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Singleton-Schranke

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Die Singleton-Schranke bezeichnet eine obere Schranke für die Mindestdistanz <math>d</math> eines Blockcodes der Länge <math>n</math> bei Informationswörtern der Länge <math>k</math> über einem einheitlichen Alphabet <math>\Sigma</math>.

Sie lautet:

<math>d \le n-k+1</math>

Die Schranke kann auf folgende Art intuitiv klargemacht werden:

  • Annahme: Alphabet <math>\Sigma =\{0,\ldots,q-1\}</math>
  • Anzahl der möglichen Informationswörter : <math>|\mathcal I| = q^k</math>
  • Anzahl der Codewörter: <math>|\mathcal C|=|\mathcal I| = q^k</math>
  • Mindestdistanz: <math>d</math>

Streicht man nun in den Codewörtern jeweils die letzten (<math>d-1</math>) der <math>n</math> Stellen, so haben die übrigen Codewörter zueinander immer noch mindestens den Hamming-Abstand 1. Bei <math>d</math> Streichungen wäre dies nicht mehr gewährleistet. Damit sind immer noch alle Codewörter unterschiedlich, also

<math>|\mathcal C'| = |\mathcal C| = q^k</math>

Deswegen muss auch die Anzahl der durch die Länge <math>n-(d-1)</math> erzeugbaren Wörter <math>q^{n-d+1}\ge q^k</math> sein. Stellt man diese Gleichung um, ergibt sich daraus die Singleton-Schranke

<math>n-d+1\geq k \Leftrightarrow d\leq n-k+1</math>

Für nicht-lineare Codes gilt entsprechend

<math>M \le q^{n-d+1}</math>,

wobei <math>M = |\mathcal C|</math>.

Codes, die die Singleton-Schranke mit Gleichheit erfüllen, nennt man auch MDS-Codes.

Beziehung zur Hamming-Schranke

Im Falle der Hamming-Schranke ist <math>t = \lfloor (d-1)/2 \rfloor </math> die Anzahl der maximal korrigierbaren Fehler eines Codes mit der Hamming-Distanz <math>d</math>.

Die Hamming-Schranke sagt aus, dass

<math> q^n \geq q^k {\sum_{i=0}^t(q-1)^i \binom n i} </math>,

beziehungsweise

<math> n \geq k + \log_q{\sum_{i=0}^t(q-1)^i \binom n i} </math>

erfüllt sein muss für einen Code, der mittels <math>n</math> Symbolen eines Alphabets <math>\Sigma</math> der Größe <math>q</math> eine Nachricht mit der Länge <math>k</math> transportiert.

Für zum Beispiel <math>n = 512</math> und <math>t = 11</math> (erfordert eine Hamming-Distanz von <math>d = 23</math>) erhält man in Abhängigkeit von der Größe <math>q</math> des Alphabets <math>\Sigma</math>:

  • <math>q=2: k \leq 438{,}3746</math>
  • <math>q=4: k \leq 466{,}4807</math>
  • <math>q=16: k \leq 482{,}8572</math>
  • <math>q=2^{8}: k \leq 491{,}8086</math>
  • <math>q=2^{16}: k \leq 496{,}4004</math>
  • <math>q=2^{32}: k \leq 498{,}7002</math>
  • <math>q=2^{64}: k \leq 499{,}8501</math>
  • <math>q=2^{128}: k \leq 500{,}4250</math>
  • <math>q=2^{256}: k \leq 500{,}7125</math>
  • <math>q \to \infty: k \leq 501{,}0000</math>

Die Hamming-Schranke macht vergleichsweise genaue Aussagen in Abhängigkeit von <math>n</math>, <math>t</math> und <math>q</math>. Für sehr große <math>q</math> strebt sie einem Grenzwert zu.

Im Falle der Singleton-Schranke ist <math>t = \lfloor(d - 1)/2\rfloor = \lfloor(n-k)/2\rfloor </math> die Anzahl der maximal korrigierbaren Fehler eines Codes mit der Mindestdistanz <math>d</math>.

Für zum Beispiel <math>n = 512</math> und <math>t = 11</math> (erfordert eine Mindestdistanz von <math>d = 12</math>) erhält man:

  • <math>k \leq 501</math>

unabhängig von <math>q</math>. Die Singleton-Schranke ist eine ungenauere Abschätzung als die Hamming-Schranke, die die Größe des Alphabets nicht berücksichtigt. Weiterhin gibt es Unterschiede in der Beziehung zwischen <math>t</math> und <math>d</math>.

Literatur

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  • Martin Bossert: Kanalcodierung. 3. überarbeitete Auflage, Oldenbourg Verlag, München 2013, ISBN 3-486-72128-3.
  • Otto Mildenberger (Hrsg.): Informationstechnik kompakt. Theoretische Grundlagen. Friedrich Vieweg & Sohn Verlag, Wiesbaden 1999, ISBN 3-528-03871-3.
  • Werner Heise, Pasquale Quattrocchi: Informations- und Codierungstheorie. 2. Auflage, Springer Verlag, Berlin / Heidelberg 1989, ISBN 978-3-540-50537-2.

Weblinks