Sphagnum girgensohnii
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| Sphagnum girgensohnii | ||||||||||||
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| Datei:Sphagnum girgensohnii 130108.jpg
Sphagnum girgensohnii in den Schwäbisch-Fränkischen Waldbergen | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Sphagnum girgensohnii | ||||||||||||
| (Russow) |
Sphagnum girgensohnii ist ein meist graugrünes Torfmoos, das in der Sektion Acutifolia der Gattung der Torfmoose (Sphagnum) steht und zu den Laubmoosen (Bryophyta) gehört. Diese Art wird in deutschsprachigen Regionen „Girgensohns Torfmoos“<ref name="moosde" /> oder auch „Girgensohnsches Torfmoos“<ref name="artefakt" /> genannt.
Beschreibung
Merkmale der Pflanze
Sphagnum girgensohnii ist eine Torfmoosart, die je nach Lebensraum eine selten tiefgrüne, meist aber graugrüne bis zu grünbräunliche Färbung zeigt. Die Pflanzen sind eher kräftig und zeigen in trockenem Zustand keinen metallischen Schimmer. Die „Endknospen“ an der Spitze der Stämmchen – die man auch als Köpfchen bezeichnet – sind in fünfstrahliger Anordnung deutlich sternförmig gestaltet und an der Spitze abgeflacht. Die Pflanzen bilden lockere und ausgedehnte Polster.
Die Stämmchen selbst zeigen eine bleichgrüne bis gelbbraune Färbung. Die wasserspeichernden Hyalocyten-Zellen der Stämmchen sind nicht mit Fibrillen ausgestattet. Der Zentralzylinder ist gelblich gefärbt.
An den Stämmchen sitzen die aufrecht stehenden, zungen- bis spatelförmigen Stammblätter, deren Blattränder an der breiten, gestutzten Spitze zerschlitzt gefranst sind. Der Blattrand ist an der Basis breit und ca. ab der Mitte schmal gestaltet. Als Größenangaben für das Stammblatt findet man Maße von 0,80–1,3 Millimeter × 0,75–0,90 Millimeter. Die Hyalocyten sind rhomboid, ohne Fibrillen und selten geteilt.
An den Stämmchen setzen auch die bogig angelegten Äste in wirtel- und faszikelähnlichen Büscheln mit 2–3 abstehenden und 1–2 hängenden Ästen an. Die Aststämmchen weisen im Rindenabschlussgewebe Retortenzellen mit Hälsen und Poren auf.
Die Astblätter zeigen eine eiförmig bis eiförmig-lanzettliche Gestalt, wobei die Blattspitze stark eingerollt ist. Sie sind konkav gekrümmt und die Blattränder ganzrandig, also glatt gestaltet. Die Maße liegen bei 1,0–1,4(–1,8) Millimeter × 0,50–0,75 Millimeter. Die Blätter sind dachziegelartig überlappend angelegt; in trockenem Zustand stehen sie dagegen ab.
Geschlechtliche Merkmale
Die Sporenkapseln von Sphagnum girgensohnii reifen im Spätsommer. Die Sporen haben Ausmaße von etwa 20–30 Mikrometer und sind gelblich gefärbt.
Standort und Verbreitung
Sphagnum girgensohnii ist eine hinsichtlich Nährstoffgehalt mesotrophente Art, die eine gewisse Trockenheits- und Schattentoleranz aufweist und auf sauren Böden mit einem pH-Wert von 3,4–5,6 gedeiht.<ref name="Wedd" /> Sie ist in der zirkumpolaren Holarktis und in Südostasien<ref name="GBIF" /> von niedrigen Höhenlagen bis in Gebirgslagen anzutreffen. Die Art kommt in einer Vielzahl von Lebensräumen, vorzugsweise auf feuchten Waldböden unter Koniferen, Rhododendren oder Bambus und in der borealen Buschtundra vor. Sie ist auch in der Nähe von Wasserläufen anzutreffen.
