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Stadttöchterschule I (Hannover)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Georg Kugelmann PC 0389 Hannover Hildesheimerstrasse mit Stadttöchterschule I, Bildseite.jpg
Die Stadttöchterschule I links neben der Kutsche an der Hildesheimer Straße Ecke Aegidiendamm;
Ansichtskarte Nummer 389 von Georg Kugelmann, datiert 1906

Die Stadttöchterschule I,<ref name="HC 1802">Hannover Chronik (siehe Literatur), S. 109</ref> anfangs auch Töchterschule der Residenz<ref>Jahrbuch / Deutsche Oberschule i.E. (siehe Abschnitt Schriften)</ref> oder kurz Stadttöchterschule genannt, war die erste in Hannover gegründete Höhere Töchterschule.<ref name="HC 1802"/> Sie wurde später auch Höhere Töchterschule I<ref>Léon Wespy: Festschrift der höheren Töchterschule I (siehe Literatur)</ref> und zuletzt Deutsche Oberschule für Mädchen genannt.<ref name="HC 1929">Hannover Chronik, S. 167</ref>

Geschichte

Die Stadttöchterschule wurde 1802 gegründet in einem Gebäude an der Köbelingerstraße Ecke Bullenstraße (seitdem: Schulstraße benannt), südöstlich der späteren Markthalle,<ref name="HC 1802"/> etwa in der Verlängerung der Röselerstraße auf dem (heutigen) Köbelinger Markt.<ref>Vergleiche etwa diesen Stadtplan Hannover von 1895 mit aktuellen Stadtplänen</ref> Die Schule war anfänglich für Töchter von Angestellten des Hofstaates vorgesehen und wurde noch im Königreich Hannover 1853 von der Stadt übernommen.<ref>Hans Kammel: Höhere Töchterschulen (siehe Literatur)</ref> 52° 22′ 11,9″ N, 9° 44′ 13,1″ O

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In den Jahren von 1869 bis 1871 errichtete der Architekt Ludwig Droste unter der damaligen Adresse Aegidiendamm 4 Ecke Hildesheimer Straße einen Neubau der Stadttöchterschule I,<ref>Reinhard Glaß: Droste, Ludwig in seiner Datenbank Architekten und Künstler mit direktem Bezug zu Conrad Wilhelm Hase (1818–1902), zuletzt abgerufen am 12. Januar 2017</ref> der laut einem späteren Adressbuch der Stadt Hannover dann unter der Hausnummer 6 zu finden war.<ref name="Adressbuch 1942">Vergleiche beispielsweise Seite 3 vom II. Teil des Adressbuchs von 1942</ref> 52° 22′ 2,4″ N, 9° 44′ 41″ O

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Zum 1. April 1897 wurde hier Léon Wespy zum Direktor der Schule berufen. Er erreichte für die Emanzipation der Frauen schon 1908 – und noch im Deutschen Kaiserreich – die gleichwertige Anerkennung der Stadttöchterschulen mit den Höheren Knabenschulen.<ref name="Wespy">Klaus Mlynek: WESPY, Léon. In: Dirk Böttcher, Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein, Hugo Thielen: Hannoversches Biographisches Lexikon. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2002, ISBN 3-87706-706-9, S. 386.</ref> 52° 21′ 40,4″ N, 9° 44′ 47,7″ O

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In der Zeit der Weimarer Republik hatte die Stadttöchterschule I in der Meterstraße 47 auch ein Hilfskrankenhaus.<ref>Tätigkeitsbericht / Hilfskrankenhaus Stadttöchterschule I, Meterstr. 47, Hannover : Abschrift</ref>

1928 wurde Hannovers älteste Mädchenschule in eine Mittelschule umgewandelt, durfte sich aber weiter Stadttöchterschule nennen.<ref>Hannover Chronik, S. 125</ref> Im Folgejahr wurde die Schule 1929 in Deutsche Oberschule für Mädchen umbenannt<ref name="HC 1929"/> und nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten 1933 geschlossen.<ref>Hannover Chronik (siehe Literatur), S. 173f.</ref>

