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Stadtpfarrkirche St. Martin (Lauingen)

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colspan="2" style="background:#CEDAF2; color:#Vorlage:Standardfarbe;" | Stadtpfarrkirche St. Martin
Südansicht des Münsters

Südansicht des Münsters

colspan="2" style="background:#CEDAF2; color:#Vorlage:Standardfarbe;" | Daten
Ort Lauingen (Donau)
Baumeister Hans Hieber und Stephan Weyrer d. Ä.
Baujahr 1516
Höhe 22 m
Grundfläche 1364 m²
Koordinaten 48° 34′ 5,7″ N, 10° 25′ 38″ OKoordinaten: 48° 34′ 5,7″ N, 10° 25′ 38″ O
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Gotik mit barocken und neugotischen Elementen
Datei:Lauingen (Donau) St. Martin Stirnseite 01.JPG
Geostete Chorpartie
Datei:Lauingen St. Martin 001.jpg
Wuchtige Westfassade

Die Stadtpfarrkirche St. Martin, auch Sankt-Martins-Münster genannt, ist die römisch-katholische Pfarrkirche<ref>Bistum Augsburg</ref> von Lauingen im bayrischen Landkreis Dillingen an der Donau im gleichnamigen römisch-katholischen Dekanat Dillingen. Sie ist ein geostetes Kirchenbauwerk, wie es zur Zeit der Gotik üblich war und prägt mit ihrer Wuchtigkeit das Stadtbild Lauingens.

Geschichte

Frühzeit (8. bis 16. Jahrhundert)

Ursprung des Sankt-Martins-Münsters zu Lauingen war eine Martinskapelle, die dem heiligen Martin von Tours geweiht war, dem Hauspatron der Staufer, in deren Herrschaftsgebiet die Stadt lag. Dazwischen gab es mutmaßlich mehrere Vorgängerbauten, unter anderem eine dreischiffige romanische Basilika, deren Existenz gesichert ist. Durch die Zuteilung der die Stadt umgebenden Siedlungen Frauen-, Veitriedhausen, Halberingen, Hausen und Weihengau bekamen Pfarrsprengel und Stadt immer größere Bedeutung.

Als die Stadt im Jahre 1505 an die Herrscherfamilie Pfalz-Neuburg fiel, wurde Lauingen als Zweitresidenz ausgebaut, das Münster weiterentwickelt und ein viel größerer Neubau erwogen.

Ab 1516 wurde St. Martin weitestgehend in heutiger Fassung im gotischen Stil neu erbaut. Bürgermeister Mathis Reiser, zugleich Kirchenpfleger und Maler, konnte den Nördlinger Baumeister Stephan Weyrer den Älteren für einen Neubau der Kirche gewinnen. Die Pläne stammten vom Augsburger Hans Hieber.

Anfang 1520 wurde der Rohbau vollendet und in den folgenden Jahren mit Wandfresken ausgeschmückt, die in der Reformationszeit größtenteils wieder beseitigt wurden. Der Friedhof an der Pfarrkirche wurde an die Leprosenkapelle St. Johannes verlegt, die sich damals außerhalb der Stadtmauern befand.

Der Turmbau zog sich bis Mai 1576 hin und wurde von den ortsansässigen Baumeistern Hans und Jörg Degeler ausgeführt. Der Kupferschmied Thomas Leberwurst vollendete ihn mit einer Turmhaube aus Kupfer. Finanziert wurde St. Martin durch päpstliche Ablassbriefe der Bürger, Stiftungen und die Stadt, auswärtige Klöster gewährten großzügige Darlehen.

Als das Kloster Ettal in Geldschwierigkeiten geriet, kaufte die Stadt Lauingen ihm den Großzehnten und das Patronats- und Präsentationsrecht ab und konnte damit über die Einnahmen, das Kirchengebäude und die Baulast verfügen.

Reformation und Gegenreformation (16. bis 17. Jahrhundert)

Im Jahre 1522 machten sich in Lauingen die Einflüsse der Reformation bemerkbar. Nachdem Herzog Ottheinrich zur evangelischen Konfession übergetreten war, schaffte er mit der Einführung des Protestantismus 1543 den katholischen Gottesdienst ab. Drei Jahre später belagerte Kaiser Karl V. die Stadt und erzwang die Öffnung der Stadttore durch den Stadtrat. Lauingen wurde unter Zwang wieder katholisch. Wenig später um 1552 erhielt der Fürst von Neuburg das Bestimmungsrecht über Volk und Land zurück, die Bürger der Stadt wurden wieder evangelisch.

Die gotische Ausstattung der Kirche wurde weitgehend vernichtet. Herzog Wolfgang Wilhelm trat 1613 unter erbittertem Widerstand der Bevölkerung der Stadt und des Umlandes zum Katholizismus über. Nach dem Schwedeneinfall wurde Lauingen 1632 wieder protestantisch. Nach dem Abzug der Schweden kamen die kaiserlichen Truppen und Herzog Wolfgang Wilhelm erlangte erneut Herrschaft über die Stadt, wiederum wurde im Zuge der Gegenreformation der Katholizismus eingeführt.

Nach mehreren Konfessionswechseln und Bilderstürmen war das Kircheninnere im 18. Jahrhundert barockisiert worden. Diese Veränderungen wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts beseitigt und durch eine neugotische Ausstattung unter Einbeziehung der barocken Statuen ersetzt. Ursprüngliche Elemente sind in der Kirche durch die Wirren von Reformation und Gegenreformation kaum noch vorhanden.

Neuzeit (17. bis 21. Jahrhundert)

Schon während des Dreißigjährigen Krieges baute Christoph Senft in St. Martin neue Altäre. Das nicht mehr existierende Altarbild Aussendung des Heiligen Geistes entstand in dieser Zeit. Die ansässigen Schreinermeister Hans Jerg Rieger und Johann Michael Schroff lieferten das barocke Kirchengestühl, das Johann Michael Schroff 1748 ersetzte. Eine Kanzel kam 1748 dazu, ebenso der 16-teilige Kreuzweg und eine neue Orgel.

1774 wurde der aus der Schroff-Werkstatt stammende Hochaltar ersetzte. 1780 malte Johann Enderle die Kirche mit 24 Barockbildern aus, die 1842 übertüncht wurden.

Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 600. Todestag des heiligen Albertus Magnus im Jahr 1800 wurde die barocke Ausstattung größtenteils entfernt. Die Neugotik hielt Einzug im Martinsmünster, mit der Umsetzung wurde Joseph Riedmüller beauftragt. Joseph Hieber fertigte neue Altäre; neugotische Glasfenster kamen ebenfalls hinzu. Teile davon wurden bei umfangreichen Renovierungsarbeiten von 1953 bis 1955 wiederum entfernt.

