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St. Johann Baptist (Neu-Ulm)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:2025-04-05 St. Johann Baptist 1120071.JPG
Turm von St. Johann-Baptist in Neu-Ulm
Datei:Neu-ulm-st johann baptist-aussen 260815.jpg
St. Johann-Baptist in Neu-Ulm

Die Kirche St. Johann Baptist in Neu-Ulm wurde als Garnisonkirche 1857 erbaut. Heute ist sie die katholische Pfarrkirche<ref>Bistum Augsburg</ref> der Pfarrgemeinde St. Johann Baptist der Kernstadt und des Stadtteils Schwaighofen.

Architektur

Veränderungen

Die Kirche wurde ursprünglich als Garnisonskirche 1857 zunächst als einschiffiger neuromanischer Bau nach Plänen von Georg von Stengel erbaut.<ref name=":0" /> Von 1922 bis 1926 und nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie nach Entwurf von Dominikus Böhm erweitert und architektonisch zur jetzigen Form umgestaltet, wobei vom Altbau im Wesentlichen nur der Turmschaft mit zeittypischen Kantenlisenen und Rundbogenfriesen stehen blieb. Das in Farbkontrasten sichtbar präsentierte Baumaterial der Fassaden aus Jurakalkstein, Ziegeln und Biberschwanzresten stammte aus abgebrochenen Befestigungsanlagen.<ref name=":0" /> Die durchgreifend umgebaute Kirche St. Johann Baptist gilt als Musterbeispiel ihrer Art und zählt kunsthistorisch zu den bedeutendsten deutschen Kirchenbauten des 20. Jahrhunderts im expressionistischem Stil.<ref name=":0">Stadtpfarrkirche St. Johann Baptist - Neu-Ulm. In: denkmalschutz.de. Deutsche Stiftung Denkmalschutz, abgerufen am 1. August 2025.</ref>

In den 1930er Jahren wurde die Kirche auch als Neue Krieger-Gedächtniskirche bezeichnet.<ref>Histor. Ansichtskarte Neu-Ulm, Krieger-Gedächtnis-Kirche; abgerufen am 17. September 2019.</ref> Eine letzte umfassende Restaurierung von 1980 bis 1985 gab dem Kircheninneren das heutige Aussehen.

Baubeschreibung

Die Außenmauern und der Turm sind aus Material der abgebrochenen Ulmer Befestigungsanlagen (Jurakalkstein, Ziegel und Biberschwanzreste) gemauert. Im Inneren bildet der Gegensatz von hohlem Ziegelboden zu den in Licht getauchten weißen Wänden und eigenwilligen Gewölben eine frappierende Raumschöpfung, besonders bei der Taufkapelle. Von technischem Interesse ist der bei der Gewölbekonstruktion angewendete schalungslose Eisenbeton. Die Gewölbe waren durch die Konstruktionseisen sozusagen vorgezeichnet; diesen wurde auf der Unterseite ein weitmaschiges Eisengeflecht und diesem wiederum ein Ziegelgewebe (Rabitz) als Putzträger unterbunden. Schließlich erfolgte die Einführung und Verteilung des Betons von oben. Vom Innenraum aus wurde der Putz aufgetragen.

Ausstattung

Datei:Neu-ulm-st johann baptist-260815 01.jpg
Kircheninneres, Blick zum Altar

Altar, Haupt- und Querschiff, Kapellen, Schmuck

Die Ausstattung (Bronze- und Steinplastiken, Gestaltung der Fenster) stammt vom Bildhauer Reinhold Grübl.

Die Taube in der Taufkapelle stammt von Hans Wissel; ebenso die Christusfigur in der linken Seitenkapelle.

Orgel

Datei:Neu-Ulm, St. Johann Baptist, Innenansicht.jpg
Innenansicht mit Orgel

Die Orgel wurde 1968 von der Orgelbaufirma Hubert Sandtner (Dillingen) erbaut und im Jahre 2000 neu intoniert und um zwei Register erweitert. Das Instrument hat heute 24 Register auf zwei Manualen und Pedal. Die Spieltrakturen sind mechanisch, die Registertrakturen elektrisch.<ref>Informationen zur <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Orgel von St. Johann Baptist (Memento des Vorlage:IconExternal vom 5. Januar 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ulmer-orgeln.de</ref>

I Hauptwerk C–
Bourdun 16′
Prinzipal 8′
Rohrflöte 8′
Oktav 4′
Spitzflöte 4′
Sesquialtera II 223
Oktav 2′
Mixtur IV-V 135
Trompete 8′
II Rückpositiv C–
Spitzgambe 8′
Gedackt 8′
Prinzipal 4′
Holzflöte 4′
Doublette 2′
Quinte 113
Scharff III 1′
Dulcian 8′
Tremulant
Pedal C–
Principal 16′
Subbass 16′
Oktav 8′
Gedeckt 8′
Choralbass 4′
Basszink V 223
Posaune 16′

Siehe auch

Literatur

  • Bernadette Goebel: St. Johann Baptist in Neu-Ulm. Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg im Allgäu 2025, ISBN 978-3-89870-727-5.
  • Jakob Eberle, Edigna Schreml: Die katholische Pfarrkirche St. Johann Baptist (= Kleine Kunstführer Nr. 1561). Schnell & Steiner, München/Zürich 1986, ISBN 3-7954-5268-6.
  • Manuela Klauser: Der betende Raum. Dominikus Böhms Kirche St. Johann Baptist in Neu-Ulm. Ein Schlüsselbau der modernen Sakralarchitektur. Kunstverlag Fink, Lindenberg 2010, ISBN 978-3-89870-644-5.
  • Klaus-Martin Bresgott: St. Johann Baptist Neu-Ulm. In: Ders.: Neue Sakrale Räume. 100 Kirchen der Klassischen Moderne. Zürich 2019. S. 36 f.

Weblinks

Commons: St. Johann Baptist (Neu-Ulm) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 48° 23′ 41,9″ N, 10° 0′ 1,4″ O

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