Das im Besitz der Stadt Hannover befindliche Gebäude, Hausmeister war zuletzt G. Niemeyer, diente noch während des Zweiten Weltkrieges und vor 1942 und den Luftangriffen auf Hannover als Gewerbliche Berufsschule.<ref name="Adressbuch 1942"/>

Personen

Schulleiter

Datei:F. W. Eichhorn, Direktoren Stadttöchterschule 1 Hannover, 01.tif
„Die Direktoren [...] von 1851 an“: Hermann Dieckmann, Wilhelm Nöldeke, Julius Tietz, Christian Reusche und ab 1909 Adolf Pohlmann;
Ansichtskarte von Friedrich Wilhelm Eichhorn, um 1910
  • Georg Gläser (1773–1840), Lehrer und Schulleiter in Jahren 1802 bis 1840
  • 1851–1853: Hermann Dieckmann (1818–1887), Vorstand<ref>Adolf Tellkampf: Die höhere Bürgerschule in Hannover. Hannover 1860, S. 109.</ref>, Schuldirektor, Lehrer
  • 1853–1873: Wilhelm Nöldeke (1821–1906), Schuldirektor<ref>Adolf Tellkampf: Die höhere Bürgerschule in Hannover. Hannover 1860, S. 110.</ref>, Lehrer
  • 1873–?: Julius Tietz (1838–nach 1901), Schuldirektor<ref name="Mushackes">Reinhold Jenne: Mushacke's deutscher Schul-Kalender für 1876. II. Teil: Historisch-statistische und Personal-Nachrichten über die Unterrichts- und Prüfungs-Behörden und die höheren Unterrichts-Anstalten in Deutschland, Luxemburg und der Schweiz ..., Leipzig: B. G. Teubner Verlag, 1876, S. 231; eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.</ref>, Lehrer
  • 1897–?: Léon Wespy (1858–1933), Schuldirektor<ref name="Wespy"/>, Lehrer, Senator, Stadtschulrat
  • 1910–?: Adolf Pohlmann (1875–1956), Schuldirektor, Lehrer, Luftschiffer, verfasste in den 1920er Jahren eine Schrift über die Schule<ref name="DNB Pohlmann">Vergleiche diese Angaben im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek</ref>

Lehrer

  • Andreas Wilhelm Hagemann (1745–1825), Mitgründer und Lehrer seit 1802, Theologe, Pastor an der Marktkirche
  • Johann Heinrich Meier (1778–1860), Lehrer 1802–1806, nach Lübeck abgeworben und dort Gründer und Direktor einer privaten Bildungsanstalt für höhere Töchter
  • Friedrich Krancke (1782–1852), Lehrer 1805–1851, Schulinspektor, Schulbuchautor<ref>Hannover Chronik (siehe Literatur), S. 114.</ref>
  • Louis Münkel (1810–1886), Lehrer 1841–1874, Schriftsteller
  • Wilhelm Bünte (1828–1913), Musiklehrer 1879–1898, Chorleiter, Musikdirektor, Professor und Komponist
  • Auguste Metz (1836–1922), Turnlehrerin ab 1856<ref>Dirk Böttcher: METZ, (1) Auguste. In: Hannoversches Biographisches Lexikon, S. 251.</ref>, Physiotherapeutin

Schülerinnen

  • Anna Mosolf (1895–1974), Besuch der Höheren Mädchenschule 1912–1916<ref>Klaus Mlynek: MOSOLF, Anna. In: Hannoversches Biographisches Lexikon, S. 260f.</ref>, Lehrerin, Herausgeberin, Rektorin, Ministerialrätin
  • Elly Beinhorn (1907–2007)<ref>Christoph Frilling: Die Pilotin und der Rennfahrer – Elly Beinhorn und Bernd Rosemeyer auf Gratwanderung im Nationalsozialismus. Verlag W. Dietrich, 2009, S. 21.</ref>, Fliegerin