In der Nacht vom 12. auf den 13. Oktober 1941 wurde im Zweiten Weltkrieg der Dachstuhl von St. Martin bei einem Bombenangriff schwer beschädigt, nur durch den Einsatz engagierter Lauinger konnte die Kirche gerettet und größerer Schaden abgewendet werden.

Großflächige Außen- und Innenrenovierungsarbeiten erfolgten von 1953 bis 1955. Dadurch wurden die Fresken aus der Gründungszeit der Kirche freigelegt. Während die neugotische Ausstattung teilweise erhalten blieb, wurden die Kanzel, zwei Seitenaltäre, sechs Beichtstühle und das neugotische Orgelgehäuse entfernt. 1985 musste die Kirche zwei Jahre geschlossen werden, weil ein Schaden des Gewölbes drohte. Eine statische Sanierung wurde notwendig, zugleich erfolgte eine Erneuerung des Innenraums.

Klaus Backmund aus München schuf für den neuen Altarraum den Volksaltar mit der Hirnschalenreliquie von Albertus Magnus und einen Ambo. Der Kirchinnenraum wurde in dieser Zeit bei der bislang letzten Veränderung auf seinen Ursprungszustand aus der Gründungszeit zurückversetzt.

Baubeschreibung

Außenansicht

Datei:Lauingen St Martin außen Schiff.jpg

Die Stadtpfarrkirche ist eine spätgotische Hallenkirche aus weiß verputztem Backstein auf rechteckigem Grundriss mit drei gleich hohen und breiten Schiffen.

Äußerlich ist die Lauinger Stadtpfarrkirche durch ihr wuchtiges und einfaches Erscheinungsbild zu erkennen. Größtenteils sind die Fundamente aus dem Faminger Apollo-Grannus-Tempel entnommen. Als geostetes Kirchenbauwerk ragt die Chorpartie in die Herzog-Georg-Straße hinein, während die Fassaden der anderen Häuser streng dem Verlauf der Hauptstraße der Herzogsstadt folgen. Die mit hohen Buntglasfenstern ausgestatteten dreiteiligen Chorpartien erscheinen eigenständig, werden aber unter dem gemeinsamen Dach zusammengefasst.

Das relativ dünne Mauerwerk ist hoch und schlicht gestaltet, durchsetzt von hohen Kirchenfenstern und schwach ausgeprägten Strebepfeilern. Von Westen her ziert der gewaltige Abschluss der Kirche das Bild des Sakralbaus. Sehenswert ist auch das gut erhaltene fünfstöckige spätgotische Dachwerk. Durch seine Monumentalität zeugt es von der damaligen Baukunst der Architekten und prägt das Stadtbild Lauingens.

Am südlichen und nördlichen Teil der Kirche sind jeweils vier mächtige Portale eingelassen. Ein weiteres Portal im Osten ist ein Überbleibsel aus der Zeit der Reformation.

Ein hoher quadratischer Turm mit achteckigem Obergeschoss und flacher welscher Haube ist ca. 57 Meter hoch. Östlich davon befindet sich die zweistöckige Sakristei, die ehemalige Sebastianskapelle, die schon 1491 erstmals erwähnt wurde.

Innenansicht

Datei:Lauingen (Donau) St. Martin 70814.JPG

Die dreischiffige und achtjöchige Kirche ist 65 Meter lang, 25 Meter breit und 22 Meter hoch. Die Firsthöhe beträgt etwa 38 Meter. Das Mauerwerk besteht zum größten Teil aus Backstein. Die 14 schlanken Rund- bzw. Halbsäulen tragen die Netzgewölbe. Die Säulen im Altarraum sind mehrfarbig bemalt. Auf dem einstufig erhöhten Altarraum steht der Volksaltar, wenige Meter dahinter der Hochaltar mit einer Pfingst-Szene mit zwölf Aposteln und Maria in der Mitte. Zwei Seitenaltäre in den Apsiden sind dem heiligen Martin und dem heiligen Albert geweiht.

Die Säulen sind mit Säulengurten verbunden. Die Gewölberippen gebranntem Ton sind grünlich bemalt. Die rötliche Farbgebung der Säulen im Altarraum ist im Original erhalten. Die Decke des Münsters ist von einer einzigartig luftigen Eleganz und Klarheit. Die schlanken Säulen lassen den Eindruck einer sich selbst tragenden Decke entstehen.

Fresken an der Westseite über der Orgelempore stellen Adam und Eva und den Baum der Erkenntnis dar. Freigelegte Fresken an der Nordseite stellen einen Teil des Kreuzweges dar. Unter der Empore befindet sich das Kenotaph der Pfalzgräfin Elisabeth.

In der Grablege hinter dem Hochaltar aus dem Jahr 1570 sind 38 Mitglieder des herzoglichen Hauses Pfalz-Neuburg bestattet. Teile davon wurden „des besseren Schutzes wegen“ nach München überführt und befinden sich im Bayerischen Nationalmuseum.

Ausstattung

Datei:Floor-plan Parish church St. Martin (Lauingen).jpg
1. Hochaltar
2. Albertusaltar
3. Martinsaltar
4. Volksaltar
5. Statue des Münsterpatrons St. Martin
6. Marienstatue
7. Kanzel
8. Sakristei (ehemalige Sebastianskapelle)
9. Turmsockel
10. Südlicher Haupteingang Ost
11. Nördlicher Haupteingang Ost
12. Südlicher Haupteingang West
13. Nördlicher Haupteingang West
14. Orgelempore
15. Kenotaph (Grabmal) der Pfalzgräfin Elisabeth

Altäre

Besondere Schmuckstücke im Innenraum von St. Martin sind die neugotischen Altäre von Joseph Riedmüller und Joseph Hieber, insbesondere der Hochaltar, der erhöht in der Mittelapsis steht. Sein zentrales Element ist eine Pfingstszene, die „Aussendung des Heiligen Geistes“ mit der Gottesmutter im Mittelpunkt. Darüber befindet sich eine Statue Jesu mit einem Evangeliar, darunter eine Aussetzungskonsole mit einem Kreuz davor, flankiert zur Linken vom Patron der Kirche und zur Rechten vom Bistumspatron Ulrich von Augsburg.

Der rechte Seitenaltar ist dem heiligen Albert geweiht. Er trägt die Ordenstracht der Dominikaner und ist als Bischof mit Mitra und Hirtenstab und einem Buch, als Reminiszenz an seine wissenschaftliche Tätigkeit als Doctor Universalis ausgestattet. In der Mitte befindet sich die Szene Jesu-Geburt mit Hirten an der Krippe.

Der linke Seitenaltar ist dem heiligen Ulrich gewidmet. In der Mitte machen die Heiligen Drei Könige die Jesus an der Krippe ihre Aufwartung.

