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Sonnenwend-Flockenblume

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

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Sonnenwend-Flockenblume
Datei:Yellow star thistle.jpg

Sonnenwend-Flockenblume (Centaurea solstitialis)

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Carduoideae
Tribus: Cynareae
Gattung: Flockenblumen (Centaurea)
Art: Sonnenwend-Flockenblume
Wissenschaftlicher Name
Centaurea solstitialis
L.

Die Sonnenwend-Flockenblume (Centaurea solstitialis) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Flockenblumen (Centaurea).

Beschreibung

Datei:St Barnabys Thistle (3210756581).jpg
Sonnwend-Flockenblume mit Blütenbesucher
Datei:Centaurea solstitialis-13.jpg
Sonnwend-Flockenblume fruchtend

Vegetative Merkmale

Die Sonnenwend-Flockenblume ist eine sommerannuelle oder einjährig-überwinternde Halbrosettenpflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 80 Zentimeter erreicht.<ref name="Hegi1987" /> Die Art bildet eine Pfahlwurzel aus. Der Stängel ist aufrecht oder kurz aufsteigend, wollig-graufilzig, kantig, durch die herablaufenden Laubblätter geflügelt und von der Mitte an in verlängerte, rutenförmige Äste geteilt.<ref name="Hegi1987" /> Die grundständigen Laubblätter sind leierförmig fiederspaltig mit länglichen, gezähnten oder ganzrandigen Abschnitten.<ref name="Hegi1987" /> Sie sind zur Blütezeit schon vertrocknet.<ref name="Hegi1987" /> Die Stängelblätter sind lineal-lanzettlich, ganzrandig, kurz stachelspitzig und lang geflügelt am Stängel herablaufend.<ref name="Hegi1987" /> Sie sind graufilzig.

Generative Merkmale

Blütezeit ist Juni bis August. Die Blütenkörbe stehen einzeln am Ende der Äste.<ref name="Hegi1987" /> Die Hülle ist eikugelig, etwa 12 Millimeter lang und 10 Millimeter breit.<ref name="Hegi1987" /> Die innersten Hüllblätter sind lanzettlich mit einem rundlichen häutigen Anhängsel. Die mittleren und äußeren Hüllblätter sind eiförmig und enden in einem kurzen, eihandförmig fünfseitigen blassgelben Stachel.<ref name="Hegi1987" /> Der Stachel ist 10 bis 15 Millimeter lang.<ref name="Hegi1987" /> Die Scheibenblüten sind hellgelb, die randständigen sind nicht strahlend.<ref name="Hegi1987" /> Die Achänen sind 2,5 bis 3,5 Millimeter lang, verkehrt eiförmig und kahl.<ref name="Hegi1987" /> Die Achänen der Scheibenblüten sind gelblich glänzend und hellbraun gescheckt, die der Randblüten sind dunkel- bis schwarzbraun.<ref name="Hegi1987" /> Der Pappus ist silberweiß und 3 bis 5 Millimeter lang; bei den randständigen Achänen fehlt er.<ref name="Hegi1987" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie

Die Blüten werden von Apiden und Sphegiden bestäubt.<ref name="Hegi1987" /> Die Samen werden durch Klebausbreitung, als Steppenroller durch Windausbreitung und durch den Menschen verbreitet.

Als Schmarotzer wurde der Pilz Puccinia centaureae beobachtet. Gallbildungen werden von Eriophyes centaureae erzeugt.<ref name="Hegi1987" />

Vorkommen

Die Sonnenwend-Flockenblume kommt ursprünglich in Nordafrika, in Südeuropa, in Ungarn, in der Ukraine, in West- und Zentralasien und im Kaukasusgebiet vor.<ref name="GRIN" /> Sie ist ein Neophyt in Südafrika, Ägypten, im Oman, in Australien, Neuseeland, Kanada, in den Vereinigten Staaten, in Argentinien, Chile und in Uruguay.<ref name="GRIN" /> Sie wächst an mäßig trockenen Ruderalstellen wie Schutt, Wegrändern und Umschlagplätzen, auf Klee- und Luzerneäckern und an Ackerrändern. Die Art ist basenhold, d. h., sie bevorzugt basische Böden. Sie kommt vor allem im Onopordetum vor, aber auch in Gesellschaften des Verbands Sisymbrion.<ref name="Oberdorfer2001" /> In Deutschland kommt die Art seit 1830 als unbeständiger Neophyt vor.

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental), Salztoleranz = 1 (tolerant).<ref name="InfoFlora" />

Inhaltsstoffe

Als Inhaltsstoffe wurden Cnicin und Calcitrapasäure nachgewiesen.<ref name="Hegi1987" />

Systematik

Datei:Centaurea solstitialis Plant CampodeCalatrava.jpg
Habitus

Man kann die folgenden Unterarten unterscheiden<ref name="Euro+Med" />:

  • Centaurea solstitialis subsp. adamii <templatestyles src="Person/styles.css" />(Willd.) Nyman: Sie kommt in Italien, Sizilien, Serbien, Makedonien, in der Slowakei, Moldawien, Ukraine und in Georgien vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Centaurea solstitialis subsp. carneola <templatestyles src="Person/styles.css" />(Boiss.) Wagenitz (Syn.: Centaurea carneola <templatestyles src="Person/styles.css" />Boiss.): Sie kommt in der Türkei vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Centaurea solstitialis subsp. erythracantha <templatestyles src="Person/styles.css" />(Halácsy) Dostál: Sie kommt in Griechenland vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Centaurea solstitialis subsp. pyracantha <templatestyles src="Person/styles.css" />(Boiss.) Wagenitz (Syn.: Centaurea pyracantha <templatestyles src="Person/styles.css" />Boiss.): Sie kommt in der Türkei vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Centaurea solstitialis subsp. schouwii <templatestyles src="Person/styles.css" />(DC.) Gugler: Sie kommt in Marokko, Algerien, Tunesien, Italien, Sizilien und Sardinien vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Centaurea solstitialis subsp. solstitialis.

Nutzung

Die Wurzel wurde früher als "Radix Spinae solstitialis" medizinisch verwendet.<ref name="Hegi1987" /> Die bitter schmeckenden Blüten dienen als Mittel gegen Wechselfieber.<ref name="Hegi1987" /> Die Wurzel galt als Stomachicum.<ref name="Hegi1987" />

Literatur

  • Eckehart J. Jäger, Klaus Werner (Hrsg.): Rothmaler Exkursionsflora von Deutschland. Band 4: Gefäßpflanzen: Kritischer Band. Spektrum Akademischer Verlag, München 2005, ISBN 3-8274-1496-2.

Einzelnachweise

<references> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Euro+Med">Werner Greuter (2006+): Compositae (pro parte majore). – In: W. Greuter & E. von Raab-Straube (ed.): Compositae. Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Datenblatt Centaurea solstitialis In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.</ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="Hegi1987">Gerhard Wagenitz et al.: Familie Compositae II. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage Band VI, Teil 3, Seite 980–983. Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg 1987. ISBN 3-489-86020-9</ref> <ref name="InfoFlora"> Centaurea solstitialis L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> </references>

Weblinks

Commons: Sonnenwend-Flockenblume – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien