St. Jodokus (Wewelsburg)
St. Jodokus ist eine römisch-katholische Kirche im Ortsteil Wewelsburg der ostwestfälischen Stadt Büren in Nordrhein-Westfalen. Sie zählt zum Erzbistum Paderborn, Dekanat Büren-Delbrück. Ihr Namenspatron ist der heilige Jodok.
Baugeschichte und Architektur
Die Kirche wurde im 14. Jahrhundert zweischiffig im spätgotischen Stil erbaut. Sie liegt südöstlich der fürstbischöflichen Wewelsburg, im Bereich der Vorburg, und war ursprünglich Burgkapelle.
Gleichzeitig mit der Burg wurde sie von 1599 bis 1601 von Grund auf erneuert. 1884/85 wurde die Hallenkirche auf drei Schiffe erweitert und erhielt eine neugotische Ausstattung. Altar und Ambo stammen von 1984.
Am Turm befindet sich ein Wappen des Fürstbischofs Dietrich von Fürstenberg, das auf den Umbau um 1600 hinweist. Auf dem Kirchhof befindet sich ein Denkmal zum Gedächtnis an die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs.
Enteignung während der NS-Zeit
Ebenso wie zahlreiche andere Gebäude des Dorfes stand auch die Kirche den gigantischen Umbauplänen Heinrich Himmlers zur Umgestaltung Wewelsburgs im Wege.<ref>Zu den Plänen, nach denen Wewelsburg zu einem „Ort der Gigantomanie“ werden sollte, siehe etwa Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933 – 1945: Historischer Hintergrund. Kreismuseum Wewelsburg, abgerufen am 3. Februar 2026.</ref> Sie sollte entfernt werden und an anderer Stelle ein neues Pfarrzentrum entstehen. Daher wurde auch sie, wie viele andere Gebäude und Liegenschaften des Ortes, durch die Gesellschaft zur Förderung und Pflege Deutscher Kulturdenkmäler enteignet. In der Wewelsburger Dorfchronik heißt es dazu:
„Pfarrer Tusch übte sich in zähem Widerstand, um den Kaufpreis in die von ihm für realistisch gehaltene Höhe von 250.000 Reichsmark zu treiben. Bis zum 4. Juli [1940] hielt er dem Druck der SS, der Bezirksregierung in Minden und des eigenen Generalvikariates in Paderborn stand. An diesem Tag wurde die Pfarrkirche für 200.000 RM an die SS [in Gestalt der Gesellschaft zur Förderung und Pflege Deutscher Kulturdenkmäler] verkauft.“<ref>Michael Drewniok: Wewelsburg in der NS-Zeit (1933 bis 1945), in: Heimatschutzverein Wewelsburg e. V. (Hrsg.): Wewelsburg : Geschichte eines Burgdorfes, Wewelsburg 2012, S. 265 (290).</ref>
Licht-Blick-Kirche
Im Rahmen des Citypastoral-Konzepts Kirche an der Burg wurde die Kirche im Februar 2020 um eine kombinierte Ton- und Lichtinstallation erweitert. Eine thematisch strukturierte Menuführung gibt Besuchern die Möglichkeit, aus einem breiten Angebot an spirituellen Impulsen von etwa 5-minütiger Laufzeit – den „Licht-Blicken“ – per Touchscreen auszuwählen. Dies ermögliche, das Eintauchen in „die ganze Kirche in Farben, Klang und inspirierende Worte“.<ref>Cornelius Stiegemann: Ein Dreiklang aus Licht, Musik und Wort: Die Licht-Blick-Kirche in Wewelsburg. Erzbistum Paderborn, 11. Mai 2023, abgerufen am 3. Februar 2026.</ref> Das Angebot wird laufend erweitert.
Literatur
- Georg Dehio (Hrsg.): Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Nordrhein-Westfalen, II. Westfalen, München 1969, S. 596 f.
- Markus Moors: Das „Reichshaus der SS-Gruppenführer“. Himmlers Pläne und Absichten in Wewelsburg. In: Jan Erik Schulte (Hrsg.): Die SS, Himmler und die Wewelsburg. Schriftenreihe des Kreismuseums Wewelsburg (Nr. 7), Paderborn u. a. 2009, S. 161 (178).
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
St. Aloysius (Eickhoff) | St. Antonius Eremit (Ahden) | St. Antonius (Steinhausen) | St. Birgitta (Weiberg) | Erlöserkirche (Büren) | St. Jodokus (Wewelsburg) | St. Johannes Baptist (Siddinghausen) | St. Johannes Nepomuk (Harth) | St. Kilian (Brenken) | Maria Immaculata (Büren) | Meinolfuskapelle (Büren) | St. Michael (Weine) | St. Nikolaus (Büren) | Ruine Kerkberg | Ruine Klosterkirche Böddeken | Sakramentskapelle (Büren) | St. Vitus (Hegensdorf)
Koordinaten: 51° 36′ 22,4″ N, 8° 39′ 9,5″ O
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