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St.-Petri-Kirche (Aurich-Oldendorf)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:ChurchAurichOldendorf.JPG
St.-Petri-Kirche

Die St.-Petri-Kirche ist eine evangelisch-lutherische Kirche im Ortsteil Aurich-Oldendorf von Großefehn.

Geschichte und Baubeschreibung

Im Mittelalter gehörte (Aurich-)Oldendorf zur Propstei Leer im Bistum Münster, wird in einem Gemeindeverzeichnis um 1500 aber dem Brookmerland in der Propstei Hinte zugerechnet.<ref>Menno Smid: Ostfriesische Kirchengeschichte. Selbstverlag, Pewsum 1974, S. 42 (Ostfriesland im Schutze des Deiches, Bd. 6).</ref>

Die Einraumkirche wurde wahrscheinlich um 1270 bis 1280 gebaut und war ursprünglich dem Heiligen Petrus oder Jakobus geweiht.<ref>Gottfried Kiesow: Architekturführer Ostfriesland. Verlag Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn 2010, ISBN 978-3-86795-021-3, S. 248.</ref> Die Rundbogen-Fenster an den Längsseiten des Kirchenschiffs waren ursprünglich mit Spitzbogen höher gezogen. Die Saalkirche hat einen eingezogenen Chor mit rechteckigem Grundriss und drei kleinen rundbogigen Ostfenstern. Der frei stehende Turm des geschlossenen Typs im Nordwesten stammt ebenfalls aus dem 13. Jahrhundert. Das Schiff war ursprünglich mit drei Jochen überwölbt; nur das Chorgewölbe ist erhalten. Im Jahr 1755 stürzte die Westmauer der Kirche ein. Für den Wiederaufbau im selben Jahr genehmigte Friedrich der Große eine Haussammlung in Preußen. Dabei verlegte man den Eingang der Kirche in die Westmauer und vermauerte die Portale im Norden und Süden. Während das Seitenaltarfenster, ein sogenanntes Hagioskop, vor dem Chorrücksprung an der Südseite erhalten blieb, ist das Hagioskop in der Nordfassade heute vermauert.<ref>Ingeborg Nöldeke: Verborgene Schätze in ostfriesischen Dorfkirchen – Hagioskope, Lettner und Sarkophagdeckel – Unbeachtete Details aus dem Mittelalter. Isensee Verlag, Oldenburg 2014, ISBN 978-3-7308-1048-4, S. 50 ff.</ref>

Ausstattung

Datei:Aurich-Oldendorf Orgel 2.JPG
Orgel mit historischem Prospekt von 1691, der ursprünglich in Bunde stand

Der Innenraum wird heute durch eine Flachdecke mit Voute abgeschlossen. An der Ostwand des Rechteckchors ist der Rest eines Wandbildes aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erhalten geblieben. Es zeigt zwei Reiter und ein Schiff mit Mast. Offenbar ist es die einzige erhaltene mittelalterliche Schiffsdarstellung in einer Kirche in Niedersachsen.<ref>Rolf-Jürgen Grote, Kees van der Ploeg: Wandmalerei in Niedersachsen, Bremen und im Groningerland. Katalogband, Berlin 2001, S. 97.</ref> Ein kleines Bentheimer Taufbecken aus dem 13. Jahrhundert ist stark beschädigt, da es zwischenzeitlich vermutlich als Tränke diente.<ref name="Kiesow249">Gottfried Kiesow: Architekturführer Ostfriesland. Verlag Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn 2010, ISBN 978-3-86795-021-3, S. 249.</ref>

Die 1691/92 von Valentin Ulrich Grotian in Aurich für die Reformierte Kirche in Bunde gebaute Orgel wurde Hinrich Just Müller für 100 Reichstaler überlassen, als dieser dort 1791 ein neues Instrument baute. Von Weener wurde sie mit einem Torfschiff bis zur Kirche transportiert. 1792 wurde in der Kirche eine Orgelempore aber erst im Jahr 1794 die Orgel fertiggestellt, worauf die Jahreszahl am Mittelturm hinweist. Im Jahr 1916 wurde sie durch ein neues Werk von P. Furtwängler & Hammer ersetzt. Die heutige Orgel stammt aus dem Jahr 1973 (Jehmlich Orgelbau Dresden). Nur der alte Prospekt von 1691 ist erhalten.<ref>Walter Kaufmann: Die Orgeln Ostfrieslands. Ostfriesische Landschaft, Aurich 1968, S. 67 f.</ref> Die Kanzel, die Christus und vier Evangelisten zeigt, datiert von 1698, das Lesepult von 1697.<ref name="Kiesow249" />

Kirchenbücher

Die Kirchenbücher reichen bis auf das Jahr 1700 zurück. Es gibt ein Ortssippenbuch.

Siehe auch

Literatur

  • Hermann Haiduck: Die Architektur der mittelalterlichen Kirchen im ostfriesischen Küstenraum. Verlag Ostfriesische Landschaft, Aurich 1986, ISBN 3-925365-07-9.
  • Gottfried Kiesow: Architekturführer Ostfriesland. Verlag Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn 2010, ISBN 978-3-86795-021-3.

Weblinks

Commons: St.-Petri-Kirche (Aurich-Oldendorf) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 53° 24′ 53,1″ N, 7° 36′ 8,5″ O

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