St. Elisabeth (Hanau)
St. Elisabeth in der Kastanienallee 68 in Hanau ist eine römisch-katholische Kirche und Kirchengemeinde.
Geschichte
Die Geschichte der Pfarrei beginnt konkret 1909 mit der Gründung einer zunächst nicht selbständigen Kuratie. Bereits ein Jahr später wurde ein Grundstück erworben, auf dem ein „Missionshaus“ mit Kapelle und anderen Nebenräumen entstand. 1911 wurde die Kapelle geweiht, und 1925 verzeichnete die Kuratiegemeinde rund 850 Mitglieder.<ref name="Festschrift">Festschrift zum 20-jährigen Kirchenjubiläum unter „Wir über uns“ → „Strukturen Zahlen“ auf www.sankt-elisabeth-hanau.de/hanaustelisabeth/gruppen/strukturenzahlen.php, aufgerufen am 22. März 2026.</ref>
Schikanen der Machthaber prägten NS- und Kriegszeit; die Bemühungen des damaligen Pastors Auth um die Seelsorge für die katholischen polnischen Kriegsgefangenen und das kirchliche Leben in Zeiten des kriegsbedingten Mangels wurden behindert.<ref name="Festschrift" />
Nach Kriegsende wurde bereits 1946 der Versuch unternommen, die Genehmigung des Bistums Fulda zur Errichtung einer Pfarrei zu erlangen, doch noch ohne Erfolg. Die folgenden Jahre waren gekennzeichnet durch einen hohen Zustrom von Heimatvertriebenen, durch den sich die Zahl der Gemeindemitglieder verdoppelte. 1955 begannen die Planungen des Magistrates für eine neue „Weststadt“, und mit den entstehenden Neubauten war mit weiteren Zuzügen zu rechnen. Der Bau einer Pfarrkirche wurde immer dringlicher. 1962 trat Pfarrkurat Karl Schönhals sein Amt an und trieb mit Unterstützung aus Fulda das Kirchenbauprojekt voran. Am 15. September 1963 wurde der Grundstein gelegt, am 30. August 1964 weihte Bischof Adolf Bolte aus Fulda St. Elisabeth ein und erhob die Pfarrkuratie zu eigenständigen Pfarrei.<ref name="Festschrift" />
Das Gebäude war die kirchliche Reaktion auf die in den 1960er und 1970er Jahren entstehende Hanauer Weststadt, ein angrenzendes großes Neubaugebiet, das heute ein Kulturdenkmal aufgrund des Hessischen Denkmalschutzgesetzes aus künstlerischen, geschichtlichen und städtebaulichen Gründen ist.<ref>Krumm, S. 471.</ref>
Seit 2006 wurde das Gebäude in mehreren Abschnitten saniert und im Inneren neu gestaltet.
Gebäude
Das Kirchengebäude wurde von dem Kasseler Architekten Johannes Reuter entworfen und 1963/64 errichtet. Es besteht aus einem Stahlbetonskelett mit Backsteinausfachung; von außen ist es mit Sandstein verkleidet. Das Satteldach ist nur schwach geneigt. Nach außen hin präsentiert sich das Gebäude als solitärer Kubus, der von stark reliefierten Betonbändern unterhalb des Dachansatzes akzentuiert wird, die Lichteinlass über Farbfensterstreifen gewähren. Der wie ein „Campanile“ abgerückte Kirchturm besteht aus Sichtbeton.
Der Innenraum verjüngt sich leicht zum Altarraum hin und trägt eine Faltdachdecke. Die Ausstattung stammt überwiegend von dem Kunstschmied Manfred Berger, so die Kreuzwegstationen oder das Hängekreuz über dem Altar. Darüber hinaus wurden einige historische Ausstattungsgegenstände von Rudolf Schwarz eingebracht, die von 1938 datieren und aus einer 1952 aufgegebenen Kapelle in Fulda kommen. Eine Figur der heiligen Elisabeth schmückt die Eingangsseite.
Pfarrei
Die Pfarrei St. Elisabeth entstand 1909 als Kuratie mit einer Kapelle, die heute als Gemeindehaus fungiert, in der Kastanienallee 68. Während 1924 die Kuratie noch 850 Mitglieder hatte, wuchs die Zahl nach dem Zweiten Weltkrieg durch den Zustrom von Heimatvertriebenen auf das Doppelte an. Die Planungen für die Weststadt ließen schließlich den Bedarf nach einer eigenen Pfarrei dringend werden, und so wurde 1964 zeitgleich mit dem Bau der Kirche die Kuratie zur Pfarrei St. Elisabeth erhoben. 1967 entstand eine Filiale in der Siedlung Hohe Tanne, die ihren Sitz in einem 1970 errichteten Gemeindehaus mit eigenem Gottesdienstraum hat (Amselstraße 1).
Heute verfügt die Pfarrei, die den Hanauer Stadtteil Kesselstadt, die Ansiedlungen Wilhelmsbad und Hohe Tanne und die Orte Mittelbuchen und Wachenbuchen umfasst, über rund 5000 Mitglieder.<ref name="Festschrift" />
Literatur
- Jürgen Krieg: Kesselstadt (Hanau-Kesselstadt). Pfarrkirche St. Elisabeth. Innen- und Außensanierung. In: Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte, Band 64 (2012), S. 429–431.
- Caroline Krumm (Bearb.): Stadt Hanau. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmäler in Hessen.) Wiesbaden 2006, ISBN 3-8062-2054-9, S. 471 f.
Einzelnachweise
<references/>
Weblinks
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