Zum Inhalt springen

St.-Trinitatis-Kirche (Wolfenbüttel)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:St.-Trinitatiskirche (Wolfenbüttel) IMG 1377.jpg
St.-Trinitatis-Kirche Wolfenbüttel mit bronzenem Gärtnerpaar des Bildhauers Frijo Müller-Belecke

Die St.-Trinitatis-Kirche in Wolfenbüttel gehört zu den bedeutendsten Kirchen im Stil des Barock in Deutschland.

Geschichte

Wo heute die Kirche steht, befand sich vormals das von Cort Menge (auch Cord Mente) in den Jahren 1570 bis 1578 erbaute Kaisertor. Mit einer Grundfläche von 34 × 26 Metern war es ein großer Bau mit zwei Stockwerken. Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618–48) war das Kaisertor militärisch nutzlos geworden, daher wurde der darin befindliche Richtsaal im oberen Stockwerk ab 1655 als Andachtsraum verwendet – als Übergangslösung und Ersatz für eine von 1588 bis 1589 errichtete und im Zuge des Ausbaus der Stadtbefestigung 1655 abgerissene Fachwerkkirche. Der Andachtsraum bot 350 Sitzplätze für den Gottesdienst, das Erdgeschoss wurde weiterhin von der Garnison verwendet.

Für die wachsende Gemeinde wurde diese Lösung jedoch zunehmend zu klein, so dass etwa ab 1692 eine neue Kirche geplant wurde, zunächst als prunkvoller Steinbau. Nach diversen Anläufen wurde schließlich im Jahre 1700 die von Landbaumeister Hermann Korb errichtete Kirche geweiht – heute als „St. Trinitatis I“ bezeichnet. Aus Kostengründen, und weil Hermann Korb aus dem Tischlerhandwerk kam, wurde die Kirche aus Holz errichtet.

Schon fünf Jahre später, 1705, wurde „Trinitatis I“ nach einem Blitzschlag durch Brand zerstört. Bis zum Wiederaufbau ab 1716 wurden die Gottesdienste im Gießhaus auf dem Philippsberg abgehalten. Mit dem Bau der heutigen Kirche, „Trinitatis II“, wurde wiederum Herrmann Korb beauftragt. Auch für diese Kirche wurden aus Kostengründen erhalten gebliebene Bauteile des Kaisertores wiederverwendet. Aus den gleichen Gründen wurden nur die Außenmauern aus Stein errichtet, innen jedoch wurde mit Holz gebaut; so bestehen die Säulen aus je vier zusammengeklammerten und verschalten Tannenstämmen, das Gewölbe aus Latten und Gips. Im Jahre 1719 wurde die Kirche schließlich für den gottesdienstlichen Gebrauch geweiht, jedoch erst 1757 in allen Einzelheiten vollendet. Die ursprünglich vorhandene bunte Bemalung des Innenraums ist nicht erhalten geblieben.

Der rechteckige Kirchenraum wird durch zehn korinthische, in einem Achteck angeordnete Säulen getragen. Den gesamten Innenraum umschließen doppelstöckige hölzerne Emporen. Der Kanzelaltar steht zwischen den beiden östlichen Säulen. Der Orgelprospekt stammt aus der Schlosskapelle in Schöningen und wurde 1722 eingebaut.<ref Name=Dehio>Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Bremen, Niedersachsen. Deutscher Kunstverlag, Berlin, Boston 1992, S. 1393–1395, ISBN 978-3-422-03022-0.</ref>

1907 wurde im östlichen Bereich eine Winterkirche angebaut, die heute als Sakristei dient. In den Jahren 1963 bis 1965 erfolgte eine Renovierung der Kirche. Dabei erfolgte die Farbgebung nach vorhandenen Spuren.<ref Name=Dehio />

Von 1741<ref Name=Dehio /> bis 1945 diente die Kirche auch als Garnisonskirche.<ref Name=trinitatis>Offizielle Kirchen-Website abgerufen am 21. April 2026.</ref>

Gemeinde

Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde St. Trinitatis ging bereits 2005 eine Kooperation mit der St. Marien-Kirche ein und wurde 2016 mit dieser zusammengelegt. Die Gesamtgemeinde, deren Hauptkirche St. Marien ist, hat rund 6000 Gemeindemitglieder. Neben ihrer gottesdienstlichen Funktion dient die Trinitatis-Kirche heute auch als Konzertort.<ref Name=trinitatis />

Literatur

  • Ralf Busch: St. Trinitatis in Wolfenbüttel (DKV-Kunstführer, Heft 346). 2., veränderte Auflage, München/Berlin 1999
  • Ralf Busch: St. Trinitatis in Wolfenbüttel (Schnell, Kunstführer Nr. 2791). Regensburg 2011
  • August Fink: Die Trinitatiskirche in Wolfenbüttel (Heimatliche Kirchen, Heft 1). Wolfenbüttel 1952

Weblinks

Commons: Trinitatiskirche (Wolfenbüttel) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 52° 9′ 44″ N, 10° 32′ 28″ O

 {{#coordinates:52,162222222222|10,541111111111|primary
   |dim=
   |globe=
   |name=
   |region=DE-NI
   |type=landmark
  }}