Zum Inhalt springen

Sorgenpuppe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Worry dolls.jpg
Handgefertigte Sorgenpüppchen

Als Sorgenpuppe oder auch Sorgenpüppchen werden kleine, handgefertigte Puppen bezeichnet, deren Tradition und Gebrauch aus Guatemala und Mexiko stammt. Dort werden die Püppchen auf Spanisch Muñeca quitapena genannt, die Wortbedeutung ist dieselbe.

Beschreibung und Material

Sorgenpüppchen werden als Bastelarbeiten hergestellt. In Guatemala werden sie aus Draht, Wolle und Stoffresten gefertigt und in Maya-Tracht gekleidet. Die Größe der Puppen reicht dabei von 1 bis 5 cm.<ref>Charles E. Schaefer, Donna Cangelos: Essential Play Therapy Techniques. S. 102.</ref> In westlichen Kulturen kommen meist Makulaturpapier, Klebeband, Papierreste und bunte Wolle zum Einsatz. Hier können die Puppen auch größer ausfallen.<ref name=NJDR>Nicole Joiner, Dagmar Rücker: Knüllen, falten, schneiden, färben. S. 41.</ref>

Funktion

Die Tradition zur Verwendung von Sorgenpüppchen stammt aus Mittelamerika. Einer Legende zufolge geht die Muñeca quitapena auf eine Prinzessin namens Ixmucane zurück, welche vom Sonnengott die Gabe erhielt, alle Probleme der Menschen zu lösen.<ref name=NJDR/>

Sowohl in der Tradition als auch in der Moderne werden Sorgenpüppchen an ernste und/oder besorgte Kinder verschenkt (oder ausgeliehen). Diese erzählen ihrer Puppe alle Sorgen, Ängste und Kümmernisse und verstecken die Puppe unter ihren Kopfkissen, um dann eine Nacht darüber zu schlafen. Am nächsten Morgen sollen alle Sorgen und düsteren Gedanken verschwunden sein.<ref>Fred Christmann: Keine Angst vor Ängsten. S. 112.</ref>

In der modernen Pädiatrie und Kinderpsychiatrie spielen Sorgenpüppchen eine wichtige Rolle. In psychologischen Gesprächen mit Kindern werden Sorgenpuppen eingesetzt, um dem Kind einen imaginären, aber vertrauenswürdigen „Ansprechpartner“, „Zuhörer“ und „Tröster“ anzubieten. Dabei fungiert die Puppe als eine Art „Vermittler“ zwischen Kind und Therapeuten.<ref>Petra Stamer-Brandt, Monika Murphy-Witt: Das Erziehungs-ABC. S. 34.</ref><ref>Melanie Gräßer, Eike Hovermann: Kinder brauchen Rituale. S. 24–26.</ref>

Literatur

  • Petra Stamer-Brandt, Monika Murphy-Witt: Das Erziehungs-ABC: von Angst bis Zorn (= GU Ratgeber Kinder-Serie). Gräfe Und Unzer, München 2011, ISBN 3-8338-2551-0.
  • Melanie Gräßer, Eike Hovermann: Kinder brauchen Rituale: So unterstützen Sie Ihr Kind in der Entwicklung. Stressfrei durch den Familien-Alltag. Empfohlen von: Akademie für Kindergarten, Kita und Hort. Humboldt, Hannover 2015, ISBN 3-86910-714-6.
  • Fred Christmann: Keine Angst vor Ängsten: Verhaltenstherapeutische Techniken lernen und anleiten. Schattauer Verlag, Stuttgart 2015, ISBN 3-7945-3147-7.
  • Nicole Joiner, Dagmar Rücker: Knüllen, falten, schneiden, färben: Kunterbunte Ideenkiste für Kinder von 3–8 Jahren. Ökotopia Verlag, Münster 2010, ISBN 3-86702-116-3.
  • Charles E. Schaefer, Donna Cangelos: Essential Play Therapy Techniques: Time-Tested Approaches. Guilford Publications, New York 2016, ISBN 1-4625-2451-6.

Weblinks

[{{canonicalurl:Commons:Category:{{#if:Muñeca quitapena|Muñeca quitapena|Sorgenpuppe}}|uselang=de}} Commons: {{#if:|{{{2}}}|{{#if:Muñeca quitapena|Muñeca quitapena|{{#invoke:WLink|getArticleBase}}}}}}]{{#switch:1

|X|x= |0|-= |S|s= – Sammlung von Bildern |1|= – Sammlung von Bildern{{#if:

    | {{#switch: {{#invoke:TemplUtl|faculty|1}}/{{#invoke:TemplUtl|faculty|1}}
        |1/=  und Videos
        |1/1=, Videos und Audiodateien
        |/1=  und Audiodateien}}
    | , Videos und Audiodateien
  }}

|#default= – }}{{#if: Muñeca quitapena

   | {{#ifeq: {{#invoke:Str|left|muñeca quitapena|9}} 
       | category: 
| FEHLER: Ohne Category: angeben!}}}}

Vorlage:Wikidata-Registrierung

Einzelnachweise

<references/>