Sonnenfinsternisbrille
Eine Sonnenfinsternisbrille (auch Sonnensichtbrille) ist eine spezielle Lichtschutzbrille, die zur Beobachtung von Sonnenfinsternissen, Sonnenflecken oder Transits vor der Sonnenscheibe benutzt wird.
Funktionsweise
Statt normaler Lichtschutzgläser werden für Sonnensichtbrillen in der Regel Filterfolien verwendet. Diese bestehen oft aus einer reflektierenden Aluminiumschicht, die nur sehr wenig Licht (zirka ein Hunderttausendstel) durchlässt. Mit einem solchen sehr hohen Filterfaktor ist der direkte Blick in die Sonne möglich, ohne dass die Augen durch übermäßiges infrarotes, ultraviolettes oder sichtbares Licht Schaden nehmen. In der Regel handelt es sich dabei um einfache Bauarten aus Pappe, die im Fachhandel erhältlich sind.<ref name="test">Sonnenfinsternis: Nicht direkt in die Sonne schauen. test.de, 16. März 2015, abgerufen am 15. April 2015.</ref><ref>Sonnenfinsternisbrille für den 3. Oktober 2005 – BVA warnt vor dem aggressiven Licht der partiellen Sonnenfinsternis. Berufsverband der Augenärzte Deutschlands, 29. August 2005, abgerufen am 15. April 2015.</ref>
Die folgende Abbildung zeigt das Aussehen der Sonne mit hinreichend großen Sonnenflecken bei Betrachtung mit bloßem Auge durch eine Sonnensichtbrille: Datei:Sonnenfleck.mit.blossem.Auge.png
Gefahren
Normale Sonnenbrillen sind für diese Anwendung nicht geeignet,<ref name="test" /><ref>Wie beobachtet man eine Sonnenfinsternis? Sonnenfinsternis.org, 24. April 2014, abgerufen am 15. April 2015.</ref> wohl aber Schweißerglas Stufe 14.<ref name="nasa">Associate Professor B. Ralph Chou: Eye Safety During Solar Eclipses. NASA.gov, 11. April 1997, abgerufen am 15. April 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>DIN EN 169:2003-02, Persönlicher Augenschutz - Filter für das Schweißen und verwandte Techniken - Transmissionsanforderungen und empfohlene Anwendung; Deutsche Fassung EN_169:2002. Beuth Verlag GmbH, doi:10.31030/9280515 (beuth.de [abgerufen am 4. November 2021]).</ref>
Zwar wäre das ungeschützte Starren in die Sonne bei einer Sonnenfinsternis nicht gefährlicher als sonst auch, allerdings stellt das Ereignis einen plausiblen Grund dar, es überhaupt zu versuchen. Die Folge wäre zwar keineswegs Erblindung, da nur der kleine Bereich der Netzhaut, auf den die Sonne fokussiert wird, betroffen ist; beim Hinstarren betrifft das allerdings genau die Sehgrube. Netzhautschäden sind schmerzfrei und äußern sich in einem plötzlichen, auffallenden Verlust an Sehschärfe.<ref name="iou">Professor Jay M. Pasachoff: Solar Eclipses and Public Education. Internationale Astronomische Union, 1998, abgerufen am 15. April 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="nasa" /> Ein beiläufiger Blick in die Sonne gilt i. d. R. nicht als schädlich,<ref name="iou" /> sollte aber trotzdem vermieden werden.
Die Zahl von Augenverletzten bei Sonnenfinsternissen ist erstaunlich gering, der US-amerikanische Astronom Jay Pasachoff vermutet aber eine hohe Zahl nicht bekannt gewordener oder selbstverheilter Fälle.<ref name="iou" />
Weblinks
Einzelnachweise
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