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Starobilsk

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Vorlage:Infobox Ort in der Ukraine Starobilsk (ukrainisch {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} – bis 1933 Старобільське/Starobilske; russisch {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}/{{#invoke:Vorlage:lang|flat}}) ist eine ostukrainische Stadt in der Oblast Luhansk 85 km nordwestlich von Luhansk am Fluss Ajdar gelegen. Die Stadt hat etwa 17.500 Einwohner (2016)<ref name="Demographische Entwicklung" /> und ist das administrative Zentrum des Rajon Starobilsk.

Datei:Zolotie kupola 65.jpg
Blick von der Kirche auf die Stadt
Datei:Starobelsk monastir sverhu.jpg
Kloster bei Starobilsk

Geschichte

Die Sloboda Belski/Бельский wurde 1686 offiziell gegründet und 1730 in Staraja Belaja (Старая Белая) umbenannt. 1797 erfolgte die Umbenennung auf den heutigen Namen Starobelsk (Старобельск) bzw. ukrainisch Starobilsk(e). Im 19. Jahrhundert war die Stadt das Verwaltungszentrum des Ujesd Starobilsk im Gouvernement Charkow.

In einem ehemaligen Frauenkloster am Rande der Stadt befand sich während des Zweiten Weltkriegs das Sonderlager Starobelsk für kriegsgefangene polnische Offiziere.<ref>Katynskaja drama: Koselsk, Starobelsk, Ostaschkow. Sudba internirowannych polskich wojennosluschaschtschich. Moskwa 1991, S. 22–23.</ref> Ein Teil von ihnen, darunter acht Generäle und 380 Stabsoffiziere, wurden zwischen Anfang April und Mitte Mai 1940 mit der Bahn nach Pjatychatky bei Charkiw transportiert und dort vom NKWD erschossen. Die Massengräber wurden erst 1990 entdeckt.<ref>Tadeusz Pieńkowski: Droga Polskich Żołnierzy do Katynia, Miednoje, Piatichatek i...? Warszawa 200, S. 5–7.</ref> Der Massenmord an den Gefangenen des Lagers Starobilsk fand zeitgleich und unter denselben Umständen wie das Massaker von Katyn statt. Die Opfer von Starobilsk (polnisch: Starobielsk) werden auf der offiziellen polnischen „Liste von Katyn“ (Lista Katyńska) geführt, die auch die bei Kalinin erschossenen polnischen Polizisten, Grenzschützer und Justizbeamte aus dem nordrussischen Lager Ostaschkow einschließt.<ref>Vorlage:Webarchiv</ref>

Die Stadt wurde am 23. Januar 1943 von den deutschen Besatzungstruppen befreit und war somit die erste Stadt in der Ukrainischen Sowjetrepublik, die von der Roten Armee zurückerobert wurde.<ref name="Befreiung der Stadt">Vorlage:Webarchiv vom 5. Mai 2010 (russisch)</ref>

Im Verlauf des Russischen Überfalls auf die Ukraine 2022 wurde Starobilsk im März von Einheiten der sogenannten Volksrepublik Lugansk eingenommen. Am 6. März 2022 entfernten Ortseinwohner die Flagge der selbsternannten Volksrepublik, steckten diese in Brand und begannen die Nationalhymne der Ukraine zu singen.<ref>На Луганщині люди вийшли на мітинг та замінили "прапор" "ЛНР" на український: окупанти відкрили стрілянину</ref> In der Folge entwickelte sich Starobilsk zum logistischen Zentrum für das russische Militär, da es von Russland aus direkt per Eisenbahn erreicht werden kann.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Verwaltungsgliederung

Am 12. Juni 2020 wurde die Stadt zum Zentrum der neugegründeten Stadtgemeinde Starobilsk (Старобільська міська громада/Starobilska miska hromada). Zu dieser zählen auch die 24 in der untenstehenden Tabelle aufgelistetenen Dörfer<ref>Кабінет Міністрів України Розпорядження від 12 червня 2020 р. № 717-р "Про визначення адміністративних центрів та затвердження територій територіальних громад Луганської області"</ref>, bis dahin bildete sie die gleichnamige Stadtratsgemeinde Starobilsk (Старобільська міська рада/Starobilska miska rada) im Zentrum des Rajons Starobilsk.

Folgende Orte sind neben dem Hauptort Starobilsk Teil der Gemeinde:

Name
ukrainisch transkribiert ukrainisch russisch
Balakyriwka Балакирівка Балакиревка (Balakirewka)
Butkiwka Бутківка Бутковка (Butkowka)
Dschemilne Джемільне Джемильное (Dschemilnoje)
Dubowiwka Дубовівка Дубововка (Dubowowka)
Hanniwka Ганнівка Анновка (Annowka)
Jehoriwka Єгорівка Егоровка (Jegorowka)
Kalmykiwka Калмиківка Калмыковка (Kalmykowka)
Krynytschky Кринички Кринички (Krinitschki)
Kurjatschiwka Курячівка Курячовка (Kurjatschowka)
Lewadne Левадне Левадное (Lewadnoje)
Lyman Лиман Лиман (Liman)
Maryniwka Маринівка Мариновка (Marinowka)
Nowoborowe Новоборове Новоборовое (Nowoborowoje)
Nowodonbaske Новодонбаське Новодонбасское (Nowodonbasskoje)
Nowoseliwka Новоселівка Новосёловка (Nowosjolowka)
Nyschnjopokrowka Нижньопокровка Нижнепокровка (Nischnepokrowka)
Pidhoriwka Підгорівка Подгоровка (Podgorowka)
Polowynkyne Половинкине Половинкино (Polowinkino)
Projischdsche Проїждже Проезжее (Projesscheje)
Prokasyne Проказине Проказино (Prokasino)
Suchaniwka Суханівка Сухановка (Suchanowka)
Switle Світле Светлое (Swetloje)
Tytariwka Титарівка Титаровка (Titarowka)
Werchnja Pokrowka Верхня Покровка Верхняя Покровка (Werchnjaja Pokrowka)

Bevölkerungsentwicklung

1897 1923 1926 1939 1959 1970 1979 1989 2001 2010 2016
9.801 6.149 13.931 14.419 19.519 22.341 23.851 25.053 22.371 18.796 17.453

Quelle: <ref name="Demographische Entwicklung"> Demographie ukrainischer Städte auf pop-stat.mashke.org</ref>

Städtepartnerschaft

Vorlage:POL in Polen ist seit dem 14. März 1996 Partnerstadt von Starobilsk.<ref>Vorlage:Cite web</ref>

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

  • Iwan Switlytschnyj (1929–1992), Literaturkritiker, Dichter, Übersetzer, Menschenrechtsaktivist und Dissident

Weblinks

Vorlage:Commonscat

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Orte in der Oblast Luhansk