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Sichelblättrige Wolfsmilch

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Sichelblättrige Wolfsmilch
Datei:Euphorbia falcata (s. str.) sl1.jpg

Sichelblättrige Wolfsmilch (Euphorbia falcata)

Systematik
Unterfamilie: Euphorbioideae
Tribus: Euphorbieae
Untertribus: Euphorbiinae
Gattung: Wolfsmilch (Euphorbia)
Untergattung: Esula
Art: Sichelblättrige Wolfsmilch
Wissenschaftlicher Name
Euphorbia falcata
L.

Die Sichelblättrige Wolfsmilch oder Sichel-Wolfsmilch (Euphorbia falcata) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Wolfsmilch (Euphorbia) innerhalb der Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae).

Beschreibung

Datei:Euphorbia falcata (s. str.) sl15.jpg
Die blaugrünen Hüllchenblätter sind dreieckig-eiförmig und deutlich bespitzt.
Datei:Euphorbia falcata (s. str.) sl21.jpg
Cyathium mit zweihörnigen, grünlich-gelben Nektardrüsen.
Datei:Euphorbia falcata (s. str.) sl9.jpg
Pleiochasium (Untersicht)
Datei:Euphorbia falcata (s. str.) sl23.jpg
Die Früchte sind glatt und kahl.
Datei:Euphorbia falcata (s. str.) sl24.jpg
Die Samen sind querfurchig und im Querschnitt vierkantig.
Datei:Euphorbia falcata Sturm32.jpg
Illustration

Vegetative Merkmale

Die Sichelblättrige Wolfsmilch ist eine einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 8 bis 20 oder 40 Zentimetern. Die oberirdischen Pflanzenteile sind bläulich-grün. Die Stängel sind aufrecht bis aufsteigend. Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind sitzend. Die Blattspreite ist bei einer Breite von etwa 5 Millimetern lanzettlich, mehr oder weniger sichelförmig mit Stachelspitze. Nebenblätter fehlen stets.

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht Juni bis Oktober. Der endständige, scheindoldige Blütenstand besteht aus drei bis fünf Strahlen. Die freien und nicht verwachsenen Hochblätter sind eiförmig bis dreieckig, so lang wie breit und haben einen fein gezähnelten Blattrand; ihr oberes Ende ist zugespitzt oder stachelspitzig mit 0,5 bis 1 Millimetern langer Spitze. Die Nektardrüsen sind mondsichelförmig oder zweihörnig und haben eine gelblich-grüne Gestalt.

Die Kapselfrucht ist glatt und hat keine Flügel. Die Samen sind runzelig oder grubig, im Querschnitt vierkantig.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16 oder 36.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie

Die Bestäubung erfolgt durch Hautflügler (Diptera).

Datei:Neuchâtel Herbarium - Euphorbia falcata - NEU000035695.jpg
Herbarbeleg; bitte kein Pflanzenmaterial aus Wildbeständen entnehmen!

Vorkommen und Gefährdung

Euphorbia falcata ist ein meridionales bis temperates, subozeanisches Florenelement. Euphorbia falcata ist in Europa und Westasien verbreitet. In Mitteleuropa gilt die Sichelblättrige Wolfsmilch als Archäophyt.

In Deutschland ist die Sichelblättrige Wolfsmilch bundesweit „vom Aussterben bedroht“. In Mecklenburg-Vorpommern und Bayern kommt sie nur „unbeständig“ vor, in Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz gilt sie als „ausgestorben,“ in Baden-Württemberg und Hessen als „vom Aussterben bedroht“, in Thüringen als „stark gefährdet“. In den anderen Bundesländern kommt sie nicht vor.<ref name="FloraWeb" /> Sie kommt in Österreich zerstreut vor und ist für Burgenland, Wien, Nieder- und Oberösterreich nachgewiesen, in Steiermark, Kärnten und Salzburg „unbeständig“.<ref name="Fischer2008" /> In Südtirol ist sie „ausgestorben“.<ref name="Fischer2008" /> In der Schweiz gilt sie als einheimische Pflanzenart und als bundesweit „gefährdet“. Im Wallis und den östlichen Zentralalpen ist sie „ausgestorben“, im Jura als „vom Aussterben bedroht“, in den übrigen Regionen als „stark gefährdet“.<ref name="RL-CH" /><ref name="InfoFlora" />

Sie wächst auf Getreideäckern und Ruderalstellen auf nährstoffreichen Böden und steigt bis in die submontane Höhenstufe. Im pflanzensoziologischen System ist sie eine Klassencharakterart der Secalietea (Segetal-Unkrautgesellschaften).

