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Sieversdorf (Jacobsdorf)

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Sieversdorf
Gemeinde Jacobsdorf
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(276)&title=Sieversdorf 52° 23′ N, 14° 22′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(276) 52° 22′ 42″ N, 14° 22′ 26″ O
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Höhe: 85 m
Einwohner: 276 (30. Juni 2017)<ref>Einwohnermeldeamt Amt Odervorland. In: amt-odervorland.de. Amt Odervorland, abgerufen am 23. Februar 2019.</ref>
Eingemeindung: 26. Oktober 2003
Postleitzahl: 15236
Vorwahl: 033608

Sieversdorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Jacobsdorf (Mark)<ref>Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003. StBA.</ref> südöstlich von Berlin im Landkreis Oder-Spree in Brandenburg.

Geografie

Gemeindegliederung

Sieversdorf ist rechtswirksam mit dem 26. Oktober 2003 Ortsteil von Jacobsdorf (Mark). Der Ort hat einen eigenen Ortsbürgermeister.

Geschichte

Datei:Jacobsdorf Sieversdorf Gutshaus.jpg
Gutshaus Sieversdorf

Der Name „sifridstorff“ findet sich bereits in einer Urkunde vom 3. Juli 1353, als „Claus sifridstorff“ neben anderen Mitgliedern der Schlächtergilde zu Frankfurt (Oder) erwähnt wurde.<ref>Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis, Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Geschichtsquellen für die Geschichte der Mark Brandenburg und ihrer Regenten, erster Hauptteil, 23. Band. G. Reimer Berlin 1862, S. 60.</ref> Im Jahre 1393 wurde der Ort „Syuerstorp“ in einer Urkunde erwähnt, welche Heinrich von Strantz auf Sieversdorf belehnte. Die Familie von Strantz war ebenfalls zu Petersdorf und Petershagen begütert. Sieversdorf, später auch Sifritzdorf<ref>Cornelia Willich: Brandenburgisches Namenbuch. VIII. Die Ortsnamen des Landes Lebus. Hermann Boehlaus Nachf., Weimar 1998, ISBN 3-7400-0918-7, S. 131.</ref> genannt, war ein Dorf mit Rittersitz, Kirche, Pfarre und Schule, und hatte ursprünglich vierundsechzig Hufen. Es blieb in Familienbesitz bis 1777, dann verkaufte der Königliche Major Bogislaw Ehrentreich Wilhelm von Strantz, mangels Erben, Sieversdorf an den Königlichen Geheimen Rath Ludwig von la Motte. Dieser behielt das Dorf nur kurz, 1782 erwarb die Familie von Rohr den Ort und nach dem Tode des Herrn von Rohr gelangte er 1789 in den Besitz des Königlichen Oberamtmanns Philipp Heinrich Karbe (1743–1799), Pächter der Königlichen Domänen Chorin und Gramzow. Nach dem Tod des Oberamtmanns 1799 wurde vormundschaftlich verwaltet, 1809 wurde sein Sohn Friedrich Ernst Leopold Karbe Erbherr auf Sieversdorf. Nach seinem Tod 1857 erbte sein ältester Sohn Carl Friedrich Ferdinand Leopold Karbe, ihm sind vermutlich die Umbauten im Schloss und die Neugestaltung des Parks zuzuschreiben. Nach dem 1879 erstmals publizierten Generaladressbuch der Rittergutsbesitzer von Preußen besaß Karbe eine Fläche von 786,25 ha. Man betrieb auch eine Brennerei.<ref>P. Ellerholz, H. Lodemann, H. von Wedell: General-Adressbuch der Ritterguts- und Gutsbesitzer im Deutschen Reiche. 1. Band: Das Königreich Preussen, Lfg. 1: Die Provinz Brandenburg. Nicolaische Verlags-Buchhandlung R. Stricker, Berlin 1879, S. 62–63, doi:10.18452/377 (hu-berlin.de).</ref>

Karl Julius Wilhelm Ewald von Stünzner-Karbe auf Sieversdorf (1872–1934) war seit 1894<ref>Klaus Gerbet: Carl-Hans Graf von Hardenberg. 1891–1958. Ein preußischer Konservativer in Deutschland. In: Reihe Deutsche Vergangenheit, Band 79, Edition Hentrich, Berlin 1993, ISBN 3-89468-030-X, S. 57.</ref> der Rittergutsbesitzer, da sein Onkel, der Abgeordnete für den Preußischen Landtag,<ref>A. Plate: Handbuch für das preußische Haus der Abgeordneten. Ausgabe Januar 1886. W. Moeser, Berlin 1886, S. 228.</ref> Ferdinand Karbe (* 22. Februar 1825 in Clauswalde; † 11. März 1891 in Berlin), Besitzer der Rittergüter Clauswalde und Sieversdorf, unverheiratet und kinderlos starb. Als Erben wurden die Kinder seines Schwagers Benno Karl Ewald von Stünzner eingesetzt,<ref>Wilhelm Freier: Das Land Sternberg, brandenburgische Geschichte mit besonderer Berücksichtigung der Neumark. Verlag der Rosenzweig’schen Buchhandlung, Zielenzig 1892, S. 98.</ref> bis hin zum Enkel Peter von Stünzner-Karbe, verheiratet mit Brigitta Schulz von Heinersdorf.<ref>Kurt Winckelsesser unter Mitwirkung von Harald Richert: Deutsches Geschlechterbuch 1969. Brandenburger Band 2. In: Gesamtreihe DGB. Brandenburger Band 2, DGB Schulz 3 Einzeldruck der Stammfolge. C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1969, DNB 456432728, S. 39–40.</ref> Im Zeitraum der großen Wirtschaftskrise 1929/1930 beinhaltete das Rittergut Sieversdorf des Ritterschaftsrates und Rittmeisters d. R. a. D. Carl von Stünzner-Karbe genau 926 ha, davon 320 ha Wald. Betrieben wurde eine sehr große Schafsviehwirtschaft, Gesamtverwalter war Hans Splinter.<ref>Ernst Seyfert, Hans Wehner, Alexander Haußknecht: Landwirtschaftliches Adreßbuch der Rittergüter, Güter und Höfe der Provinz Brandenburg. (1929). Verzeichnis sämtlicher Rittergüter, Güter und Höfe über 20 ha. Nach amtlichen Angaben. In: Niekammer (Hrsg.): Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. 4. Auflage. Band VII. Niekammer’s Adressbücher, Leipzig 1929, S. 242 (martin-opitz-bibliothek.de).</ref>

Eine weitere Umgestaltung des Gartens wurde 1944 von den Nachkommen angestrebt und der Gärtner Georg Potente am 10. März 1944 zur Gartenberatung eingeladen, zum Aufmaß Ende November und zur Entwurfszeichnung Anfang Dezember 1944 kam es noch,<ref>Jörg Wacker: Georg Potente (1876–1945). Akademie-Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-05-003677-X, S. 14 [Anmerkung: hier fälschlich „Stützner-Karbe“, Sieversdorf]</ref> die Ausführung wurde durch die Umstände des Zweiten Weltkrieges und die folgende Enteignung verhindert.

Sehenswürdigkeiten

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Im Ort es gibt diverse Firmen, die international bekannt sind, unter anderem die GOLEM GmbH Kunst- und Baukeramik, welche kunsthandwerklich und restauratorisch tätig ist und die Orgelwerkstatt Scheffler. Die Pension an der Orgelwerkstatt nimmt Pilger des Jakobsweges auf.

Bildung

Eine Grundschule befindet sich in Briesen (Mark), des Weiteren besteht die Möglichkeit zum Schulbesuch in Müllrose. Weiterführende Schulen gibt es in Frankfurt (Oder) und Fürstenwalde/Spree.

Vereine

  • Verein „Kunst und Denkmalpflege auf Gut Sieversdorf e. V.“, Träger der Veranstaltungsreihe „Sieversdorfer Konzerte“
  • Verein „Alte Schule“ zur Pflege dörflicher Tradition
  • Sieversdorfer Dorfchor
  • Verein „Feuerwehrverein Sieversdorf e. V.“

Literatur

  • Siegmund Wilhelm Wohlbrück: Geschichte des ehemahligen Bisthums Lebus und des Landes dieses Nahmens. Dritter Teil. Berlin 1832, S. 448–451.
  • Vorlage:SammlungDunckerGrafik
  • Udo Geiseler, Monika Loddenkemper: Sieversdorf. In: Peter Michael Hahn, Hellmut Lorenz (Hrsg.): Herrenhäuser in Brandenburg und der Niederlausitz. Band 2. Nicolaische Verlagsbuchhandlung Beuermann, Berlin 2000, ISBN 3-87584-024-0, S. 546–550; Kommentierte Neuausgabe des Ansichtenwerks von Alexander Duncker (1857–1883), gesamt 2 Bände: Einführung und Katalog, 856 S., 275 farbige, 825 SW-Abb.
  • Karbe’scher Familienverband e. V. Wülfrath: Geschichte der Familie Karbe. Band I: Zühlen und Blankenburger Linie; Band III: Die Neuendorfer Linie. Die Biegener Linie; insbesondere Band II: Die Gramzower Linie, Der Sieversdorfer Ast. Druckerei Rüss, Potsdam 2005/2006; DNB 976743213.

Weblinks

Commons: Sieversdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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