St. Dionysius (Bökenförde)
Die katholische Pfarrkirche St. Dionysius ist ein denkmalgeschütztes Kirchengebäude in Bökenförde, einem Stadtteil von Lippstadt im Kreis Soest in Nordrhein-Westfalen.
Geschichte und Architektur
König Heinrich II. schenkte 1005 umfangreichen Besitz in Bökenförde an Bischof Rethar von Paderborn. Das Gut in Bökenförde predium in villa bochinvordi hatte der König zuvor von seinem Hofkaplan Meinwerk, den er 1009 als Bischof von Paderborn einsetzte, für die Schenkung zur Verfügung gestellt bekommen. In der Auflistung der Güter ist auch eine Kirche enthalten, so dass die Bökenförder Kirche als Eigenkirche der Familie der Immedinger betrachtet wird.<ref>Dirk Ruholl (Hrsg.): Bökenförde. Ein Dorf an Gieseler und Pöppelsche. Dorfgeschichte 1005–2005. Bökenförde 2005, S. 180.</ref>
Die romanische, gewölbte Pfeilerbasilika von zwei Jochen wurde im 12. Jahrhundert erbaut. Turm und Kirche machen einen kraftvollen Eindruck. Im alten Teil der Kirche sind quadratische Mittelschiffjoche. In den Seitenschiffen waren ursprünglich Wandapsiden, deren Ansätze noch erhalten sind. Die Seitenschiffe sind mit Längstonnengewölben mit Stichkappen ausgestattet. Das nördliche Seitenschiff wurde im 16. Jahrhundert etwa zur Hälfte durch einen gotischen Anbau ersetzt.
Der Überlieferung zufolge sah ein Hirte ein Muttergottesbild über dem Wasser eines plattdeutsch „Brünneken“ genannten Brunnens unweit von Bökenförde schweben. Der Pfarrer ließ es daraufhin in feierlicher Prozession in die Kirche St. Dionysius überführen.<ref>Kath. Kirchengemeinde St. Dionysius (Hrsg.): Andachtsbuch für die Pilger zur Mutter der göttlichen Gnade in Bökenförde. Bökenförde 1983, S. 8.</ref> 1670 ist erstmals dokumentiert, dass Bökenförde zu einem Marienwallfahrtsort geworden war.<ref>Kath. Kirchengemeinde St. Dionysius (Hrsg.): Andachtsbuch für die Pilger zur Mutter der göttlichen Gnade in Bökenförde. Bökenförde 1983, S. 11.</ref> Der Zustrom der Pilger verlangte mehrere Erweiterungen der Kirche. Ein Querhaus wurde um 1900 zugefügt; sie Turmhalle ist seither zum Langhaus hin geöffnet.
Ausstattung
- Gnadenbild „Mutter der göttlichen Gnade“ (mater divinae gratiae), eine romanische Sitzmadonna aus Lindenholz. Diese wurde stark überarbeitet und 1961 mit Zutaten ergänzt.
- einfacher, achtseitiger Taufstein von 1583
- Kruzifix aus dem 18. Jahrhundert<ref>Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Nordrhein-Westfalen. Band 2, Westfalen, Deutscher Kunstverlag, München 1969, S. 64.</ref>
- Drei Gussstahlglocken in cis′+7, e′+6 und g′+9 von 1919 sowie eine Bronzeglocke im Dachreiter von 1956.<ref>Dirk Ruholl (Hrsg.): Bökenförde. Ein Dorf an Gieseler und Pöppelsche. Dorfgeschichte 1005–2005. Bökenförde 2005, S. 295.</ref>
Literatur
- Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Nordrhein-Westfalen. Band 2, Westfalen, Deutscher Kunstverlag, München 1969.
Belege
<references />
Koordinaten: 51° 38′ 10″ N, 8° 23′ 34″ O
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