Skaphander (Computerspiel)
| Entwickler | oP group Germany |
|---|---|
| Publisher | Navigo |
| Leitende Entwickler | Rael Wissdorf, Felicitas Oehler, Johann C. Lotter |
| Veröffentlichung | 1995 |
| Plattform | DOS |
| Spiel-Engine | Acknex |
| Genre | Ego-Shooter |
| Spielmodus | Einzelspieler |
| Steuerung | Tastatur, Maus |
| Medium | CD-Rom |
| Sprache | Deutsch, Französisch |
Skaphander – Der Auftrag ist ein im Jahr 1995 erschienenes deutsches Computerspiel im Ego-Shooter-Genre mit Science-Fiction-Setting, das unter dem Betriebssystem MS-DOS auf Basis der ACKNEX-2-Engine lauffähig war. Der Titel wurde zunächst von NAVIGO Multimedia veröffentlicht und später unter der Bezeichnung „Virus Explosion“ in einer weiterentwickelten Version durch den Verlag Data Becker erneut auf den Markt gebracht.
Entwicklung
Die technische Basis von Skaphander bildet die sogenannte ACKNEX-Engine, die aus der Open-Source-Engine „ACK 3D“ (kurz für „Animation Construction Kit 3D“) des US-amerikanischen Programmierers Lary Myers hervorging. Myers hatte diese Engine 1993 ursprünglich als eine Art Nachbau der Wolfenstein-3D-Technik von id Software für sein Buch Amazing 3-D Games: Adventure Set (1995) erstellt.<ref name="ack3d" /> Im Jahr 1994 übernahm der deutsche Physiker und Programmierer Johann Christian Lotter die Weiterentwicklung der Engine unter dem Namen „ACK Next Generation“, zunächst ebenfalls als Open-Source-Projekt im Rahmen der oP Group.<ref name="lotter" /> Daraus entstand 1995 die Version „ACKNEX-2“, die auch in der ZDF-Fernsehsendung X Base zum Einsatz kam. Im selben Jahr ging die Entwicklung der Engine auf Lotters neu gegründete Firma Conitec Datensysteme GmbH über, die das Produkt fortan als „3D GameStudio“ vermarktete.<ref name="conitec" />
Skaphander nutzte diese ACKNEX-2-Engine, die in der zeitgenössischen Fachpresse auch als „Conitec VR Toolkit“ bezeichnet wurde.<ref name="meyer" /> Die Engine ermöglichte die Darstellung von Pseudo-3D-Umgebungen in der Egoperspektive unter DOS, vergleichbar mit dem technischen Stand von Spielen wie Doom. Im Vergleich zu anderen Engines seiner Generation bot das ACKNEX-Toolkit unter anderem verschiedene Beleuchtungseffekte. Das Spiel lief ausschließlich unter dem Betriebssystem MS-DOS.<ref name="dos" />
Auf der Webseite von Conitec wurde Skaphander als erstes mit dem ACKNEX-Toolkit erstelltes 3D-Spiel aufgeführt und diente in der Folge als Demonstrationsobjekt für die Leistungsfähigkeit der Entwicklungsumgebung. Auf der Conitec-Webseite waren verschiedene Demoszenarien verfügbar, die als Grundlage für eigene Spielprojekte dienen konnten, darunter ein „Action game demo“, bei dem es sich um eine spätere Demoversion von Skaphander handelte.<ref name="dos" />
Spielinhalt und -prinzip
Das Spielgeschehen von Skaphander ist im Bereich der Science-Fiction angesiedelt und dreht sich um die Beseitigung von Computerviren. Der Spieler bewegt sich in der Egoperspektive durch dreidimensionale Umgebungen und muss verschiedene Aufgaben bewältigen.<ref name="moby-2" /> Die Aufgabenstellung des ersten Levels so beschrieben, dass der Spieler zunächst einen Schwierigkeitsgrad auswählen und das Spiel mit dem Befehl „GO“ starten muss.<ref name="dos" />
Aus einer Gameplay-Dokumentation der Demoversion von 1995 geht hervor, dass der Spieler unter anderem bestimmte Gegenstände – beschrieben als Musiknoten in Form von Achtelnoten – finden und zu einer großen Orgel am Ausgangspunkt zurückbringen muss. Die Spielwelt umfasst verschiedene Zonen, darunter Bereiche mit Lava sowie labyrinthartige Abschnitte.<ref name="moby-2" /> Der Spieler verfügt über verschiedene Waffen, mit denen Gegner bekämpft werden können.
