Stetter-Reaktion
Die Stetter-Reaktion ist eine chemische Reaktion, die der Synthese von 1,4-Diketonen dient. Als Edukte dieser cyanid-katalysierten Reaktion werden ein Aldehyd und ein Michael-Akzeptor (α,β-ungesättigtes Keton, siehe auch Michael-Addition) eingesetzt. Auch α,β-ungesättigte Nitrile oder Ester können zur Reaktion gebracht werden. Die Reaktion ist nach dem deutschen Chemiker Hermann Stetter benannt.<ref name=Stetter>Hermann Stetter: Die katalysierte Addition von Aldehyden an aktivierte Doppelbindungen - Ein neues Syntheseprinzip, Angewandte Chemie 1976, 88, 695–736.</ref>
Reaktionsmechanismus
Zunächst addiert das Cyanidion reversibel an den Aldehyd. Das gebildete Alkoholat tautomerisiert nun zu einem Carbanion, welches dann nukleophil am Michael-Akzeptor angreift. Durch Abspaltung des katalytisch zugesetzten Cyanids und anschließender Keto-Enol-Tautomerie wird das gewünschte Diketon erhalten.
Varianten
Anstelle von Cyanidionen können auch aus Thiazoliumsalzen oder Triazoliumsalzen erzeugte N-Heterocyclische Carbene (NHC) als Organokatalysator verwendet werden. Durch den Einsatz chiraler NHC-Katalysatoren können enantiomerenreine Produkte erhalten werden.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>
Werden α,β-ungesättigte Nitrile als Akzeptoren eingesetzt, so können durch die Stetter-Reaktion γ-Ketonitrile synthetisiert werden.
Einzelnachweise
<references />
Literatur
Hans Beyer, Wolfgang Walter: Lehrbuch der Organischen Chemie; S. Hirzel Verlag, Stuttgart – Leipzig 1998, 23. überarb. und aktualisierte Auflage; ISBN 3-7776-0808-4.