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Stoß (Bergbau)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Als Stoß bezeichnet man im Bergbau die jeweils senkrecht (auch schräg) stehende Wand.<ref name="Quelle 5" /> Dabei handelt es sich entweder um die seitliche Begrenzungsfläche eines Grubenbaues oder um eine seitliche Angriffsfläche für die Gewinnung von Rohstoffen.<ref name="Quelle 2" /> Ebenso bezeichnet man einen schmalen Lagerstättenstreifen als Stoß, nach dem bei der stoßartigen Bauweise der Abbau betrieben wird.<ref name="Quelle 1" />

Grundlagen und Allgemeines

Der Begriff Stoß wird im Bergbau in mehrfacher Hinsicht verwendet.<ref name="Quelle 2" /> So bezeichneten früher die Bergleute in Schächten die beiden kürzeren Seiten<ref group="ANM" name="Anm. Veith." /> als kurze Stöße.<ref name="Quelle 7" /> Im Gegenzug dazu wurden die beiden längeren Seiten des Schachtes als lange Stöße bezeichnet.<ref name="Quelle 5" /> Später bezeichneten die Bergleute bei allen Grubenbauen die Stelle, wo sie aufhörten, das Gebirge mittels Schrämen zu bearbeiten, als Stoß.<ref name="Quelle 3" /> Danach wurde der Begriff auch als Bezeichnung für die Markscheide verwendet, denn dort endete jegliche bergmännische Bearbeitung des Gebirges.<ref name="Quelle 4" /> War der Bergmann mit der Schrämarbeit an einer Stelle des freigelegten Gebirges bis zu diesem festgelegten Endpunkt vorgedrungen, so wurde nur noch die gesamte zu bearbeitende Fläche gleichmäßig bis zu diesem Endpunkt bearbeitet.<ref name="Quelle 3" /> Der Bergmann nannte dieses den Stoß halten.<ref name="Quelle 4" />

Weitere Bezeichnungen

Durch Hinzufügung des jeweiligen Grubenbaues lässt sich die Bezeichnung des Stoßes noch weiter präzisieren.<ref name="Quelle 6" /> Beispiele hierfür sind der Schachtstoß und der Streckenstoß.<ref name="Quelle 5" /> Aber auch die jeweiligen seitlichen Angriffsflächen beim Abbau mit treppenförmigen Absätzen, wie z. B. beim Firstenbau, werden als Stöße bezeichnet.<ref name="Quelle 7" /> Die Bezeichnung der jeweiligen Abbaustöße hängt davon ab, welches Abbauverfahren angewendet wird.<ref name="Quelle 5" /> Beim Firstenbau bezeichnet man beispielsweise den Abbaustoß als Firstenstoß.<ref name="Quelle 7" /> Den Abbaustoß beim Strebbau bezeichnet der Bergmann als Strebstoß.<ref name="Quelle 5" /> Die Wandung von Bohrlöchern bezeichnet man im Bergbau als Bohrlochstoß.<ref name="Quelle 7" /> Bei tonnlägigen Schächten wird die obere Seitenfläche als Hangendstoß<ref group="ANM" name="Anm. Dann. 1." /> und die untere Seitenfläche als Liegendstoß<ref group="ANM" name="Anm. Dann. 2." /> bezeichnet.<ref name="Quelle 5" />

Siehe auch

Einzelnachweise

<references>

<ref name="Quelle 1">Walter Bischoff, Heinz Bramann, Westfälische Berggewerkschaftskasse Bochum: Das kleine Bergbaulexikon. 7. Auflage, Verlag Glückauf GmbH, Essen 1988, ISBN 3-7739-0501-7.</ref> <ref name="Quelle 2">Tilo Cramm, Joachim Huske: Bergmannssprache im Ruhrrevier. 5. überarbeitete und neu gestaltete Auflage, Regio-Verlag, Werne 2002, ISBN 3-929158-14-0.</ref> <ref name="Quelle 3">Johann Christoph Stößel (Hrsg.): Bergmännisches Wörterbuch, darinnen die deutschen Benennungen und Redensarten erkläret und zugleich die in Schriftstellern befindlichen lateinischen und französischen angezeiget werden. Chemnitz 1778.</ref> <ref name="Quelle 4">Erklärung aller Kunstwörter und Redensarten bey Bergwerken und Hütten – Arbeiten nach alphabetischer Ordnung in zwey Theilen. Mit einer kurzen Vorrede. Neue Auflage, in Commission bey C. G. Fleckeisen, Helmstedt 1802.</ref> <ref name="Quelle 5">Julius Dannenberg, Werner Adolf Franck (Hrsg.): Bergmännisches Wörterbuch. Verzeichnis und Erklärung der bei Bergbau – Salinenbetrieb und Aufbereitung vorkommenden technischen Ausdrücke, nach dem neuesten Stand der Wissenschaft – Technik und Gesetzgebung bearbeitet, F. U. Brockhaus, Leipzig 1882.</ref> <ref name="Quelle 6">Erklärendes Wörterbuch der im Bergbau in der Hüttenkunde und in Salinenwerken vorkommenden technischen und in Salinenwerken vorkommenden technischen Kunstausdrücke und Fremdwörter. Verlag der Falkenberg’schen Buchhandlung, Burgsteinfurt 1869.</ref> <ref name="Quelle 7">Heinrich Veith: Deutsches Bergwörterbuch mit Belegen. Verlag von Wilhelm Gottlieb Korn, Breslau 1871.</ref>

</references>

Anmerkungen

<references group="ANM">

<ref group="ANM" name="Anm. Dann. 1.">Gemeint ist hier die dem Hangenden zugekehrte Seitenfläche des tonnlägigen Schachtes. (Quelle: Julius Dannenberg, Werner Adolf Franck (Hrsg.): Bergmännisches Wörterbuch.)</ref> <ref group="ANM" name="Anm. Dann. 2.">Gemeint ist hier die dem Liegenden zugekehrte Seitenfläche des tonnlägigen Schachtes. (Quelle: Julius Dannenberg, Werner Adolf Franck (Hrsg.): Bergmännisches Wörterbuch.)</ref> <ref group="ANM" name="Anm. Veith.">Dies lag daran, dass die Schächte überwiegend mit einem rechteckigen Querschnitt versehen waren. (Quelle: Heinrich Veith: Deutsches Bergwörterbuch mit Belegen.)</ref>

</references>