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 5 (sehr warm-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Systematik

Taxonomie

Die Erstveröffentlichung von Euphorbia falcata erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, S. 456.<ref name="SpPl" /><ref name="POWO" /> Nachdem sich der ursprüngliche Typusbeleg als identisch mit Euphorbia terracina <templatestyles src="Person/styles.css" />L. herausstellte, wurde der Name Euphorbia falcata mit einem neuen Typus 1993 zur Konservierung vorgeschlagen.<ref name="Molero1993" /> Dieser Vorschlag wurde von der Nomenklaturkommission 1995 mehrheitlich befürwortet.<ref name="Report1995" />

Botanische Geschichte

Je nach Autor gab es bei Euphorbia falcata <templatestyles src="Person/styles.css" />L. nom. cons. Unterarten bzw. Varietäten:

  • Euphorbia falcata subsp. acuminata <templatestyles src="Person/styles.css" />(Lam.) Simonk.: Bei dieser Unterart sind die Nektardrüsen purpurfarben und nicht gelblich. Sie kommt in Mitteleuropa in Niederösterreich und im Burgenland vor. Ihre Heimat ist das Mittelmeerraum.<ref name="Schmeil-Fitschen2024" /> Sie ist ein Synonym von Euphorbia falcata.<ref name="POWO" />
  • Euphorbia falcata <templatestyles src="Person/styles.css" />L. subsp. falcata (Syn.: Euphorbia mucronata <templatestyles src="Person/styles.css" />Lam., Euphorbia rubra <templatestyles src="Person/styles.css" />Cav., Euphorbia obscura <templatestyles src="Person/styles.css" />Loisel., Euphorbia arvensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Kit., Euphorbia arvensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Schleich. ex Steud., Euphorbia rugosa <templatestyles src="Person/styles.css" />Kit. nom. nud., Euphorbia arenaria <templatestyles src="Person/styles.css" />Willd. ex Ledeb. nom. illeg., Euphorbia nervosa <templatestyles src="Person/styles.css" />Kit., Euphorbia caudata <templatestyles src="Person/styles.css" />Boiss. & Hausskn., Euphorbia erythrosperma <templatestyles src="Person/styles.css" />A.Kern., Euphorbia caesaraugustana <templatestyles src="Person/styles.css" />Willk. & Lange nom. nud., Euphorbia purpurascens <templatestyles src="Person/styles.css" />Deysson nom. illeg., Euphorbia palatinata <templatestyles src="Person/styles.css" />F.Zimm. nom. nud., Euphorbia pseudograeca <templatestyles src="Person/styles.css" />Grossh., Euphorbia tatianae <templatestyles src="Person/styles.css" />Fed., Euphorbia falcata subsp. rubra <templatestyles src="Person/styles.css" />(Cav.) Mateo & Figuerola): Sie ist von Makaronesien über den Mittelmeerraum bis Europa und vom westlichen Himalaja bis zur Mongolei weitverbreitet. Sie enthält die meisten der bisherigen Subtaxa.<ref name="POWO" />
  • Euphorbia falcata var. galilaea <templatestyles src="Person/styles.css" />(Boiss.) Boiss.: Sie kommt in der Türkei, in Syrien, im Libanon, in Israel und im Kaukasusraum vor. Sie ist ein Synonym von Euphorbia falcata.<ref name="POWO" />
  • Euphorbia falcata subsp. macrostegia <templatestyles src="Person/styles.css" />(Bornm.) O.Schwarz: Sie kommt in Zypern und in der westlichen Türkei vor. Sie ist ein Synonym von Euphorbia erubescens <templatestyles src="Person/styles.css" />(Boiss.) Boiss.<ref name="POWO" />

Quellen

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="POWO"> Euphorbia falcata. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew ScienceVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Euphorbia falcata L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="FloraWeb"> Euphorbia falcata L. , nom. cons. prop., Sichel-Wolfsmilch. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum, abgerufen am 16. Juni 2008. </ref> <ref name="Fischer2008"> </ref> <ref name="RL-CH"> D. Moser, A. Gygax, B. Bäumler, N. Wyler, R. Palese: Rote Liste der gefährdeten Arten der Schweiz: Farn- und Blütenpflanzen. Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft, Bern; Zentrum des Datenverbundnetzes der Schweizer Flora, Chambésy; Conservatoire et Jardin botaniques de la Ville de Genève, Chambésy, 2002, S. 62 (web.archive.org [PDF; 1,1 MB; abgerufen am 15. September 2021]). online bei Info Flora. </ref> <ref name="SpPl"> Carl von Linné: Species Plantarum. Tomus 1, Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 456 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttp%3A%2F%2Fwww.biodiversitylibrary.org%2Fopenurl%3Fpid%3Dtitle%3A669%26volume%3D1%26issue%3D%26spage%3D456%26date%3D1753~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D). </ref> <ref name="Molero1993"> Julian Molero Briones: (1073) Proposal to conserve Euphorbia falcata L. (Euphorbiaceae) with a conserved type. In: Taxon. Band 42, Nr. 3, 1993, S. 715–717, Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value). </ref> <ref name="Report1995"> R. K. Brummitt: Report of the Committee for Spermatophyta. 43. In: Taxon. Band 44, Nr. 4, 1995, S. 607–612 (hier: S. 610), Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value). </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. S. 639. </ref> <ref name="Schmeil-Fitschen2024"> Michael Koltzenburg: Euphorbia. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024, ISBN 978-3-494-01943-7. S. 458. </ref> </references>

Weblinks