Schriften

  • Jahrbuch / Deutsche Oberschule i.E. (Ursprünglich: „Töchterschule der Residenz“, dann „Stadttöchterschule I“), Hannover: Eichhorn Verlag, (nachgewiesen für 1931 und 1932)
  • Tätigkeitsbericht / Hilfskrankenhaus Stadttöchterschule I, Meterstr. 47, Hannover, Abschrift, Hannover: Hilfskrankenhaus Stadttöchterschule I, nachgewiesen für 1926 (1927); damit Erscheinen eingestellt

Literatur

  • Julius Tietz: Die Stadttöchterschule (seit Ostern 1862 Stadttöchterschule 1) zu Hannover während des Zeitraums von 1802 bis 1902 dargestellt in Veranlassung ihres 100jährigen Bestehens am 6.5.1902 von Julius Tietz, Hannover: Wilhelm Riemenschneider, 1902
  • Léon Wespy: Festschrift der höheren Töchterschule I (am Graben) zur Feier des 50-jährigen Bestehens unter städtischem Patronate hrsg. im Namen des Kollegiums der Anstalt, Hannover: Gebrüder Jänecke, 1903
  • Adolf Pohlmann: Aus einer deutschen Schule. Bilder in Reden und Ansprachen aus 15-jähriger Direktortätigkeit an der Stadttöchterschule I zu Hannover (mit 4 Schulhaus- und 6 Direktorbildern), Hannover: Hellwingsche Verlagsbuchhandlung, 1925
  • Hans-Hermann Groothoff (Hrsg.) Martin Stallmann: Neues pädagogische Lexikon, 5., vollständig neu bearb. Auflage, 14. – 20. Tsd., Stuttgart; Berlin: Kreuz-Verlag, 1971, ISBN 3-7831-0373-8
  • M. Sauer: Die Entwicklung des höheren Schulwesens in Hannover vom 19. Jahrhundert bis nach dem 2. Weltkrieg. In: Hannoversche Geschichtsblätter, Neue Folge 43 (1989), S. 1–30
  • Harold Hammer-Schenk: Ludwig Droste, Stadttöchterschule I, Hannover, Aegidiendamm / Hildesheimer Straße, 1869–1871, in Harold Hammer-Schenk, Günther Kokkelink (Hrsg.): Laves und Hannover. Niedersächsische Architektur im neunzehnten Jahrhundert. (revidierte Neuauflage der Publikation Vom Schloss zum Bahnhof...) Ed. Libri Artis Schäfer, 1989, ISBN 3-88746-236-X, S. 378f.
  • Hans Kammel: Höhere Töchterschulen. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 302.
  • Stadttöchterschule in der Hannover Chronik

Archivalien

Archivalien von und über die Schule finden sich beispielsweise

  • im Stadtarchiv Hannover, Fach 61, Mappe 10: „Bauplan der Stadttöchterschule an der Hildesheimer Straße, Hannover, Façade am Aegidiendamm“, als farbig aquarellierte Federzeichnung auf dünnem Karton, auf Leinen aufgezogen, 58,7 × 71 cm, bezeichnet als Blatt VI, beschriftete „Droste inv., gez. L. Hellner 1869“, mit einem Stempel vom Städtischen Hochbauamt; alte Signatur: Schr. D, Fach 18, Nr. A. b. 12<ref>Harold Hammer-Schenk: Ludwig Droste, Stadttöchterschule I, Hannover, Aegidiendamm / Hildesheimer Straße, 1869–1871, in Harold Hammer-Schenk, Günther Kokkelink (Hrsg.): Laves und Hannover. Niedersächsische Architektur im neunzehnten Jahrhundert. (revidierte Neuauflage der Publikation Vom Schloss zum Bahnhof...) Ed. Libri Artis Schäfer, 1989, ISBN 3-88746-236-X, S. 378f.</ref>

Weblinks

Commons: Stadttöchterschule I – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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