Der Volksaltar und das Lektorenpult vom Bildhauer Klaus Backmund sind aus massiver Bronze. Der Rahmen trägt florale Muster. In den Altar ist die Hirnschalenreliquie des heiligen Albert integriert.

Bleiglasfenster

Jeweils drei von der Glasmalerei Mittermaier durch Ludwig Mittermaier gestaltete Buntglasfenster in den Apsiden sind von außerordentlicher Qualität.

Linke Buntglasfenster Mittlere Buntglasfenster Rechte Buntglasfenster
Links
Johannes, Matthäus, Veronika, Maria Magdalena
Mitte
Wurzel Jesse (Stammbaum Jesu)
Rechts
Simon, Jakobus Min., Afra, Ulrich

Kruzifix

Ein Kruzifix von Peter Trünklein aus dem Jahre 1522 hat bei der letzten Renovierung 1985 einen neuen Platz über dem Volksaltar gefunden. Das Kreuz soll als freischwebendes Element im Raum die Luftigkeit und die enorme Höhe des Münsters besser zur Geltung bringen.

Ölgemälde

Besonders sehenswert ist der vom Lauinger Maler Johann Anwander geschaffene Kreuzweg. Vorlage:Klappleiste/Anfang

Bild Beschreibung Beschreibung Bild
Datei:St.-Martin Lauingen Kreuzauffindung durch die Heilige Helena.jpg Kreuzauffindung
durch die heilige Helena
im Heiligen Land des 4. Jahrhunderts
Sühneopfer Jesu Christi
Jesus geht für unsere Sünden
in den Tod
Datei:St.-Martin Lauingen Sühnetod Jesu Christi.jpg
Datei:St.-Martin Lauingen Station XIV.jpg Station XIV
Der Leichnam Jesu wird ins Grab gelegt
Station I
Jesus wird zum Tode verurteilt
Datei:St.-Martin Lauingen Station I.jpg
Datei:St.-Martin Lauingen Station XIII.jpg Station XIII
Jesus wird vom Kreuz genommen und in den
Schoß seiner Mutter gelegt
Station II
Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern
Datei:St.-Martin Lauingen Station II.jpg
Datei:St.-Martin Lauingen Station XII.jpg Station XII
Jesus stirbt am Kreuz
Station III
Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz
Datei:St.-Martin Lauingen Station III.jpg
Datei:St.-Martin Lauingen Station XI.jpg Station XI
Jesus wird ans Kreuz geschlagen
Station IV
Jesus begegnet seiner Mutter
Datei:St.-Martin Lauingen Station IV.jpg
Datei:St.-Martin Lauingen Station X.jpg Station X
Jesus wird seiner Kleider beraubt
Station V
Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen
Datei:St.-Martin Lauingen Station V.jpg
Datei:St.-Martin Lauingen Station IX.jpg Station IX
Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz
Station VI
Veronika reicht Jesus das Schweißtuch
Datei:St.-Martin Lauingen Station VI.jpg
Station VII
Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz
Datei:St.-Martin Lauingen Station VII.jpg
Station VIII
Jesus begegnet den weinenden Frauen
Datei:St.-Martin Lauingen Station VIII.jpg

Vorlage:Klappleiste/Ende

Orgel

Datei:Lauingen, St. Martin (02).jpg
Orgel
Datei:Lauingen, St. Martin (05).jpg
Spieltisch

1881<ref>Albertus-Magnus-Orgel. Abgerufen am 8. November 2022.</ref> erbaute G. F. Steinmeyer & Co. den Grundstock des heutigen, „Albertus-Magnus-Orgel“ genannten Instrumentes. Nach einer Umbaumaßnahme – u. a. Einbau eines neuen Freipfeifenprospekt – durch die Gebrüder Sandtner in 1950er/60er Jahren musste das Werk 2003 stillgelegt werden. 2018 erfolgte die feierliche Wiederweihe durch Bischof Konrad Zdarsa<ref>Bericht über Orgelweihe, Augsburger Allgemeine. 12. November 2018, abgerufen am 16. Mai 2021.</ref> nach einer umfassende Restaurierung und Erweiterung um zwei Register in 32′-Lage und einem neuen Spieltisch durch Siegfried Schmid. Das Werk besitzt nun 52 Register auf drei Manualen und Pedal, die Disposition lautet:<ref>Dispositionsmitteilung Bistum Augsburg. (PDF) Abgerufen am 16. Mai 2021.</ref>

I Hauptwerk C–g3
1. Principal 16′
2. Principal 8′
3. Gedeckt 8′
4. Viola 8′
5. Oktave 4′
6. Flöte 4′
7. Quinte 223
8. Oktave 2'
9. Cornet 4′
10. Mixtur 113
11. Trompete 8′
12. Clairon 4′
II Positiv C–g3
13. Rohrflöte 8′
15. Weidenpfeife 8′
15. Ital. Prinzipal 4′
16. Querflöte 4′
17. Gemshorn 2′
18. Terz 135
19. Quinte 113
20. Oktave 1′
21. Cymbel III–IV 12
22. Krummhorn 8′
23. Vox humana 8′
Tremulant
III Schwellwerk C–g3
24. Quintadena 16′
25. Flötenprincipal 8′
26. Gedeckt 8′
27. Salicional 8′
28. Schwebung 8′
29. Principal 4′
30. Nachthorn 4′
31. Violine 4'
32. Quinte 223
33. Superoktave 2′
34. Waldflöte 2′
35. Terz 135
36. Scharf IV 1′
37. Fagott 16′
38. Helle Trompete 8′
Tremulant
Pedal C–f1
39. Untersatz 32′
40. Principalbass 16′
41. Contrabass 16′
42. Subbass 16′
43. Quintbass 1023
44. Octavbass 8′
45. Gedecktbass 8′
46. Choralbass 4′
47. Flötbass 2′
48. Rauschpfeife IV 223
49. Bombarde 32′
50. Posaune 16′
51. Trompete 8′
52. Schalmei 4′
  • Koppeln:
    • Normalkoppeln: II/I, III/I, III/II, I/P, II/P, III/P
    • Superkoppeln: I/I, II/I, II/II, III/I, III/II, III/III, III/P
    • Subkoppeln: I/I, II/I, II/II, III/I, III/II, III/III

Glocken

Der Turm der Kirche beherbergt fünf Glocken. Das Geläut ist vom Klang her ausgewogen. Bei entsprechender Wetterlage und je nach Windrichtung sind die Glocken im Umkreis von drei bis vier Kilometern noch gut zu hören.

