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Stechinelli-Haus (Braunschweig)

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Datei:Braunschweig Stechinelli-Haus Frontansicht.jpg
Frontansicht 2005
Datei:Braunschweig Stechinelli-Haus um 1900 Sig. 2 H XVI A II 2 (Stadtarchiv Braunschweig).jpg
Frontansicht um 1900

Das Stechinelli-Haus befindet sich an der Ecke Altstadtmarkt/Breite Straße im historischen Weichbild Altstadt in Braunschweig. Es wurde 1690 vom General-Erbpostmeister<ref name=Jahn220>Günter Jahn: Stechinelli-Haus. In: Braunschweiger Stadtlexikon S. 220.</ref> Stechinelli (d. i. Francesco Maria Capellini) erbaut.

Legenden

Capellini entstammte angeblich der verarmten adligen Familie Cappello aus Rimini. Um sein Leben bzw. um den Umstand, wie er von Italien an den Hof Georg Wilhelms, des letzten Herzogs von Celle, eines Vetters Herzog Anton Ulrichs, kam und wie er dessen Günstling wurde, ranken sich Legenden.

Eine besagt, er habe dem Herzog in Venedig das Leben gerettet. Zum Dank dafür nahm ihn der Herzog in seine Dienste am Hof von Celle, wo er es zu Ruhm und Ansehen brachte. Eine zweite besagt, dass der Herzog auf einer Reise durch Italien von dem jungen (armen) Stechinelli um Geld angebettelt wurde. Da der Herzog aber nur „großes“ Geld bei sich führte, bat er den Italiener, es zu wechseln. Da dieser dies tatsächlich tat und wieder zu seinem Geldgeber zurückkam, der wiederum von dessen Ehrlichkeit beeindruckt war, nahm er ihn in seine Dienste.

Gebäude

Datei:Braunschweig Stechinelli-Haus Junge-Loewe.jpg
Der Junge und der Löwe
Datei:Braunschweig Brunswick Stechinelli-Haus Fenster (2006).JPG
Rose und Hut
Datei:Braunschweig Brunswick Stechinelli-Haus Portal (2006).JPG
Portal

Das massive dreigeschossige, geschossige, traufständige Steinhaus mit der Assekuranznummer 892 zeigt zum Marktplatz einen großen Dacherker mit fünf Fenstern. 1908 wurde das Erdgeschoss zu modernen Ladengeschäften umgebaut. Auf Seiten der Breiten Straße bestand das vierte Geschoss aus verziertem, nicht auskragendem Fachwerk, das evtl. von einem älteren Bau stammte.<ref>Paul Jonas Meier, Karl Steinacker: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Stadt Braunschweig. S. 70.</ref>

Im Erdgeschoss des Hauses befanden sich früher (jetzt sind dort Schaufenster) die ältesten Messegewölbe Braunschweigs. Das frühbarocke Portal des Gebäudes wurde wahrscheinlich bereits um 1630 von dem Bildhauer Ulrich Stamm an anderer Stelle geschaffen.<ref name=Jahn220/> Es weist Rundbögen mit Masken sowie Löwen- und Engelsköpfen, ionische Säulen und Obelisken auf.

An den ehemaligen Erbauer des Hauses erinnern auf der Breiten Straße das Familienwappen und an der Ecke der Hausfront die Figur eines Jungen mit einem Hut in der Hand, über ihm ein springender Löwe. Der Junge soll den bettelnden Stechinelli, d. h. Capellini (Ital. capello für Hut) darstellen und soll um 1870 von dem Bildhauer Julius Meyer stammen, der springende Löwe wiederum soll aus dem Erbauungsjahr des Hauses, 1690, sein.<ref name=Jahn220/> Des Weiteren wechseln sich auf der Frontseite über den Fenstern Rosen mit Hüten ab.<ref>Paul Jonas Meier, Karl Steinacker: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Stadt Braunschweig. S. 71.</ref>

Die schweren Zerstörungen Braunschweigs durch die zahlreichen Luftangriffe während des Zweiten Weltkriegs überstand allein das Portal. Die Reste des erheblich beschädigten Hauses wurden in den 1950er Jahren detailgetreu wieder aufgebaut und das prächtige Portal wieder eingefügt.

Sonstige „Stechinelli“-Bauwerke

Literatur

  • Rudolf Fricke: Das Bürgerhaus in Braunschweig. In: Das deutsche Bürgerhaus, Band 20. Ernst Wasmuth, Tübingen 1975, ISBN 3-8030-0022-X.
  • Rolf Hagen: Das Stechinelli-Haus. In: braunschweig. Berichte aus dem kulturellen Leben. 1966. Georg Westermann, Braunschweig 1966, S. 22.
  • Günter Jahn: Stechinelli-Haus. In:
  • Wolfgang Kimpflinger: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Niedersachsen, Band 1.1.: Stadt Braunschweig, Teil 1. Hameln 1993, ISBN 3-87585-252-4, S. 81.
  • Paul Jonas Meier, Karl Steinacker: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Stadt Braunschweig. 2. erw. Aufl., Appelhans, Braunschweig 1926, S. 70–71.

Weblinks

Commons: Stechinelli-Haus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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Koordinaten: 52° 15′ 47″ N, 10° 31′ 2″ O

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