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St. Godehard (Göttingen)

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Datei:Goettingen St Godehard.jpg
Katholische Pfarrkirche St. Godehard (2008)

St. Godehard ist eine katholische Pfarrkirche in der Weststadt von Göttingen (Godehardstraße 22). Ihre Pfarrgemeinde gehört zum Dekanat Göttingen im Bistum Hildesheim. Das Patrozinium des heiligen Godehard von Hildesheim erinnert daran, dass dieser im Jahr 1022 in der nahegelegenen Pfalz Grona durch Kaiser Heinrich II. zum Bischof von Hildesheim berufen wurde.

Geschichte

Als infolge des Zweiten Weltkriegs und der Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa 1945–1950 in Göttingen die Zahl der Katholiken stark angestiegen war, wurde St. Godehard als dritte katholische Kirche Göttingens nach der Reformationszeit (nach St. Michael und St. Paulus) erbaut.<ref>Hans Otte: Die Geschichte der Kirchen. In: Göttingen. Geschichte einer Universitätsstadt. Band 3, Von der preußischen Mittelstadt zur südniedersächsischen Großstadt 1866–1989. (hrsg. von Rudolf von Thadden, Günter J. Trittel) Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1999, ISBN 3-525-36198-X, S. 591–673, hier S. 666 (jedoch mit Nennung eines falschen Architektennamen).</ref> Der ursprünglich nicht vorgesehene, ortsbildprägende Campanile ist ein Ergebnis der Genehmigungsverhandlungen mit der Stadt, die ein weithin erkennbares Kirchenbauwerk wünschte.<ref>Arnold Schmalstieg: 50jähriges Kirchweihjubiläum der St. Godehardkirche. In: Miteinander. Gemeinsamer Pfarrbrief der neuen Pfarrgemeinde St. Godehard in Göttingen, Nr. 12, Ostern 2009, S. 36–39, hier S. 39. (Digitalisat auf st-godehard-goettingen.de; PDF, Memento im Internet Archive, abgerufen am 17. September 2025)</ref> 1958 erfolgte die Grundsteinlegung und noch im selben Jahr konnte am 17. Dezember 1958 das Richtfest gefeiert werden.<ref>Chronik für das Jahr 1958. Stadtarchiv Göttingen, abgerufen am 28. April 2022.</ref> Am 25. Oktober 1959 konsekrierte Bischof Heinrich Maria Janssen die Kirche.<ref>Arnold Schmalstieg: 50jähriges Kirchweihjubiläum der St. Godehardkirche. In: Miteinander. Gemeinsamer Pfarrbrief der Pfarrgemeinde St. Godehard in Göttingen, Nr. 12, Ostern 2009, S. 36–39, hier S. 36. (Digitalisat auf st-godehard-goettingen.de; PDF, Memento im Internet Archive abgerufen am 16. September 2025)</ref> Am 1. April 1963 wurde die Pfarrei St. Godehard gegründet.

Seit dem 1. September 2008 gehören zur Pfarrei auch die katholischen Kirchen St. Hedwig und Adelheid in Adelebsen, St. Marien in Dransfeld und St. Heinrich und Kunigunde in Göttingen-Grone.

Architektur und Ausstattung

Als ein Frühwerk des Kirchenarchitekten Josef Bieling aus Kassel entstand eine weiträumige, geostete Saalkirche auf trapezförmigem Grundriss mit schmalen Quasi-Seitenschiffen und einem schlanken, freistehenden Campanile. Das Äußere lebt vom Kontrast der roten Backsteinflächen mit hellen Betonelementen. Der nüchterne Innenraum erhält sein Licht von Westen durch die hohen Fensterlamellen, die fast die gesamte leicht konvexe Westfassade ausfüllen. Der Altarraum zeigt einen gerundeten Grundriss und wird indirekt von den Seiten belichtet.

Wegen knapper Gelder war das Innere der Kirche zunächst über längere Zeit bis auf den Altar noch ohne neue Ausstattung: Die Gemeinde nutzte ihren Kirchenraum mit roh-welligem Betonboden, Bänken und Stühlen unterschiedlichster Herkunft sowie Stehplätzen.<ref>Arnold Schmalstieg: 50jähriges Kirchweihjubiläum der St. Godehardkirche. In: Miteinander. Gemeinsamer Pfarrbrief der neuen Pfarrgemeinde St. Godehard in Göttingen, Nr. 12, Ostern 2009, S. 36–39, hier S. 39. (Digitalisat auf st-godehard-goettingen.de; PDF, Memento im Internet Archive, abgerufen am 16. September 2025)</ref> 1974 gestaltete der Mainzer Glaskünstler Alois Plum zwei große Glaswände für das Kirchengebäude.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig „Immer neue Ideen für neue Aufgaben“ Noch viele Räume gestalten können.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 2. März 2011.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>Kunst mit Glas. Alois Plum. kunst-mit-glas.de, abgerufen am 16. September 2025.</ref> Eine ikonographische Besonderheit ist im Chorraum die auf einer Konsole stehende barockisierende Statue des Kirchenpatrons Godehard im Bischofsgewand, der in gestalterischem Kontrast ein akkurates Architekturmodell der 1950er Jahrekirche auf seiner linken Hand hält.<ref>Abbildung der Godehardskulptur mit Kirchenmodell, auf st-godehard-goettingen.de, abgerufen am 16. September 2025.</ref>

Orgel

Die Orgel wurde 1979 von der Orgelbaufirma Vleugels (Hardheim) erbaut. Das Schleifladen-Instrument hat 21 Register auf zwei Manualen und Pedal. Die Spieltrakturen sind mechanisch, die Registertrakturen elektrisch.<ref>Orgeln | Bistum Hildesheim. Abgerufen am 16. September 2025.</ref><ref>Nähere Informationen zur Orgel (PDF; 719 kB)</ref>

I Hauptwerk C–g3

1. Prinzipal 8′
2. Rohrflöte 8′
3. Oktave 4′
4. Holzflöte 4′
5. Sesquialtera II
6. Flachflöte 2′
7. Mixtur IV
8. Trompete 8′
Tremulant
II Schwellwerk C–g3
9. Holzgedackt 8′
10. Violprinzipal 4′
11. Koppelflöte 4′
12. Prinzipal 2′
13. Quinte 113
14. Zymbel III
15. Dulzian 16′
16. Hautbois 8′
Tremulant
Pedal C–f1
17. Subbaß 16′
18. Offenbaß 8′
19. Dulzflöte 8′
20. Oktave 4′
21. Fagott 16′
  • Koppeln: II/I, I/P, II/P
  • Spielhilfen: zwei freie Kombinationen, tutti, Absteller (Zungen, Mixturen)

Siehe auch

Literatur

  • Willi Stoffers: Bistum Hildesheim heute. Hildesheim 1987, ISBN 3-87065-418-X, S. 95.
  • Ulrich Knapp: Das Bistum Hildesheim und seine Kirchen. Strasbourg 2002, ISBN 2-87718-893-0, S. 46–47.

Weblinks

Commons: St. Godehard (Göttingen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 51° 32′ 29,6″ N, 9° 55′ 2,3″ O

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