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Sozialistische Linke (SoL)

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Datei:Logo SoL Sozialistische Linke.jpg
Logo von Sozialistische Linke – SoL

Die Sozialistische Linke (abgekürzt SoL) war eine marxistisch-leninistisch-maoistische Gruppierung. Sie gehörte nach Informationen des Verfassungsschutzes Hamburg 2010 als Kleingruppe zu der aus 90 Personen bestehenden linksextremistischen Gruppe Antiimperialistischer Widerstand des antiimperialistischen Lagers.<ref name="aaaa">Verfassungsschutzbericht 2010 Hamburg (PDF; 5,8 MB), S. 106 ff</ref>

Geschichte

Vorlage:Hinweisbaustein Gegründet wurde die SoL im April 2004 als marxistisch-leninistische Jugendorganisation. Sie ging aus der Gruppierung Jugendwiderstand, einer Jugendorganisation der nicht mehr bestehenden Volkswiderstandsbewegung der Welt,<ref name="bbbb"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />‚B 5‘ – Sitz und Treffpunkt von gewaltbejahenden Linksextremisten. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 9. Februar 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hamburg.de Verfassungsschutz Hamburg</ref> hervor. Zielsetzung war die Rekrutierung Jugendlicher. Wesentliches Alleinstellungsmerkmal für diese Gruppierung in Hamburg war die Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund.<ref name= "cccc">Verfassungsschutzbericht 2008 Hamburg (PDF; 1,3 MB), S. 122 f</ref> Seit Anfang 2011 ist die SoL ausgehend von ihrem Grundsatzpapier keine Jugendorganisation mehr und hat einen Ableger in Nordrhein-Westfalen.<ref name="dddd">@1@2Vorlage:Toter Link/sol-hh.deGrundsatzpapier der Sozialistischen Linken – SoL (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Dezember 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot (PDF; 620 kB), S. 3</ref>

Eine Aktion der Gruppe, die weltweite Resonanzen hervorrief, war die gewaltsame Verhinderung der Ausstrahlung des Films Warum Israel durch die Blockade eines Kinos in Hamburg-St. Pauli. Die Motivation der Gruppe war, aus politischem Engagement „etwas gegen Antideutsche zu unternehmen“.<ref name="z1">Linke gegen Linke wegen Israel-Film. In: Hamburger Abendblatt</ref><ref name="z2">Von der Kiezposse zum internationalen Skandal. In: Neues Deutschland</ref><ref name="z3">Ein schmaler Grat. In: junge Welt</ref><ref name= "z5">Intifada im Hinterhof. In: jungle world</ref><ref name="z8">Linksextreme verhindern Vorführung von Israel-Film. In: Die Presse</ref><ref name="z6">Begegnung unter Polizeischutz. In: taz</ref><ref name="z7">Henryk M. Broder: Geschichten von der Waterkant.</ref> Nachdem die SoL den Film bereits am 9. Dezember gezeigt hatte,<ref name="nunprof">junge Welt vom 8. Dezember 2009</ref> wurde die Aufführung am 13. Dezember 2009 im vormals blockierten Kino, diesmal unter Aufsicht eines Polizeiaufgebots, nachgeholt.<ref>[1]</ref>

Neben der Vernetzung in einem bundesweiten linken Bündnis,<ref name="ffff">Website des „Antifaschistische / Antimilitaristische Aktionsbündnis“</ref> antifaschistischen Aktionen im Rahmen des „Hamburger Bündnis gegen Rechts“ und antimilitaristischer Arbeit<ref name="nnnn">Krieg ist keine Berufsperspektive. In: Neues Deutschland</ref><ref name="oooo">Punk und Reggae begleiten Marschparadenfans. In: Neues Deutschland</ref><ref name="pppp">Neues Deutschland: „Protest gegen Kriegsschiffe“</ref> sowie der Teilnahme an internationalen Konferenzen der Kommunistischen Partei Perus bzw. deren Frontorganisation Volksbewegung Peru<ref name="gggg">Grußbotschaft von SoL * Sozialistische Linke an die Internationale Konferenz von 25. Oktober 2008</ref><ref name="hhhh">A la conferencia internacional maoísta. In: Mensaje de SOL</ref> organisierte die SoL die sog. „Revolutionären 1.-Mai-Demonstrationen“. 2010 kam es im Anschluss an die Demonstration durch alkoholisierte Jugendliche ohne erkennbare politische Zielsetzung zu heftigen Ausschreitungen gegenüber Polizisten und Plünderungen von Geschäften und Banken im Hamburger Schanzenviertel. 2011 konnte ähnliches nur durch ein massives Polizeiaufgebot verhindert werden. Die autonome Szene hält sich von diesen Demonstrationen fern und organisiert eigene Demonstrationen.<ref name="qqqq">Rote Flora: „Heraus wohin?“</ref> Die Teilnehmer sind neben dogmatischen türkischen bzw. kurdischen Linksextremisten vor allem unpolitische erlebnisorientierte Jugendliche.<ref name="iiii">Polizeikonzept ging auf – Gewalttäter ohne Konzept. Verfassungsschutz Hamburg</ref>

Die theoretische Ausrichtung ist, nach eigener Darstellung, der wissenschaftliche Sozialismus. Ihr Ziel ist ein sozialistischer Staat, der sich unter Bedingungen zum Kommunismus entwickeln werde.<ref name="jjjj">@1@2Vorlage:Toter Link/sol-hh.deGrundsatzpapier der Sozialistischen Linken – SoL (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Dezember 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot (PDF; 620 kB) Sn. 3, 32 f</ref>

Im Jahr 2014 kam es zum Bruch zwischen SoL und der Jugendgruppe Rote Szene Hamburg (RSH), die seit ihrer Gründung 2009 wichtigste Bündnispartnerin und Mitorganisatorin der jährlichen Revolutionären 1.-Mai-Demonstration gewesen war. Im Sommer 2014 verließ die RSH wegen politischer Differenzen das gemeinsame Internationale Zentrum B5. In dieser Phase gingen die öffentlich wahrnehmbaren Aktivitäten von SoL stark zurück. Die Spaltung gipfelte im Jahr 2015 in zwei gleichzeitig stattfindenden revolutionären 1.-Mai-Demonstrationen in Hamburg.<ref>Sinnloses Ritual, Die Welt, 3. Mai 2015</ref>

Seit 2016 ist die SoL nicht mehr öffentlich aufgetreten, ihre Internetpräsenz hat sie eingestellt.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />