Smurfing
Smurfing (auch Structuring) ist im Finanzwesen der Anglizismus für den Versuch, einen Straftatbestand dadurch zu verschleiern, dass gesetzlich vorgegebene erlaubte Schwellen- oder Höchstbeträge bei einer Finanztransaktion nicht überschritten werden, weil die Transaktion in mehrere kleinere Transaktionen und/oder auf mehrere Wirtschaftssubjekte aufgeteilt wird.
Allgemeines
Der Begriff des „Smurfing“ bezieht sich auf die „Schlümpfe“ ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=en|SCRIPTING=Latn|SERVICE=englisch}}), 1959 von Peyo geschaffene Comicfiguren, die gewitzt Abenteuer überstehen. Im Finanzwesen tauchte der Begriff zusammen mit „Structuring“ erstmals bei der Geldwäsche auf. Beide werden uneinheitlich verwendet, wobei Structuring meist die Aufteilung eines großen Geldbetrages in mehrere kleinere Teilbeträge und Smurfing die Aufteilung dieser Teilbeträge auf mehrere Personen (Strohmänner) bedeutet.<ref>Achim Diergarten/Steffen Barreto da Rosa, Praxiswissen Geldwäscheprävention, 2015, S. 31</ref>
Rechtsfragen
Rechtsgrundlage
Rechtsgrundlage ist das Geldwäschegesetz (GWG), das in allen EU-Mitgliedstaaten mit leichten nationalen Modifikationen gilt. Barzahlungen, Lastschriften, Überweisungen oder andere Zahlungsinstrumente werden dort als Transaktionen bezeichnet. Transaktion im Sinne des {{#switch: juris
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Schwellen- und Höchstbeträge
Schwellenbeträge sind nach {{#switch: juris
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- 1.000 Euro bei „Geldtransfers“ gemäß Art. 3 Nr. 9 Vorlage:EU-Verordnung, die im Auftrag eines Auftraggebers zumindest teilweise auf elektronischem Wege über einen Zahlungsdienstleister mit dem Ziel durchgeführt werden, einem Zahlungsempfänger über einen Zahlungsdienstleister einen Geldbetrag zur Verfügung zu stellen, unabhängig davon, ob es sich bei Auftraggeber und Zahlungsempfänger um dieselbe Person handelt, und unabhängig davon, ob es sich beim Zahlungsdienstleister des Auftraggebers und dem Zahlungsdienstleister des Zahlungsempfängers um ein und denselben handelt, einschließlich
- Überweisungen im Sinne des Art. 2 Nr. 1 Vorlage:EU-Verordnung;
- Lastschriften im Sinne des Art. 2 Nr. 2 der Verordnung (EU) Nr. 260/2012;
- nationale oder grenzüberschreitende Finanztransfers im Sinne des Art. 4 Nr. 13 {{#if:{{#invoke:Expr|TemplateBooland}}|Vorlage:CELEX}}{{#invoke:TemplatePar|match
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Die über diese Schwellenbeträge hinausgehenden Zahlungen müssen durch die Wahrnehmung von Identifikations-, Dokumentations- und Meldepflichten festgehalten oder gemeldet werden.
Organisatorische Aspekte
Bei den Kreditinstituten eingesetzte Systeme zur automatischen Erkennung von Geldwäsche verfügen heute über Algorithmen, um Smurfing zu erkennen. Außerhalb des Bankenmarkts – und damit ohne Überwachung durch die Bankenaufsicht – finden Finanztransaktionen durch Hawala oder bei Kryptowährungen statt, ohne dass ein Smurfing/Structuring erforderlich ist. Bei Kryptowährungen können Coinmixer zudem die Herkunft der Coins verschleiern und gleichzeitig mehrere kleinere Einzahlungen auf das Zielwallet auslösen.
Smurfing/Structuring gehören innerhalb der Geldwäsche zur ersten Phase der Einspeisung ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=en|SCRIPTING=Latn|SERVICE=englisch}}) von Schwarzgeld durch Bareinzahlung von Bargeld auf Girokonten und hierdurch Umwandlung in Buchgeld in das Bankensystem oder auf dem Gütermarkt/Immobilienmarkt. Die zweite Phase verschleiert die Herkunft des Geldes durch umfangreiche Finanztransaktionen mittels Aufteilung in Briefkastengesellschaften, Briefkastenbanken oder Offshore-Finanzplätze in mehreren Staaten. Die dritte Phase der Integration ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=en|SCRIPTING=Latn|SERVICE=englisch}}) lässt die Herkunft des Geldes nicht mehr nachweisen, die Täter besitzen legale Kapitalanlagen.<ref>Wolfgang Grundmann/Corinna Heinrichs, Fallorientierte Bankbetriebswirtschaft, 2017, S. 42</ref>
Kleine Beträge lösen meist geringeren Verdacht aus als größere Beträge.<ref>Annelieke Mooij, Regulating the Metaverse Economy, 2024, S. 22</ref> Das Erkennen von Smurfing/Structuring ist in der Praxis schwierig. Allein im Bankwesen können zu unterschiedlichen Zeiten, bei unterschiedlichen Bankangestellten in verschiedenen Bankfilialen oder verschiedenen Instituten unterschwellige Bareinzahlungen vorgenommen oder Käufe (etwa Edelmetalle) getätigt werden.<ref>Achim Diergarten/Steffen Barreto da Rosa, Praxiswissen Geldwäscheprävention, 2015, S. 32</ref> Zudem sind Einzahlungen auch über Geldautomaten möglich, die keinen persönlichen Kontakt zu Bankangestellten erfordern.
Ähnliche Techniken
- Luftbuchung: Scheinbuchungen, meist zyklisch, um einen höheren Umsatz vorzutäuschen.
Einzelnachweise
<references />
en:Structuring fr:Blanchiment d'argent#Méthodes de blanchiment