Glocke Patron Gussjahr Gießer Schlagton
1 Maria Königin des Friedens 1913 Georg Wolfart (Lauingen) c′
2 Albertus Magnus 1946/47 e′
3 Antonius von Padua 1946/47 g′
4 Franz Xaver 1946/47 a′
5 Martin 1946/47 c″

Anmerkung: Ursprünglich besaß das Münster noch eine sechste Glocke; diese war aber nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr auffindbar.

Kenotaph und Lauinger Fürstengruft der Pfalzgrafen von Pfalz-Neuburg

Kenotaph für Elisabeth von Pfalz-Neuburg

Unter der Empore des Münsters befindet sich das Kenotaph von Elisabeth von Hessen, die die Reformation vorantrieb und am 4. Januar 1563 in Lauingen verstarb. Ein massives Eisengitter umfasst die Grabstelle. Auf einem Sockel stehen an den Ecken jeweils vier Löwen. Darüber ruht auf einem roten Marmorstein die schlafende Pfalzgräfin. Es wurde im Jahre 1572 von dem Bildhauer Sigismund Winthir geschaffen.

Lauinger Fürstengruft

In der Grablege der Pfalzgrafen von Neuburg, die ab 1570 auf Befehl von Phillip Ludwig von Pfalz-Neuburg, angelegt wurde, ruhen 38 Familienmitglieder (davon 21 Kinder, 55 %).<ref>Karl August Bierdampfl, Die Funde aus der Fürstengruft zu Lauingen im bayerischen Nationalmuseum, Akademische Buchdruckerei von F. Straub, München, 1881, S. 3</ref> Der gemeinsamme Vorfahr aller Bestatteten ist Pfalzgraf Wilhelm von Zweibrücken und Neuburg. Bei den Bestatteten handelt es sich um dessen Kinder, Enkel und Urenkel sowie deren Ehefrauen.<ref>https://www.bavarikon.de/object/bav:BSB-CMS-0000000000008894</ref> Entscheidend für die Bestattung in der Gruft war, dass die Personen evangelisch geblieben waren.<ref>https://www.bavarikon.de/object/bav:BSB-CMS-0000000000008894</ref> Die letzte Bestattung in der Gruft erfolgte im Jahr 1664.<ref>https://www.bavarikon.de/object/bav:BSB-CMS-0000000000008894</ref> Bei den Öffnungen der Gruft wurden 135 Einzelobjekte aus der Gruft etnommen.<ref>https://www.bavarikon.de/object/bav:BSB-CMS-0000000000008894</ref> Bei der ersten Öffnung der Gruft im Jahr 1781 wurden lediglich die wertvollen Schmuckstücke entnommen.<ref>https://www.bavarikon.de/object/bav:BSB-CMS-0000000000008894</ref> Bei der zweiten Öffnung der Gruft 1877 wurden die Textilien entnommen, die sich heute als für die Wissenschaft besonders wertvoll erweisen.<ref>https://www.bavarikon.de/object/bav:BSB-CMS-0000000000008894</ref> Auch wurde in mindestens einem Fall das Haar eines Bestatteten abgeschnitten. So findet sich in der sogenannten "Graßegger-Sammlung" des Historischen Vereins Neuburg an der Donau ein Kuvert mit den Haaren Philipp Ludwigs "von seinem Todtenschedl entnohmen<ref>https://www.bavarikon.de/object/bav:BSB-CMS-0000000000010663</ref>". Wie die Haare in die Sammlung gelangten, ist unbekannt.<ref>https://www.bavarikon.de/object/bav:BSB-CMS-0000000000010663</ref> Alle in der Gruft bestatteten Personen wurden in Zinnsärgen bestattet. Die 12 besterhaltensten Särge wurden ins Bayerische Nationalmuseum gebracht, drei davon sind in der Dauerausstellung zu sehen. Die Gruftplatte liegt ohne Verzierungen und Inschriften (etwa Wappen der Familie oder weitere Beschriftungen) im Chorboden. An der Chorwand befinden sich acht Epitaphien sowie eine Namenstafel, die alle in der Gruft bestatteten Personen auflistet.<ref>Katholische Kirchenstiftung St. Martin Lauingen, Lauingen St. Martin, 1990, S. 9</ref> Auf der Tafel ist folgender Text zu lesen:

"In der Fürstengruft darhier sind folgende Durchlauchtigste Familienmitglieder aus dem Hause Pfalz-Neuburg beigesetzt: (linke Seite der Tafel) I. Phillip Ludwig erstgeborener Sohn des Pfalzgrafen Wolfgang zu Zweibrücken=Veldenz geb. 2 Oktob. 1547, gest. 12. Aug. 1614 II. dessen Gemahlin Anna, Tochter des herzogs WIlhelm zu Julich, Cleve und Berg, geb I. März 1552, gest. 6. Oktober 1632 dann deren Kinder, 1. Dorothea Sabina geb. 13 Oktob. 1576, gest. 12 Dec. 1598, 2. Amalia Hedwig geb. 14 Dec. 1584, gest. 5. Aug. 1607 III. Elisabetha, erste Tochter des Pfalzgrafen Wolfgang zu Zweibrücken=Veldenz, geb. 21. März 1553, gest. 24. Nov. 1625 IV. Otto Heinrich, dritter Sohn des Pfalzgrafen Wolfgang zu Zweibrücken=Veldenz, geb. 22 Iuli 1556, gest. 19. Aug. 1604 V. dessen Gemahlin Dorothea Maria, TOchter des Herzogs Christoph zu Würtenberg, geb. 5. Sept. 1559, gest. 13. März 1639, dann deren Kinder 1. Ludwig, geb. im Ianuar 1584, gest. 12. März 1584 2. Dorothea Sophia, geb. 10. März 1588, gest. 24. Sept. 1607 3. Anna Sybilla, geb. im Mai 1589, gest. 10. Dez. 1589 4. Otto Georg, geb. 9. April 1590, gest. 20. Mai 1590 5. Maria Elisabetha, geb. 5. Apr. 1593, gest. 23 Febr. 1594 6. Magdalena Sabina, geb. 6. Dez. 1595, gest. 18 Febr. 1596 7. Anna Sophia, geb. 6. Dez. 1595, gest. 21. April 1598 8. Dorothea Ursula, geb. 2 Sept 1597, gest. 25. März 1598 9 Friedrich Christian, geb. 19. Januar 1600, gest. 3. März 1600 VI. Friedrich zu Vohenstrauß, vierter Sohn des Pfalzgrafen Wolfgang zu Zweibrücken=Veldens, geb. 11. Aug. 1557, gest. 17. Dez. 1697 VII. dessen Gemahlin Katharina Sophia, Tochter des Herzogs Heinrich zu Liegnitz, Brieg und Goldberg, geb. 7. Aug. 1561, gest. 10. Mai 1678 dann deren Kinder. (rechte Seite der Tafel) 1. Friedrich Casimir, geb. 8. März 1590, gest. 16. Juli 1590 2. Georg Friedrich, geb. 8. März 1590, gest 20. Juli 1590 VIII. August dritter Sohn des Pfalzgrafen Phillipp Ludwig zu Neuburg, geb. 2. Okt. 1582, gest. 14. Aug. 1632 IX. dessen Gemahlin Hedwig, Tochter des Herzogs Iohan Adolf zu Holstein, geb. 13. Dez. 1603, gest. 13. März 1657 dann deren KInder. 1. Adolf Friedrich, geb 11. Aug. 1623, gest. 4. März 1624 2. Johan Ludwig, geb. 12. Dez. 1625, gest. 8. Okt. 1649 3. Dorothea Susanna, geb. 7. Aug 1631, gest. 23 Iuni 1632 X. Iohan Friedrich, vierter Sohn des Pfalzgrafen Philipp Ludwig zu Neuburg, geb. 23. Aug. 1587, gest. 19. Okt. 1644 XI. dessen GemahlinSophie Agnes Tochter des Pfalzgrafen Ludwig von Hessen=Darmstadt, geb. 12 Ianuar 1604, gest, 13. Sept. 1664, dann deren Kinder 1. Anna Ludovika geb. 11. Okt. 1626, gest. 13 Febr. 1627 2. Maria Magdalena geb. 27 Febr. 1623, gest 11 Iuni 1629 3. Philipp Ludwig, geb. 26. Febr. 1629, gest. 8. Sept. 1632 4. Friedrich, geb, 25. März 1630, gest. 22. Mai 1630 5. Ein Kind todtgeboren den 22. April 1632 6. Maria Elenora, geb. 28. März 1632, gest. 23. Nov. 1632 7. Iohana Sophia, geb. 2. Sept. 1635 gest. 19. Aug. 1636 8. Anna Magdalena, geb. 23 Febr. 1638, gest. 19Juli 1638 XII. Hermann Herr zu Wartenberg, geb. 27. Iuli 1625, u. nach 38 Stunden verstorben, Sohn des Iohan Georg Freiherrn zu Wartenberg u. dessen Gemahlin Sabina, Tochter des Pfalzgrafen Otto Heinrich ferner Vier Familienmittglieder deren Identität nicht mehr festgestellt werden kann (ganze Tafel) Lauingen im Januar 1882"