Sphagnum girgensohnii ist häufig zusammen mit dem Russow-Torfmoos (Sphagnum russowii) zu finden, wächst aber auch mit dem Zentrierten Torfmoos (Sphagnum centrale), dem Trügerischen Torfmoos (Sphagnum fallax), dem Gefransten Torfmoos (Sphagnum fimbriatum), dem Fünfzeiligen Torfmoos (Sphagnum quinquefarium),<ref name="FoA" /> mit Warnstorfs Torfmoos (Sphagnum warnstorfii) und mit dem Magellans Torfmoos (Sphagnum magellanicum) in beschatteten Standorten von Mooren. Es ähnelt Sphagnum rubiginosum, das als Unterscheidungsmerkmale rötliche Pigmente und drei bis vier abstehende Äste per Faszikel aufweist.
Sphagnum girgensohnii besiedelt Nordamerika von Grönland über Kanada bis in etwa der nördlichen Hälfte der USA; in Asien wird China, Nepal, Indien, Indonesien, Korea, Japan, Russland und die Kaukasus-Region genannt. In Europa<ref name="TELABOT" /> weisen beispielsweise Island,<ref name="FLORAISL" /> Norwegen,<ref name="Moseherb" /> Deutschland,<ref name="moosde" /> Österreich<ref name="Tem" /> und die Schweiz<ref name="NISM" /> diese Torfmoosart als auf ihrem Staatsgebiet vorkommend aus.
Systematik
Sphagnum girgensohnii wird in der Sektion Acutifolia der Gattung Sphagnum innerhalb der monogenerischen Familie Sphagnaceae geführt. Als Synonym wird Sphagnum mehneri Warnstorf genannt.
Gefährdungssituation und Schutzmaßnahmen
Die allgemeine Reduzierung von Nassbereichen kennzeichnet auch die Bestandssituation von Sphagnum girgensohnii. Die Art wird in der nationalen Rote Liste gefährdeter Arten Deutschlands<ref name="s4ads" /> als „zurückgehend“ bezeichnet und auch in Roten Listen einiger deutscher Länder<ref name="s4ads" /><ref name="artefakt" /> als „gefährdet“ angeführt. In der Schweizer Roten Liste<ref name="RLCH" /> wird diese Torfmoosart als „nicht gefährdet“ beurteilt.
Gemeinsam mit allen Torfmoosen wird auch Sphagnum girgensohnii auf der Ebene der Europäischen Union durch die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie Nr. 92/43/EWG in der aktualisierten Fassung vom 1. Januar 2007<ref name="FFH" /> mit Entnahmeregelungen und Habitatsicherungen unter Schutz gestellt.
Die Bundesrepublik Deutschland schützt die Torfmoose über das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG)<ref name="WISIA" /> und kennzeichnet alle Arten der Gattung Sphagnum in der Anlage 1 zur Bundesartenschutzverordnung zu § 1 Satz 1<ref name="BART" /> als „besonders geschützt“.
Auch die Schweiz stellt für alle Torfmoosarten und somit auch für Sphagnum girgensohnii legistische Schutzmaßnahmen<ref name="NHS" /> bereit. Zusätzlich werden die Moore als Lebensraum der Torfmoose unter Schutz gestellt<ref name="MOOSINV" />.
Quellen
- Flora of North America. Sphagnum girgensohnii. www.eFloras.org, abgerufen am 5. Oktober 2010 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
- Moss Flora of China. Sphagnum girgensohnii. www.eFloras.org, abgerufen am 5. Oktober 2010 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
Literatur
- Jan-Peter Frahm, Wolfgang Frey: Moosflora (= UTB. 1250). 4., neubearbeitete und erweiterte Auflage. Ulmer, Stuttgart 2004, ISBN 3-8252-1250-5.
Weblinks
Einzelnachweise
<references> <ref name="FLORAISL"> Checklist of bryophytes in Iceland. In: Flóra Íslands. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 20. Oktober 2004; abgerufen am 2. Oktober 2010 (Sphagnum girgensohnii in Island). </ref> <ref name="NISM"> NISM-Nationales Inventar der Schweizer Moosflora. In: Website mit Sphagnum girgensohnii. Institut für Systematische Botanik, Universität Zürich, abgerufen am 2. Oktober 2010. </ref> <ref name="Tem"> Eva Maria Temsch: Sphagnumarten in Österreich. Sphagnum girgensohnii Russ. Abgerufen am 13. Oktober 2011. </ref> <ref name="moosde"> Ludwig Meinunger und Wiebke Schröder: Sphagnum girgensohnii Girgensohns Torfmoos. In: Website des Projekts „Die Moose Deutschlands“. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 20. Mai 2016; abgerufen am 3. August 2011 (nach Angaben aus Verbreitungsatlas der Moose Deutschlands Stand 2007). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. </ref> <ref name="artefakt"> GirgensohnschesTorfmoos in Bryophyta – Moose. Stammdaten. In: ARTeFAKT-Fakten und Daten. Rheinland-Pfalz Landesanstalt für Umwelt, abgerufen am 2. Oktober 2010. </ref> <ref name="Wedd"> Klaus Weddeling, Zool. Forschungsinstitut u. Museum A. Koenig, Gerhard Ludwig: Sphagnum ssp. L. in Abschnitt 2.14/Code 1409/Anhang V. Hrsg.: Bundesamt für Naturschutz, Bonn. S. 311 (weddeling.info [PDF; 55 kB; abgerufen am 2. Oktober 2010]). </ref> <ref name="GBIF"> GBIF observations. Sphagnum girgensohnii Verbreitungskarte. European Environment Agency, abgerufen am 2. Oktober 2010 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="FoA"> Cyrus B. McQueen, Richard E. Andrus: Flora of North America. Sphagnum quinquefarium mit Info über Sphagnum girgensohnii. eFloras.org, abgerufen am 15. Januar 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Moseherb"> MOSEHERBARIET (THE BRYOPHYTE HERBARIUM). In: CHECK LIST OF NORWEGIAN MOSSES – SPHAGNATAE. Naturhistorisk museum (Natural History Museum), Universitetet i Oslo (University of Oslo), abgerufen am 2. Oktober 2010 (Sphagnum girgensohnii in Norwegen). </ref> <ref name="TELABOT"> Bryophytes d’Europe. Sphagnum girgensohnii Russow. In: Botanique. Association TELA BOTANICA, Institut de Botanique, Montpellier, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 4. Oktober 2010 (Sphagnum girgensohnii in Europa). (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot </ref> <ref name="s4ads"> Online-Abfrage nach „Sphagnum girgensohnii“ in der Roten Liste gefährdeter Arten Deutschlands und seiner Bundesländer. science4you, abgerufen am 4. Oktober 2010. </ref> <ref name="RLCH"> Norbert Schnyder; Ariel Bergamini; Heike Hofmann; Niklaus Müller; Cécile Schubiger-Bossard; Edwin Urmi: Rote Liste der gefährdeten Arten der Schweiz: Moose. Hrsg.: Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft BUWAL. 2004, S. 86 (Die nachstehende Seite ist nicht mehr abrufbar, festgestellt im Juni 2017. (Suche im Internet Archive. ) bafu.admin.ch [abgerufen am 4. Oktober 2010]). </ref> <ref name="FFH"> Richtlinie 92/43/EWG (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) in der konsolidierten Fassung vom 1. Januar 2007Vorlage:Abrufdatum. ANHANG I: „Natürliche Lebensraumtypen von gemeinschaftlichem Interesse, für deren Erhaltung besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen“ → Saure Moore mit Sphagnum und ANHANG V: „Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse, deren Entnahme aus der Natur und Nutzung Gegenstand von Verwaltungsmaßnahmen sein können“ → Sphagnum L. spp., S. 20 und S. 66. </ref> <ref name="BART">Bundesartenschutzverordnung der Bundesrepublik Deutschland (BArtSchV). Anlage 1 (zu § 1), Schutzstatus wild lebender Tier- und Pflanzenarten mit Sphagnum spp. In: juris. Bundesministerium der Justiz, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 6. Januar 2016; abgerufen am 5. Oktober 2010. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> <ref name="WISIA"> WISIA Suchdienst gefährdeter Arten. In: WISIA Online. Deutsches Bundesamt für Naturschutz, abgerufen am 5. Oktober 2010 (Suche nach Sphagnum girgensohnii). </ref> <ref name="NHS"> Verordnung über den Natur- und Heimatschutz. Anhang 2 (Liste der geschützten Pflanzen) mit Sphagnum ssp. Die Bundesbehörden der Schweizerischen Eidgenossenschaft, abgerufen am 5. Oktober 2010. </ref> <ref name="MOOSINV"> Handbuch Moorschutz – Fachliche Grundlagen – BAFU. Die Bundesbehörden der Schweizerischen Eidgenossenschaft, abgerufen am 5. Oktober 2010. </ref> </references>
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