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Sinularia brassica

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Sinularia brassica
Datei:Sinularia dura.jpg

Sinularia brassica

Systematik
Klasse: Blumentiere (Anthozoa)
Unterklasse: Octocorallia
Ordnung: Malacalcyonacea
Familie: Sinulariidae
Gattung: Sinularia
Art: Sinularia brassica
Wissenschaftlicher Name der Familie
Sinulariidae
McFadden, van Ofwegen u. Quattrini, 2022
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Sinularia
May, 1898
Wissenschaftlicher Name der Art
Sinularia brassica
May, 1898

Sinularia brassica ist eine Art der Achtstrahligen Korallen (Octocorallia), die in den Korallenriffen des tropischen Indopazifiks vorkommt.

Merkmale

Wie fast alle Oktokorallen bildet Sinularia brassica Tierkolonien, die aus vielen Einzelpolypen mit jeweils acht Tentakeln bestehen. Sinularia brassica bildet dabei einen kurzen, becher- oder trichterförmig Stiel mit Auswüchsen, die die Form von Lappen, Falten oder flachen Blättern haben. Eine zentrale Skelettachse ist nicht vorhanden. Die Polypen sind monomorph, können sich zurückziehen und sind gleichmäßig über die Kolonieoberfläche verteilt. Nur am Stiel sind keine vorhanden. Die Sklerite in den Polypen haben die Form kleiner Stäbchen und Keulen, in den Tentakeln sind sie schuppenförmig. Im Innern der Kolonie haben die Sklerite die Form großer, mit komplexen Tuberkeln besetzter Spindeln, an der Kolonieoberfläche sind es Keulen mit sehr breiten Köpfen, die typischerweise 2 bis 3 gezahnte Vorsprünge aufweisen. Sinularia brassica lebt in einer Endosymbiose mit einzelligen, symbiotischen Algen (Zooxanthellen) und bezieht von diesen verschiedene Nährstoffe.<ref name="McFadden" />

Systematik

Art und Gattung wurden 1898 durch den deutschen Zoologen Walther May erstmals wissenschaftlich beschrieben.<ref name="May" /> In den folgenden fast 120 Jahren wurden weit über 100 neu beschriebene Lederkorallen der Gattung Sinularia zugeordnet. Die Gattung erwies sich jedoch in einer 2022 veröffentlichten Studie zur Systematik der Oktokorallen als nicht monophyletisch, da Sinularia brassica, die Typusart, eine isolierte systematische Stellung hat, während die übrigen Sinularia-Arten näher mit den Gattungen Anastromvos, Lobophytum, Lohowia und Sarcophyton verwandt sind als mit Sinularia brassica. Für diese Arten wurde deshalb die Gattung Sclerophytum revalidiert,<ref name="McFadden" /> eine Gattung, die 1903 durch E. M. Pratt eingeführt wurde<ref name="Pratt" /> und ursprünglich 13 Arten enthielt. Diese wurde 1906 durch Wilhelm Kükenthal mit Sinularia synonymisiert.<ref name="Kükenthal" /> Alle Sinularia-Arten bis auf Sinularia brassica wurden 2022 in die Gattung Sclerophytum verschoben. Anastromvos, Lobophytum, Lohowia, Sarcophyton und Sclerophytum wurden in die Familie Sarcophytidae gestellt, Sinularia ist die einzige Gattung der monotypischen Familie Sinulariidae. 1903 beschrieb Pratt eine ähnliche Korallenart als Sinularia dura.<ref name="Pratt" /> Diese gilt zur Zeit als Synonym von Sinularia brassica,<ref name="McFadden" /> könnte sich jedoch nach einer 2014 veröffentlichten molekularbiologischen Studie als valide Art erweisen.<ref name="McFadden2014" /> Sinularia wäre dann nicht mehr monotypisch.

Einzelnachweise

<references> <ref name="Kükenthal"> W. Kükenthal: System und Stammesgeschichte der Scleraxonier und der Ursprung der Holaxonier. Zool Anz. 1916;47(6):170–183.</ref> <ref name="May"> Walther May (1898): Die von Dr. Stuhlmann im Jahre 1889 gesammelten ostafrikanischen Alcyonaceen des Hamburgers Museums. Jahrbuch der Hamburgischen Wissenschaftlichen Anstalten. 15(2): S. 1–38.</ref> <ref name="McFadden"> Catherine S. McFadden, Leen P. van Ofwegen u. Andrea M. Quattrini: Revisionary systematics of Octocorallia (Cnidaria: Anthozoa) guided by phylogenomics. Bulletin of the Society of Systematic Biologists, Vol. 1 Nr. 3 (2022), DOI: 10.18061/bssb.v1i3.8735, S. 46.</ref> <ref name="McFadden2014"> Catherine S. McFadden, A. S. Brown, C. Brayton, C. B. Hunt, Leen P. van Ofwegen: Application of DNA barcoding to biodiversity studies of shallow-water octocorals: molecular proxies agree with morphological estimates of species richness in Palau. Coral Reefs. 2014;33:275-286. doi: 10.1007/s00338-013-1123-0</ref> <ref name="Pratt"> E. M. Pratt: The Alcyonaria of the Maldives. Part II. The genera Sarcophytum, Lobophytum, Sclerophytum and Alcyonium. Fauna Geogr Maldive Laccadive Arch. 1903;2(1):503–539.</ref> </references>