Einen Eindruck von der Reichhaltigkeit der Fürstengruft kann man im Bayerischen Nationalmuseum erhalten.

Die Objekte im Bayerischen Nationalmuseum

Im Bayerischen Nationalmuseum sind ausgestellt:

Datei:Das Gebetbuch der Pfalzgräfing Katharina Sophia und der Gürtel der Pfalzgräfin Dorothea Sophia.jpg
Das Gebetbuch der Pfalzgräfin Katharina Sophia und der Gürtel der Pfalzgräfin Dorothea Sophia
Datei:Die Kleidung des Pfalzgrafen Philipp Ludwig (1629–1632), Kinderkleidung.jpg
Die Kleidung des Pfalzgrafen Philipp Ludwig (1629–1632), Kinderkleidung
  • Die Kleidung des Pfalzgrafen Philipp Ludwig (1547–1614)<ref>https://www.bayerisches-nationalmuseum.de/sammlung/00111436</ref>
  • Die Kleidung des Pfalzgrafen Johann Friedrich<ref>https://www.bayerisches-nationalmuseum.de/sammlung/00111393</ref>
  • Das Kleid der Pfalzgräfin Dorothea Sabina aus Seide: ein vollständig erhaltenes Kleid aus dem 16. Jahrhundert – eines von weltweit wenigen vollständig erhaltenen Kleidern dieser Zeit.<ref>https://www.bayerisches-nationalmuseum.de/sammlung/highlights/00224872</ref> Als sie starb, war sie zweiundzwanzig Jahre alt. Das Kleid ist an die in Spanien übliche Hoftracht angelehnt.<ref>Karen Stolleis, Die Gewänder aus der Lauinger Fürstengruft (Forschungshefte 3, Herausgegeben vom Bayerischen Nationalmuseum München), Deutscher Kunstverlag, München - Berlin, 1977, S. 28</ref> Im bei der Gruftöffnung angefertigten Protokoll ist zu lesen: "gekleyd mit einen grünen sammelten mit goldenen Bördlein besetzten Überrock. Der unterrock ware geblicht und Roth sammelt. Mit silbernen Borden besetzt, davor aber nichts abgenohmen wurde. An füßen hatte diser Leichnam noch roth sammete mit niederen stecken versehene schue mit Bändern gebunden<ref>Karen Stolleis, Die Gewänder aus der Lauinger Fürstengruft (Forschungshefte 3, Herausgegeben vom Bayerischen Nationalmuseum München), Deutscher Kunstverlag, München - Berlin, 1977, S. 28</ref>"
  • Der Hut des Pfalzgrafen August<ref>https://www.bayerisches-nationalmuseum.de/sammlung/00044582</ref>
  • 3 Särge: Zinnsärge des Pfalzgrafen Johann Friedrich sowie seiner Töchter Sophia (1635–1636, Kindersarg) und Anna Magdalena (1636–1638, Kindersarg). Die Särge wurden in Nürnberg hergestellt, "wie der Stadtstempel wiederholt darthut<ref>Karl August Bierdampfl, Die Funde aus der Fürstengruft zu Lauingen im bayerischen Nationalmuseum, Akademische Buchdruckerei von F. Straub, München, 1881, S. 5</ref>".
Datei:Zinnsärge aus der Lauinger Fürstengruft im Bayerischen Nationalmuseum.jpg
Kinderzinnsärge der Pfalzgräfinnen Johanna Sophia (1635–1636) und Anna Magdalena (1636–1638)

Weitere Funde befinden sich im Depot und sind nicht ausgestellt.<ref>https://www.bavarikon.de/object/bav:BSB-CMS-0000000000008895?lang=de</ref>

In der Gruft bestattete Personen

Zum besseren Verständnis der Bestatteten sei der Zusammenhang der verschiedenen Linien erläutert. Wolfgang von Zweibrücken starb 1569. Nach seinem Tod wurde das Land unter seinen Söhnen aufgeteilt. Philipp Ludwig erhielt Neuburg. Johann bekam Zweibrücken. Otto Heinrich erhielt Sulzbach und Hilpoltstein. Friedrich Vohenstrauß erhielt Floß und einen Anteil an Parkstein-Weiden. Karl erhielt den Teil Sponheims, der zu Zweibrücken gehörte. Aus diesen Aufteilungen entstanden die verschiedenen Linien von Pfalz-Neuburg. Diese "Linien" spiegeln sich in der Zusammensetzung der Gruft wider.<ref>Karen Stolleis, Die Gewänder aus der Lauinger Fürstengruft (Forschungshefte 3, Herausgegeben vom Bayerischen Nationalmuseum München), Deutscher Kunstverlag, München - Berlin, 1977, S. 13</ref><ref>Karen Stolleis, Die Gewänder aus der Lauinger Fürstengruft (Forschungshefte 3, Herausgegeben vom Bayerischen Nationalmuseum München), Deutscher Kunstverlag, München - Berlin, 1977, Genealogische Tabelle der Herzöge von der Pfalz-Neuburg (Faltblatt im Buch)</ref>

Folgende Personen wurden in der Gruft bestattet:

  • Friedrich von Vohenstrauss – Auf ihn gehen die Linien Neuburg, Zweibrücken, Sulzbach, Hilpoltstein und Birkenfeld zurück<ref>Karl August Bierdampfl, Die Funde aus der Fürstengruft zu Lauingen im bayerischen Nationalmuseum, Akademische Buchdruckerei von F. Straub, München, 1881, S. 6</ref>
  • Katharina Sofia von Vohenstrauss<ref>Karl August Bierdampfl, Die Funde aus der Fürstengruft zu Lauingen im bayerischen Nationalmuseum, Akademische Buchdruckerei von F. Straub, München, 1881, S. 7</ref>
  • Otto Heinrich von Zweibrücken-Weldenz<ref>Karl August Bierdampfl, Die Funde aus der Fürstengruft zu Lauingen im bayerischen Nationalmuseum, Akademische Buchdruckerei von F. Straub, München, 1881, S. 7</ref>
  • Dorothea Maria von Zweibrücken-Weldenz<ref>Karl August Bierdampfl, Die Funde aus der Fürstengruft zu Lauingen im bayerischen Nationalmuseum, Akademische Buchdruckerei von F. Straub, München, 1881, S. 8</ref>
  • Die 11 Kinder von Otto Heinrich und Dorothea Maria:

Dorothea Sofia<ref>Karl August Bierdampfl, Die Funde aus der Fürstengruft zu Lauingen im bayerischen Nationalmuseum, Akademische Buchdruckerei von F. Straub, München, 1881, S. 9</ref>, Ludwig<ref>Karl August Bierdampfl, Die Funde aus der Fürstengruft zu Lauingen im bayerischen Nationalmuseum, Akademische Buchdruckerei von F. Straub, München, 1881, S. 9</ref>, Anna Sibilla<ref>Karl August Bierdampfl, Die Funde aus der Fürstengruft zu Lauingen im bayerischen Nationalmuseum, Akademische Buchdruckerei von F. Straub, München, 1881, S. 9</ref>, Anna Elisabeth<ref>Karl August Bierdampfl, Die Funde aus der Fürstengruft zu Lauingen im bayerischen Nationalmuseum, Akademische Buchdruckerei von F. Straub, München, 1881, S. 9</ref>,Georg Freidrich<ref>Karl August Bierdampfl, Die Funde aus der Fürstengruft zu Lauingen im bayerischen Nationalmuseum, Akademische Buchdruckerei von F. Straub, München, 1881, S. 9</ref>, Madalena Sabina und Anna Sofia (Zwillinge)<ref>Karl August Bierdampfl, Die Funde aus der Fürstengruft zu Lauingen im bayerischen Nationalmuseum, Akademische Buchdruckerei von F. Straub, München, 1881, S. 9</ref>, Freidrich Christian<ref>Karl August Bierdampfl, Die Funde aus der Fürstengruft zu Lauingen im bayerischen Nationalmuseum, Akademische Buchdruckerei von F. Straub, München, 1881, S. 9</ref>, Dorothea Ursula<ref>Karl August Bierdampfl, Die Funde aus der Fürstengruft zu Lauingen im bayerischen Nationalmuseum, Akademische Buchdruckerei von F. Straub, München, 1881, S. 9</ref>, Maria Elisabeth<ref>Karl August Bierdampfl, Die Funde aus der Fürstengruft zu Lauingen im bayerischen Nationalmuseum, Akademische Buchdruckerei von F. Straub, München, 1881, S. 9</ref>, Ott Georg<ref>Karl August Bierdampfl, Die Funde aus der Fürstengruft zu Lauingen im bayerischen Nationalmuseum, Akademische Buchdruckerei von F. Straub, München, 1881, S. 9</ref>, Ein ubekanntes Kind "Sarg ohne Inschrift mit einem ganz vermoderten Leichnahm<ref>Karl August Bierdampfl, Die Funde aus der Fürstengruft zu Lauingen im bayerischen Nationalmuseum, Akademische Buchdruckerei von F. Straub, München, 1881, S. 9</ref>", Phillip Ludwig<ref>Karl August Bierdampfl, Die Funde aus der Fürstengruft zu Lauingen im bayerischen Nationalmuseum, Akademische Buchdruckerei von F. Straub, München, 1881, S. 9</ref>,

  • Anna von von Zweibrücken-Weldenz (Ehefrau von Philipp Ludwig)<ref>Karl August Bierdampfl, Die Funde aus der Fürstengruft zu Lauingen im bayerischen Nationalmuseum, Akademische Buchdruckerei von F. Straub, München, 1881, S. 9 f.</ref>
  • Die 2 Kinder von Phillip Ludwig und Anna:

Amalie Hedwig<ref>Karl August Bierdampfl, Die Funde aus der Fürstengruft zu Lauingen im bayerischen Nationalmuseum, Akademische Buchdruckerei von F. Straub, München, 1881, S. 11</ref>, Dorothea Sabina<ref>Karl August Bierdampfl, Die Funde aus der Fürstengruft zu Lauingen im bayerischen Nationalmuseum, Akademische Buchdruckerei von F. Straub, München, 1881, S. 12</ref>

  • Elisabeith II. von Zweibrücken-Veldenz<ref>Karl August Bierdampfl, Die Funde aus der Fürstengruft zu Lauingen im bayerischen Nationalmuseum, Akademische Buchdruckerei von F. Straub, München, 1881, S. 13</ref>
  • August von Pfalz-Neuburg<ref>Karl August Bierdampfl, Die Funde aus der Fürstengruft zu Lauingen im bayerischen Nationalmuseum, Akademische Buchdruckerei von F. Straub, München, 1881, S. 13</ref>
  • Hedwig von Pfalz-Sulzbach (Ehefrau von August von Pfalz-Neuburg)<ref>Karl August Bierdampfl, Die Funde aus der Fürstengruft zu Lauingen im bayerischen Nationalmuseum, Akademische Buchdruckerei von F. Straub, München, 1881, S. 15</ref>
  • Die 4 Kinder von August und Hedwig:

Adolf Friedrich von Pfalz-Sulzbach<ref>Karl August Bierdampfl, Die Funde aus der Fürstengruft zu Lauingen im bayerischen Nationalmuseum, Akademische Buchdruckerei von F. Straub, München, 1881, S. 15</ref>, Johann Ludwig<ref>Karl August Bierdampfl, Die Funde aus der Fürstengruft zu Lauingen im bayerischen Nationalmuseum, Akademische Buchdruckerei von F. Straub, München, 1881, S. 16</ref>, Dorothea Susanna<ref>Karl August Bierdampfl, Die Funde aus der Fürstengruft zu Lauingen im bayerischen Nationalmuseum, Akademische Buchdruckerei von F. Straub, München, 1881, S. 16</ref>,Philipp von Pfalz Sulzbach<ref>Karl August Bierdampfl, Die Funde aus der Fürstengruft zu Lauingen im bayerischen Nationalmuseum, Akademische Buchdruckerei von F. Straub, München, 1881, S. 17</ref>

  • Johann Friedrich von Pfalz Neuburg<ref>Karl August Bierdampfl, Die Funde aus der Fürstengruft zu Lauingen im bayerischen Nationalmuseum, Akademische Buchdruckerei von F. Straub, München, 1881, S. 17</ref> (Sarg in der Daueraustellung des Bayerischen Nationalmuseums).
  • Sofie Agnes von Pfalz-Neuburg (Ehefrau von Johann Freidrich)<ref>Karl August Bierdampfl, Die Funde aus der Fürstengruft zu Lauingen im bayerischen Nationalmuseum, Akademische Buchdruckerei von F. Straub, München, 1881, S. 17</ref>
  • Die 8 Kinder von Johann Fridrich und Sofie Agnes:

Anna Luise<ref>Karl August Bierdampfl, Die Funde aus der Fürstengruft zu Lauingen im bayerischen Nationalmuseum, Akademische Buchdruckerei von F. Straub, München, 1881, S. 18</ref>, Maria Magdalena<ref>Karl August Bierdampfl, Die Funde aus der Fürstengruft zu Lauingen im bayerischen Nationalmuseum, Akademische Buchdruckerei von F. Straub, München, 1881, S. 18</ref>, Philipp Ludwig<ref>Karl August Bierdampfl, Die Funde aus der Fürstengruft zu Lauingen im bayerischen Nationalmuseum, Akademische Buchdruckerei von F. Straub, München, 1881, S. 18</ref>, Johann Friedrich<ref>Karl August Bierdampfl, Die Funde aus der Fürstengruft zu Lauingen im bayerischen Nationalmuseum, Akademische Buchdruckerei von F. Straub, München, 1881, S. 19</ref>, "Prinzessin todtgeboren<ref>Karl August Bierdampfl, Die Funde aus der Fürstengruft zu Lauingen im bayerischen Nationalmuseum, Akademische Buchdruckerei von F. Straub, München, 1881, S. 19</ref>", Maria Eleonora<ref>Karl August Bierdampfl, Die Funde aus der Fürstengruft zu Lauingen im bayerischen Nationalmuseum, Akademische Buchdruckerei von F. Straub, München, 1881, S. 19</ref>, Johanna Sofie<ref>Karl August Bierdampfl, Die Funde aus der Fürstengruft zu Lauingen im bayerischen Nationalmuseum, Akademische Buchdruckerei von F. Straub, München, 1881, S. 19</ref><ref>Im bayerischen Nationalmuseum als Johanna Sophia bezeichnet</ref> (Sarg in der Daueraustellung des Bayerischen Nationalmuseums), Anna Magdalena<ref>Karl August Bierdampfl, Die Funde aus der Fürstengruft zu Lauingen im bayerischen Nationalmuseum, Akademische Buchdruckerei von F. Straub, München, 1881, S. 19</ref> (Sarg in der Daueraustellung des Bayerischen Nationalmuseums).

  • Hermann Herr zu Wartenberg<ref>Karl August Bierdampfl, Die Funde aus der Fürstengruft zu Lauingen im bayerischen Nationalmuseum, Akademische Buchdruckerei von F. Straub, München, 1881, S. 19</ref>
Die Öffnung der Gruft und die Überführung der Objekte in das Bayerische Nationalmuseum

Im Folgenden soll dargelegt werden, wie die Öffnungen die Gruft abliefen und wie die Funde in das Bayerische Nationalmuseum gelangten:

Zwischen dem 24. September 1781 und dem 4. Oktober 1781 wurde die Gruft erstmals geöffnet. Grund hierfür war, dass in der Gruft viele wertvolle Schmuckstücke lagen. Es wurde befürchtet, dass diese geraubt werden könnten. Kurfürst Karl Theodor gab daraufhin den Befehl die wertvollen Stücke zu bergen. Der Ablauf war wie folgt: "In ungesäumter Befolgung dieses Aufrages wurde dann auch die Eröffnung der, sowie die Untersuchung der Särge sogleich vorgenommen und zwar in den Tagen von 24. September bis zum 4. Oktober 1781 [..] Die Untersuchung der Särge ging in folgender Weise vor sich. Nachdem die Gruft,in welche 13 Stufen hinabführen, vor ihrer Betretung, der Luftreinigung wegen zwei Tage offen gehalten worden war, wurde jeder Sarg einzeln in die Kirche emporgebracht und dort im Tageslichte geöffnet. Es wurde hierauf eine Beschreibung des Befundes der Leichen, ihrer Bekleidung und ihres Schmuckes in einem Protokolle niedegelegt, und sodann der Sarg, nachdem eine Abschrift der darauf befindlichen Inschriften und Wappen genommen worden war, wieder in die Gruft zurück gebracht. Die bei den Leichen vorgefundenen Pretiosen, welche die Kommision zu sich genommen hatte, wurden auf Befehl Karl Theodors dem Münzkabinette zur Aufbewahrung übergeben, von wo sie im Jahre 1862 auf Befehl des Königs Maximilian II in die Sammlungen des Nationalmuseums verbracht wurden, wo sie durch ihre feinstilisierte Zeichnung, ihre prachtvolle Anlage und meisterhafte technische Ausführung jeden Beschauer entzücken.<ref>Karl August Bierdampfl, Die Funde aus der Fürstengruft zu Lauingen im bayerischen Nationalmuseum, Akademische Buchdruckerei von F. Straub, München, 1881, S. 4 f.</ref>"

