Zum Inhalt springen

Sternhöhe (Informatik)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Die Sternhöhe ist ein Begriff aus der Theoretischen Informatik. Sie gibt zu einem regulären Ausdruck das Maximum aller verschachtelten Anwendungen des Kleene-Stern-Operators an.

Definition

Die Sternhöhe <math>\operatorname{sh}(r)</math> eines regulären Ausdrucks r über einem endlichen Alphabet A ist rekursiv definiert als

<math>\operatorname{sh}(\emptyset) = 0</math>
<math>\operatorname{sh}(\varepsilon) = 0</math>
<math>\operatorname{sh}(x) = 0 \quad \forall x \in A</math>
<math>\operatorname{sh}(v\cdot w) = \max(\operatorname{sh}(v),\operatorname{sh}(w))</math> für alle regulären Ausdrücke <math>v, w</math>
<math>\operatorname{sh}(v | w) = \max(\operatorname{sh}(v),\operatorname{sh}(w))</math> für alle regulären Ausdrücke <math>v, w</math>
<math>\operatorname{sh}(v^\star) = \operatorname{sh}(v) + 1</math> für alle regulären Ausdrücke <math>v</math>

Darauf aufbauend ist die Sternhöhe <math>\operatorname{sh}(L)</math> einer regulären Sprache <math>L</math> definiert als das Minimum aller Sternhöhen <math>n</math>, für das ein regulärer Ausdruck <math>r\in L</math> mit <math>\operatorname{sh}(r)=n</math> existiert.

Sternhöhenproblem

Das Sternhöhenproblem behandelt die Frage, ob es eine maximale Sternhöhe gibt, also ob ein <math>n</math> mit <math>\operatorname{sh}(L)\leq n</math> für alle regulären Sprachen <math>L</math> über einem festen Alphabet <math>A</math> existiert. Falls ein solches <math>n</math> nicht existiert, lässt sich dann die Sternhöhe einer regulären Sprache algorithmisch bestimmen?

Beide Fragen sind mittlerweile beantwortet. Im Jahre 1963 konnte L. C. Eggan zeigen, dass ein solches <math>n</math> nicht existiert, indem er für jedes <math>n \geq 0</math> eine Sprache <math>L_n</math> mit <math>\operatorname{sh}(L)=n</math> konstruierte. Kosaburo Hashiguchi stellte 1988 einen Algorithmus vor, mit dem sich zu einer gegebenen regulären Sprache <math>L</math> die Sternhöhe <math>\operatorname{sh}(L)</math> bestimmen lässt.

Verallgemeinerte Sternhöhe

Die verallgemeinerte (oder auch generalisierte) Sternhöhe <math>\operatorname{gsh}(r)</math> ist analog zur Sternhöhe definiert, allerdings nicht über regulären Ausdrücken, sondern über verallgemeinerten regulären Ausdrücken, welche zusätzlich zu den normalen Operatoren direkt die Komplementierung (<math>\neg</math>) erlauben. Es gilt also:

<math>\operatorname{gsh}(\emptyset) = 0</math>
<math>\operatorname{gsh}(\varepsilon) = 0</math>
<math>\operatorname{gsh}(x) = 0 \quad \forall x \in A</math>
<math>\operatorname{gsh}(\lnot v) = \operatorname{gsh}(v) </math> für alle verallgemeinerten regulären Ausdrücke <math>v</math>
<math>\operatorname{gsh}(v\cdot w) = \max(\operatorname{gsh}(v),\operatorname{gsh}(w))</math> für alle verallgemeinerten regulären Ausdrücke <math>v, w</math>
<math>\operatorname{gsh}(v | w) = \max(\operatorname{gsh}(v),\operatorname{gsh}(w))</math> für alle verallgemeinerten regulären Ausdrücke <math>v, w</math>
<math>\operatorname{gsh}(v\cap w) = \max(\operatorname{gsh}(v),\operatorname{gsh}(w))</math> für alle verallgemeinerten regulären Ausdrücke <math>v, w</math>
<math>\operatorname{gsh}(v^\star) = \operatorname{gsh}(v) + 1</math> für alle verallgemeinerten regulären Ausdrücke <math>v</math>

Analog ist die verallgemeinerte Sternhöhe <math>\operatorname{gsh}(L)</math> einer regulären Sprache <math>L</math> definiert. Beispielsweise hat die Sprache <math>L(\Sigma^*)</math> die Sternhöhe 1, während dieselbe Sprache wegen <math>L(\Sigma^*) = L(\neg \emptyset)</math> die verallgemeinerte Sternhöhe 0 hat.

Verallgemeinertes Sternhöhenproblem

Das verallgemeinerte Sternhöhenproblem ist analog zum Sternhöhenproblem definiert, aber im Gegensatz zu diesem noch unbeantwortet. Zwar gibt es reguläre Sprachen <math>L</math> mit <math>\operatorname{gsh}(L)=1</math>, zum Beispiel die Sprache <math>\mathcal{L}((aa)^*)</math>. Offen ist aber noch die Frage, ob auch eine reguläre Sprache <math>L</math> mit <math>\operatorname{gsh}(L)\geq 2</math> existiert.

Literatur

  • Lawrence C. Eggan: Transition graphs and the star-height of regular events. In: Michigan Mathematical Journal 10, 1963, 4, {{#invoke:URIutil|{{#ifeq:1|1|linkISSN|targetISSN}}|0026-2285|0}}{{#ifeq:1|0|[!]

}}{{#ifeq:0|1

        |{{#switch:00
                  |11= (print/online)
                  |10= (print)
                  |01= (online)
          }}

}}{{#ifeq:0|0

        |{{#ifeq:0|0
              |{{#if:{{#invoke:URIutil|isISSNvalid|1=0026-2285}}
                    |
                    |{{#invoke:TemplUtl|failure|ISSN ungültig}}}}}}

}}, S. 385–397, online (PDF; 1,2 MB), acc. 8. August 2010.

  • Kosaburo Hashiguchi: Algorithms for Determining Relative Star Height and Star Height. In: Information and computation 78, 1988, 2, {{#invoke:URIutil|{{#ifeq:1|1|linkISSN|targetISSN}}|0890-5401|0}}{{#ifeq:1|0|[!]

}}{{#ifeq:0|1

        |{{#switch:00
                  |11= (print/online)
                  |10= (print)
                  |01= (online)
          }}

}}{{#ifeq:0|0

        |{{#ifeq:0|0
              |{{#if:{{#invoke:URIutil|isISSNvalid|1=0890-5401}}
                    |
                    |{{#invoke:TemplUtl|failure|ISSN ungültig}}}}}}

}}, S. 124–169.

  • Jean-Eric Pin, Howard Straubing, Denis Thérien: Some results on the generalized star-height problem. In: Information and Computation 101, 1992, 2, {{#invoke:URIutil|{{#ifeq:1|1|linkISSN|targetISSN}}|0890-5401|0}}{{#ifeq:1|0|[!]

}}{{#ifeq:0|1

        |{{#switch:00
                  |11= (print/online)
                  |10= (print)
                  |01= (online)
          }}

}}{{#ifeq:0|0

        |{{#ifeq:0|0
              |{{#if:{{#invoke:URIutil|isISSNvalid|1=0890-5401}}
                    |
                    |{{#invoke:TemplUtl|failure|ISSN ungültig}}}}}}

}}, S. 219–250, liafa.jussieu.fr