Auf der Webseite Kultboy.com wird das Spiel den Genres Adventure, 3D-Spiel, Science-Fiction/Futuristisch und Shooter zugeordnet.<ref name="kultboy" /> Die zeitgenössische Fachpresse bezeichnete Skaphander als „Virenräumer“.<ref name="pcplayer-5" />
Veröffentlichung und Vertrieb
Skaphander – Der Auftrag wurde 1995 von NAVIGO Multimedia als Vollversion für den PC-Markt veröffentlicht.<ref name="moby-3" /> In einer Preisliste der Zeitschrift PC Player vom März 1996 wurde das Spiel zu einem Preis von 54,95 DM geführt.<ref name="pcplayer-6" /> Das Spiel war in deutscher Sprache gehalten.<ref name="moby-2" />
Von Skaphander existierten mehrere Demoversionen, die über unterschiedliche Kanäle verbreitet wurden. Eine frühe Demoversion aus dem Jahr 1995 war unter dem Dateinamen „acknex.zip“ bekannt und wurde unter anderem über FTP-Server verbreitet. Eine spätere, überarbeitete Demoversion, datiert vom Februar 1997, und trug den Dateinamen „skademo.zip“. Zudem existierte eine Engine-Demo der oP Group unter dem Namen „opdemo.zip“ sowie ein weiteres Beispielspiel namens „opd3d.zip“.<ref name="yt" />
Die Zeitschrift PC Games berichtete in ihrer Ausgabe 11/1995 über das Spiel.<ref name="pcgames" /> Auch in der Zeitschrift Power Play wurde Skaphander in den Ausgaben November und Dezember 1995 aufgeführt.<ref name="pcplayer-9" /><ref name="pcplayer-5" />
Rezeption
Das Spiel wurde in der zeitgenössischen deutschen Spielepresse unterschiedlich bewertet.<ref name="pcplayer-5" /> Auf der Webseite Kultboy.com, die historische Testberichte deutscher Spielemagazine dokumentiert, sind Bewertungen aus verschiedenen Publikationen verzeichnet, darunter Einträge aus Magazinen wie PC Games und weiteren Fachzeitschriften.<ref name="kultboy" />
In der Jahresrückblick-Ausgabe der Zeitschrift PC Player vom Januar 1996 wurde das Spiel im Kontext der Ego-Shooter des Jahres 1995 erwähnt und dabei als „etwas lahmer Virenräumer“ bezeichnet, dem es „schwer“ falle, „den Anschluß zu halten“.<ref name="pcplayer-1" />
Auf der Videoplattform YouTube wurde das Spiel retrospektiv als „very obscure, unknown and uncertain FPS game“ (sehr obskures, unbekanntes und ungewisses Ego-Shooter-Spiel) eingeordnet, wobei angemerkt wurde, dass das Spiel in Deutschland entwickelt worden sei. In der Demoversion von 1995 wurden verschiedene Fehler und grafische Glitches festgestellt, darunter die Beobachtung, dass Gegner beim Beschuss teilweise keine Energie verloren und die Steuerung als instabil und unkomfortabel empfunden wurde.
Neuveröffentlichung als „Virus Explosion“
Skaphander wurde in einer überarbeiteten Fassung unter dem Titel „Virus Explosion“ (auch: „V-Explosion“) vom Düsseldorfer Verlag Data Becker erneut veröffentlicht.<ref name="usk" /> Auf der Conitec-Projektliste wurde das Spiel als „V-EXPLOSION (action game by DATA BECKER)“ mit dem Status „published“ geführt. Laut der Webseite Schreibfabrik.de stellte Virus Explosion eine Weiterentwicklung von Skaphander dar.<ref name="meyer" />
Für Virus Explosion existierte ebenfalls eine Demoversion unter dem Dateinamen „vexdemo.zip“, deren Dateigröße etwas umfangreicher war als die der älteren Skaphander-Demos. Ob und welche inhaltlichen Unterschiede zwischen den Demoversionen bestanden, ist nicht mehr eindeutig bestimmbar. Die Demoversion von Virus Explosion wurde auf der Webseite der oP Group zum Download angeboten, jedoch nicht durch die Wayback Machine des Internet Archive archiviert.<ref name="yt" />
Einzelnachweise
<references responsive="1"> <ref name="ack3d">ACK-3D for DOS/Watcom im GitHub, abgerufen am 23. Februar 2026.</ref> <ref name="conitec">Conitec Datensysteme GmbH, abgerufen am 23. Februar 2026.</ref> <ref name="dos">Skaphander bei DOS Games, abgerufen am 23. Februar 2026.</ref> <ref name="kultboy">Skaphander bei Kultboy.com, abgerufen am 23. Februar 2026.</ref> <ref name="lotter">Johann Christian Lotters Profil bei intalcon.com, abgerufen am 23. Februar 2026.</ref> <ref name="meyer">René Meyer: Überblick über Ego-Shooter V0.4. Abgerufen am 23. Februar 2026.</ref> <ref name="moby-2">Skaphander: Der Auftrag bei MobyGames, abgerufen am 23. Februar 2026.</ref> <ref name="moby-3">NAVIGO Multimedia GmbH & Co. Produktions KG bei MobyGames, abgerufen am 23. Februar 2026.</ref> <ref name="pcgames">Skaphander. In: PC Games. Nr. 11. Fürth 1995, S. 120 f.</ref> <ref name="pcplayer-1">Jahresrückblick. In: PC Player. Nr. 1. München 1996.</ref> <ref name="pcplayer-5">Skaphander: Der Auftrag [PC]. In: PC Player. Nr. 12. München 1995, S. 138 f.</ref> <ref name="pcplayer-6">Preisknaller. In: PC Player. Nr. 3. München 1996.</ref> <ref name="pcplayer-9">Skaphander: Der Auftrag. In: PC Player. Nr. 11. München 1995.</ref> <ref name="usk">V – Explosion (PC) bei USK.de, abgerufen am 23. Februar 2026.</ref> <ref name="yt">The Rarest Gamer: Skaphander beta prerelease demo (Dos game 1995) auf YouTube, 8. Oktober 2016, abgerufen am 23. Februar 2026.</ref> </references>