1846 wurde die Gruft ein weiteres Mal geöffnet, da aufgrund von Arbeiten in der Kirche Schäden am Gruftgewölbe vermutet wurden: "Diese Eröffnung der herzoglichen Gruft ist jedoch nicht die einzige geblieben. Im Jahr 1846 glaubte man nemlich wahrgenommen zu haben, dass durch die Arbeiten, welche bei Abnahme eines Altars nothwendig waren, das darunter liegende Gruftgewölbe Schaden gelitten habe. Es wurde daher am 12. März 1846 die Gruft abermals geöffnet. Dabei fand man nun die Särge ganz oder zur Hälfte aufgerissen und in einer Unordnung, dass es einem Augenzeugen vorkam, als wären Räuber plündernd in die Gruft gebrochen und hätten nach vollbrachter Plünderung den Ort eiligst verlassen. Die Leichname, im Jahre 1781 zum Theil noch wohl erhalten oder im Zustande mumienartiger Skelette, waren nunmehr in Staub und Moder versunken und zerfielen bei der geringsten Berührung; von den Kleidern aber waren manche noch ziemlich gut erhalten und liessen ihre freilich nun verbleichte Pracht und ihren früheren Goldprunk noch wohl erkennen.<ref>Karl August Bierdampfl, Die Funde aus der Fürstengruft zu Lauingen im bayerischen Nationalmuseum, Akademische Buchdruckerei von F. Straub, München, 1881, S. 5</ref>"

Als 1877 die Kirche saniert wurde, wurde die Gruft zum dritten Mal geöffnet: "Nun sollte im Jahre 1877 eine Restauration der Stadtpfarrkirche vorgenommen werden, und diese wurde Veranlassung, dass die Fürstengruft noch einmal geöffnet werden musste. Hierbei zeigte sich denn, dass die Zinnsärge der Mehrzahl nach verfallen waren. Von seiner Majestät dem Könige Ludwig II wurde demnach die Anordung erlassen, die Ueberreste der durchlauchtigsten Verblichenen in einem neuen gemeinsamen Steinsarkophage zu verbringen. Der Direktor des Nationalmuseums Dr. von Hefner-Alteneck erhielt hierauf den Auftrag, die nochmal zu besichtigen, ob dieselben nicht ihres historischen oder künstlerischen Werthes wegen dem Nationalmuseum einzuverleiben wären. Es wurden von demselben auch zwölf derselben ausgewählt, welche reich mit kunstvoll gravierten Inschriften, Wappen und Christusbildern geziert sind und im Nationalmuseum links von der Vorhalle im Saal 7 ihre Aufstellung gefunden haben. Angefertigt wurden die Särge in Nürnberg wie der Stadtstempel wiederholt darthut. Auch Ueberreste von Prachtgewändern in Sammt und Seide haben sich noch vorgefunden, welche nicht nur die "zierliche Arbeit, sondern auch den feinen Luxus bewundern lassen"; sie befinden sich nebst den Schmucksachen in der Abteilung für Trachten, Waffen und Schmuck im I. Stockwerk Saal 5, in den Schränken 13 und 14.<ref>Karl August Bierdampfl, Die Funde aus der Fürstengruft zu Lauingen im bayerischen Nationalmuseum, Akademische Buchdruckerei von F. Straub, München, 1881, S. 5 f.</ref>"

Sakristei

In der ehemaligen Sebastianskapelle, die zur Sakristei des Münsters wurde, befinden sich viele kostbare Paramente, die St. Martin im Laufe der Zeit erhielt, unter anderem ein Vortragskreuz der Maria-Trost-Bruderschaft in Herzform und wertvolle Vasa sacra.

Geistliches Leben

Liturgie

In der Stadtpfarrkirche St. Martin findet jeweils um 10:00 Uhr die Sonntagsmesse statt. Eine Vorabendmesse wird im Sommer jeweils am Samstag um 19:00 Uhr in der Stadtpfarrkirche und in den Wintermonaten in der Spitalkirche St. Alban abgehalten, davor gibt es die Möglichkeit zum Rosenkranzgebet. Auch an den Hochfesten werden in St. Martin die Gottesdienste gefeiert.

Bruderschaftswesen

Die Gemeinde hatte bis in den Anfang des 20. Jahrhunderts eine Gebetsbruderschaft, die Erzbruderschaft Maria Trost. Ihre Entstehung wird im Jahre 1673 vermutet und ihre Aufgaben bestanden in der Abhaltung von Nachmittagsandachten und der Steigerung der Volksfrömmigkeit. Die Bruderschaft erlosch im 20. Jahrhundert und wurde durch Initiative von Diakon Gerhard Nothaas sowie weiterer engagierter Kirchenmitglieder am 11. Dezember 2012 zu ihrem 340-jährigen Bestehen wiedererrichtet und vom Augsburger Weihbischof Florian Wörner im darauffolgenden Jahr im Rahmen eines feierlichen Pontifikalamtes eingesetzt. Am ersten Samstag des Monats wird jeweils für die lebenden und verstorbenen Mitglieder der Bruderschaft im Martinsmünster eine Heilige Messe gefeiert.

Albert-Verehrung

Da Albertus Magnus, genannt Albert der Große, aus der Stadt Lauingen kommt, ist dort auch eine ausgeprägte Verehrung dieses Heiligen und Kirchenlehrers zu finden. So gibt es in der Stadtpfarrkirche eine monatlich abgehaltene Auflegung seiner Hirnschale, die Lauingen nach seiner Heiligsprechung erhielt, und zu seinem Festtag 15. November findet in der Kirche ein feierlicher Gottesdienst zu seiner Ehre statt. Im Jahre 1980, zum 700. Todestag des „Doctor Universalis“ war Kardinal Joseph Ratzinger (der spätere Papst Benedikt XVI.) anwesend. In den letzten Jahren waren viele Bischöfe und Erzbischöfe in der sogenannten „Albertus-Magnus-Stadt“ unter anderem, Walter Mixa, Konrad Zdarsa, Robert Zollitsch, Manfred Müller eingeladen.

Weblinks

Literatur

  • Karl August Bierdampfl, Die Funde aus der Fürstengruft zu Lauingen im bayerischen Nationalmuseum, Akademische Buchdruckerei von F. Straub, München, 1881
  • Karen Stolleis, Die Gewänder aus der Lauinger Fürstengruft (Forschungshefte 3, Herausgegeben vom Bayerischen Nationalmuseum München), Deutscher Kunstverlag, München – Berlin, 1977, ISBN 978-3422006850
  • Katholische Kirchenstiftung St. Martin Lauingen, Lauingen St. Martin, 1990

Einzelnachweise

<references />

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Stadtgebiet: St. Martin | Spitalkirche | St. Andreas | Augustinerkirche | St. Leonhard | St. Johannes | Herrgottsruh-Kapelle | Kapelle Birkacherhöfe

Filialpfarreien: St. Blasius (Faimingen) | Mariä Himmelfahrt (Frauenriedhausen) | St. Vitus (Veitriedhausen)

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