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Stiban

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Stibin)
Strukturformel
Struktur von Stiban
Keilstrichformel zur Verdeutlichung der Geometrie
Allgemeines
Name Stiban
Andere Namen
  • Antimonhydrid
  • Antimontrihydrid
  • Antimonwasserstoff
  • Monostiban
  • Stibin
Summenformel SbH3
Kurzbeschreibung

farbloses, unangenehm faulig riechendes Gas<ref name="GESTIS"/>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer (Listennummer) 620-578-3
ECHA-InfoCard 100.149.507
PubChem 9359
ChemSpider 8992
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 124,77 g·mol−1
Aggregatzustand

gasförmig

Dichte

2,16 g·cm−3 (flüssig, −17 °C)<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Schmelzpunkt

−88,5 °C<ref name="GESTIS"/>

Siedepunkt

−17 °C<ref name="GESTIS"/>

Dampfdruck

82,8 kPa (−23 °C)<ref>L. Berka, T. Briggs, M. Millard, W. Jolly: The preparation of stibine and the measurement of its vapour pressure. In: Journal of Inorganic and Nuclear Chemistry. 14, 1960, S. 190–194, doi:10.1016/0022-1902(60)80257-6.</ref>

Löslichkeit
Dipolmoment

0,4·10−30 C·m<ref name="Aylward">G.H. Aylward, T.J.V. Findlay: Datensammlung Chemie in SI-Einheiten. 3. Auflage. Wiley-VCH, 1999, ISBN 3-527-29468-6.</ref>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.240.780">Nicht explizit in Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Gruppeneintrag Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS"/>
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 220​‐​280​‐​300​‐​373​‐​410
P: 210​‐​260​‐​273​‐​304+340+315​‐​308+313​‐​377​‐​381​‐​403​‐​405<ref name="GESTIS"/>
MAK

Schweiz: 0,1 ml·m−3 bzw. 0,5 mg·m−3<ref>Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva): Grenzwerte – Aktuelle MAK- und BAT-Werte (Suche nach 7803-52-3 bzw. Stiban)Vorlage:Abrufdatum</ref>

Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

145 kJ/mol<ref name="Aylward"/>

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Stiban (Monostiban oder Antimonwasserstoff, veraltet auch als Stibin bezeichnet), chemische Formel SbH3, ist ein farbloses, übelriechendes und äußerst giftiges Gas, das bei der Auflösung von salzartigen Antimoniden in Wasser und verdünnten Säuren entsteht.

Geschichte

Die Verbindung wurde erstmals im Jahr 1837 unabhängig voneinander von den Chemikern Lewis Thomson und Christoph Heinrich Pfaff entdeckt.<ref name="Soukup_anorg">Rolf Werner Soukup: Chemiegeschichtliche Daten anorganischer Substanzen Version 2020, S. 144.</ref><ref name="Thomson">L. Thompson: Über Antimonwasserstoffgas nebst einigen Bemerkungen über Marshsneue Methode das Arsenik zu entdecken in J. prakt. Chem. 11 (1837) 369–371.</ref><ref Name="Pfaff">C.H. Pfaff: Ueber Antimonwasserstoffgas und die davon abhängige Unsicherheit des neuerlich von James Marsh entdeckten Verfahrens zur Entdeckung des Arseniks in mehreren wichtigen Fällen. In: Annalen der Physik. Bd. 118, 1837, S. 339–347.</ref>

Gewinnung und Darstellung

Stiban wird aus löslichen Antimonverbindungen und naszierendem Wasserstoff gewonnen. So entsteht bei der Reaktion von Antimon(III)-hydroxid mit naszierendem Wasserstoff Stiban und Wasser. Zuvor wird der naszierende Wasserstoff zum Beispiel mit Zink und Salzsäure gewonnen.<ref>Praktikum Anorganische Chemie/ Zinn – Wikibooks, Sammlung freier Lehr-, Sach- und Fachbücher. Abgerufen am 27. August 2018.</ref>

<math>\mathrm{Zn + 2 \ HCl \longrightarrow 2 \ H_{nasc} + ZnCl_2}</math>
<math>\mathrm{Sb(OH)_3 + 6 \ H_{nasc} \to SbH_3 + 3 \ H_2O}</math>

Eine andere Möglichkeit besteht darin, Magnesiumantimonid in einem Überschuss verdünnter Salzsäure zu lösen.

<math>\mathrm{Mg_3Sb_2 + 6 \ HCl \to 2 \ SbH_3 + 3 \ MgCl_2}</math>

Beide Methoden bringen jedoch den Nachteil mit sich, dass das entstehende Gas hauptsächlich aus Wasserstoff besteht. Durch Abkühlen des Gases auf unter −17 °C kann dieser jedoch abgetrennt werden, da Stiban bei dieser Temperatur kondensiert.

Eine Methode, die diesen Nachteil nicht mit sich bringt, ist die Hydrierung von Antimon(III)-chlorid mittels Natriumborhydrid in salzsaurer Lösung.<ref name=roempp/>

<math>\mathrm{SbCl_3 + 3 \ NaBH_4 \longrightarrow\ SbH_3 + 3\ NaCl + 3 \ BH_3}</math>

Eigenschaften

Physikalische Eigenschaften

Der Schmelzpunkt liegt bei −88 °C, der Siedepunkt bei −17 °C. Die Gibbs-Energie <math>\Delta_f G^0_g</math> beträgt 148 kJ/mol, die Standardentropie <math>S^0_g</math> 233 J/(mol·K) und die Wärmekapazität <math>C^0_{pg}</math> 41 J/(mol·K).<ref name="Aylward"/> Stiban ist ein pyramidales Molekül mit den drei Wasserstoff-Atomen an der dreieckigen Pyramidenbasis und dem Antimon-Atom an der Pyramidenspitze. Die Winkel H-Sb-H betragen 91,7°, der Abstand Sb-H beträgt 1,707 Å.

Chemische Eigenschaften

Die chemischen Eigenschaften des Stibans ähneln dem Arsenwasserstoff. Typisch für ein Schwermetallhydrid ist Stiban instabiler als die jeweiligen Elemente. Bei Raumtemperatur zerfällt das Gas langsam, bei 200 °C jedoch sehr schnell. Dieser Prozess verläuft autokatalytisch und unter Umständen explosiv.

<math>\mathrm{2 SbH_3 \to 3 H_2 + 2 Sb}</math>

Mit starken Basen lässt sich Stiban unter Bildung von Antimoniden deprotonieren.

Verwendung

Stiban wird in der Halbleiterindustrie zur n-Dotierung von Silicium verwendet.

Sicherheitshinweise

Aufgrund der hohen Toxizität und der leichten Entflammbarkeit ist beim Umgang mit Stiban Vorsicht geboten. Es sollte mit Schutzkleidung und Schutzmaske, fernab von offenen Flammen und Funkenbildung gehandhabt werden.

Einatmen von Stiban kann zu Husten, Übelkeit, Hals- und Kopfschmerzen, Mattigkeit, blutigem Urin und zu Atemnot führen. Es können Schädigungen des Blutes, der Leber, der Nieren und des Zentralnervensystems auftreten, die zum Tod führen können.

Aufgrund der Instabilität sollte Stiban möglichst nicht gelagert werden.

Nachweis

Stiban lässt sich mit der Marsh’schen Probe nachweisen. Hierzu wird Stiban, vermischt mit Wasserstoff, durch ein dünnes, zu einer Spitze ausgezogenes Glasrohr geleitet, und am Ende abgefackelt. Dabei wird das Glasrohr mit einem Bunsenbrenner erhitzt, wobei sich bei Anwesenheit von Stiban im Glasrohr ein Antimonspiegel bildet. Der Antimonspiegel unterscheidet sich von einem Arsenspiegel durch seine dunklere Farbe, außerdem ist er in Natriumhypochloritlösung unlöslich und färbt sich mit Polysulfidlösung orange.

Literatur

Weblinks

Commons: Stiban – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references/>