei:Flag of the Soviet Union.svg Sowjetunion Schützenpanzer 50
MT-LB SowjetunionDatei:Flag of the Soviet Union.svg Sowjetunion Transportpanzer 145
GAZ-2975 Tigr RusslandDatei:Flag of Russia.svg Russland Transportpanzer 5
Bastion Patsas FrankreichDatei:Flag of France.svg Frankreich Gepanzerter Personentransporter ~24 (insgesamt wurden 50 Personentransporter bestellt)
Lusan ArmenienDatei:Flag of Armenia.svg Armenien Infanterie-Mobilitätsfahrzeug 15

Luftwaffe

Datei:Krunk UAV.jpg
Die Krunk Drohne ist Armeniens erste Drohne aus eigener Produktion
Typ Produktionsland Anzahl<ref>World Air Forces 2021. flightglobal.com, abgerufen am 18. März 2021.</ref>
Kampfflugzeuge
Su-25 RusslandDatei:Flag of Russia.svg Russland 9
Su-30SM RusslandDatei:Flag of Russia.svg Russland 4
Transportflugzeuge
Iljuschin Il-76 RusslandDatei:Flag of Russia.svg Russland 3
Hubschrauber
Mil Mi-8 SowjetunionDatei:Flag of the Soviet Union.svg Sowjetunion 11
Mil Mi-24 SowjetunionDatei:Flag of the Soviet Union.svg Sowjetunion 15
Schulflugzeuge/hubschrauber
Aero L-39 TschechoslowakeiDatei:Flag of the Czech Republic.svg Tschechoslowakei 6
Mil Mi-2 SowjetunionDatei:Flag of the Soviet Union.svg Sowjetunion 6
Su-25 RusslandDatei:Flag of Russia.svg Russland 1

Die Flugabwehr nutzt die Systeme Tor-M2KM,<ref>https://www.armyrecognition.com/december_2019_global_defense_security_army_news_industry/armenia_armed_forces_have_received_russian_tor-m2km_air_defense_missile_systems.html (Abruf am 2. Februar 2020)</ref> 2K11 Krug, S-75, S-125, 9K32 Strela-2, 9K33 Osa S-300P, 9K35 Strela-10, 9K310 Igla-1 und 9K38 Igla.

Gemessen an seinem Bruttoinlandsprodukt (BIP) und der Gesamtbevölkerung wies Armenien laut dem Globalen Militarisierungsindex (GMI) des Bonn International Center for Conversion (BICC) im Jahre 2015 den höchsten Militarisierungsgrad in Europa auf. Im weltweiten Maßstab lag das Land im gleichen Jahr auf Platz 3 hinter Israel und Singapur.<ref>Max M.Mutschler/BICC: Global Militarization Index 2016. 2016, abgerufen am 14. November 2017 (englisch).</ref>

Generalstabschefs

Nr. Name Bild Beginn der Berufung Ende der Berufung
11 Generalmajor Edward Asrjan Datei:Blank portrait, male (rectangular).png 14. Juli 2022 amtierend
10 Generalleutnant Artak Dawtjan Datei:Artak Davtyan.jpg 22. März 2021 24. Februar 2022
9 Generaloberst Onik Gasparjan Datei:Onik Gasparyan.jpeg 8. Juni 2020 10. März 2021
8 Generalleutnant Artak Dawtjan Datei:Artak Davtyan.jpg 24. Mai 2018 8. Juni 2020
7 Generalleutnant Movses Hakobjan Datei:Movses Hakobyan, 2017.jpg 3. September 2016 24. Mai 2018
6 Generaloberst Jurij Chatschaturow Datei:Meeting with CSTO Secretary General Yury Khachaturov.jpg 14. April 2008 3. September 2016
5 Generaloberst Sejran Ohanjan Datei:Seyran Ohanyan at the Pentagon 2012 crop.jpg 11. Mai 2007 14. April 2008
4 Generaloberst Mikael Harutunjan 12. Mai 1994 24. April 2007
3 Generalleutnant Hratschja Andreasjan Datei:Hratschja-Andreasjan Eriwan Siegespark 20211102.jpg 1993 12. Mai 1994
2 Generalleutnant Norat Ter-Grigorjanz Datei:Norat Ter-Grigoryants, October 2019.jpg 10. August 1992 1993
1 Generaloberst Gurgen Dalibaltajan Datei:Gurgen Dalibaltayan.jpg 1991 1992

Öffentlichkeitsarbeit

Teil der Öffentlichkeitsarbeit der „Streitkräfte Armeniens“ ist das TV-Programm „Streitkräfte“ („Zinuzh“ / „Զինուժ“), das Samstagabend im armenischen öffentlichen Fernsehen ausgestrahlt wird. Daneben betreiben die Streitkräfte einen eigenen YouTube-Kanal namens „Zinuzh MEDIA“ („Զինուժ ՄԵԴԻԱ“). Dieser gehört zum „Zinuzh“-Programm des Verteidigungsministeriums und hat nach eigenen Angaben das Ziel, das Leben der Streitkräfte nachvollziehbar zu machen, den militärischen Tagesablauf und Militärdienst an der Grenze zu Aserbaidschan, sowie in der Region Bergkarabach („Arzach“) zu zeigen. Daneben sollen „Porträts bekannter Offiziere, Soldaten, Berichte über die Bewaffnung, Ausrüstung im Arsenal der armenischen Armee, Expertenmeinungen, Analysen zu regionalen Entwicklungen, Informationen über die Situation an der Front usw.“ vermittelt werden. Das Logo zeigt einen nach links gewandten stilisierten Adlerkopf mit Flügelansätzen.<ref>YouTube-Kanal der Streitkräfte Armeniens, abgerufen am 7. Oktober 2020</ref> Unter dem Titel "«Streitkräfte» Fernsehprogramm" («Զինուժ» հեռուստածրագիր) betreibt die Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit des Verteidigungsministeriums auch einen Facebook-Kanal.<ref>Facebook-Kanal der Streitkräfte Armeniens, abgerufen am 7. Oktober 2020</ref>

Galerie

Siehe auch

Einzelnachweise

<references responsive />

Weblinks

Commons: Military of Armenia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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